Samstag, 11. April 2020

Wienerglühn - Hosntaschlfeiaweak (2011)

Kaum ein Genre floriert momentan so wie das neue Wienerlied. Kaum war es abgeschrieben und am Zentralfriedhof verscharrt, feierte es mit Bands wie Kollegium Kalksburg, den Strottern und unzähligen anderen ein furioses Comeback. Wienerglühn sind schon die nächste Generation und das Trio hat einen ungemeinen Vorteil: Sänger Rudolf Gratzl ist nicht nur eine Rampensau, sondern auch einer der sich in den Dialekt so richtig hineinkriechen kann und so diese Sprache schon mehr als lebt. Musikalisch thront noch ?bervater Otto Lechner, der auch einen Gastauftritt hat, im Hintergrund, aber erstens kann es keine besseren Wegweiser geben, und zweitens wird in Stücken wie »Linda Rosina« auch dieser Schatten souverän verlassen.
Mit einem scharfen Blick auf den Hiesigen, auf seine Animositäten und Nonchalance rücken die drei viel versprechenden Musiker den Unschärfen der "Wiener Seele" zu Leibe. wienerglühn entwickeln die hinlänglichen Auffassungen dieses Genres weiter und wecken mittels verspielter Arrangements und überraschender Harmoniestrukturen eine Vielzahl an Gefühlen. Ambivalent und beflügelnd.
Die Geschwister Heidelinde und Rudi Gratzl machten schon gemeinsam Musik, bevor sie noch lesen und schreiben konnten. Seit 2009 spielen sie im Trio mit Jovan Torbica am Kontrabass.
Hosntaschlfeiaweak

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