Horak'n'Roll (2003)
Horak'n'Roll #2 (2012)
Jammin' All Nite Long (2012)
No Endlich (2012) Karl HORAK wurde am 9. 1. 1958 als Leo Gustav BEI in Mödling als Sohn
von Neda und Leo Albert BEI geboren. Laut Aussagen vieler Verwandter
kann mit diesem Datum auch der Beginn des Kalten Krieges gleichgesetzt
werden. Der Eintritt in das Schulleben begann 1964, zeitgleich mit dem
Durchbruch der Beatles in den USA (John Lennon und so.) 1968 zettelte
sein Statement, dass Nonnen in der Klausur mit dem Kruzifix masturbieren
(und das im Sacré Coeur) mehrere weitreichende Studentenunruhen (Paris, Cohn-Bendit und so) an.
Der
Soundtrack seiner Volksschulzeit wurde von einer herrlichen Blockflöte,
mehreren christlich determinierten Kinderchören sowie den Rock’n Roll
Platten der um sechs Jahre älteren Schwester zusammengesetzt, was
nachträglich zu mehreren neurotischen Verhaltensmustern führte
(Autoritätsunverträglichkeit, lange Haare und so...). Ab 1969
Mittelschüler, entwickelte das wohlbehütete Mittelstandskind Leo starkes
Interesse an der Ausübung von Musik (die erste Gitarre und so) und
entdeckte mit Hilfe der älteren Schwester eines Mitschülers seinen
zweiten Lebensmittelpunkt (erster Sex und so). Es kam wie es kommen
musste, und er gründete mit seinem Freund Georg Gabler und dessen Bruder
Michael seine erste Band CRUMB. Das war 1971 (und so).
Wird aus
dem dicklichen Kind ein Hippie oder ein Spießer, ein Rock’n Roll Star
oder ein Bundesbahnbeamter? Wer war an der Ölkrise (autofreier Tag und
so) schuld? All diese Fragen werden beantwortet, unter Umständen auch
viel zu ausführlich.
Ostbahn Kurti & die Chefpartie
Aus einem Titel wurde die ganze (damals noch) Platte, und im Jänner 85 wurde um eine Bandmitgliedschaft angefragt („Hättast Zeit ?“).
Doch da gab es einige heute merkwürdig anmutende Prämissen: Niemand
sollte von der Band leben, und wenn der Spaß an der Sache verloren
ginge, würde das Ganze eben aufgelöst werden. Außerdem müsse jeder Zeit
genug für seine eigenen Projekte haben, und so wurde Ostbahnkurti &
die Chefpartie als Hobbyprojekt verankert. So wie wenn Marx zu Engels
gesagt hätte: Komm Fritz, wir schreiben einen fünfseitigen Aufsatz über
ein paar kleine Ungerechtigkeiten – und wer weiß, vielleicht war das
auch wirklich so.
Es gab einen Plattenvertrag und die Plattenpräsentation war als Gig im Schutzhaus am Schafberg,
auch nach seinem Pächter Tschida genannt, festgelegt. Der durchaus
stattlich wirkende Wirt Pepi Tschida galt übrigens als einer der
lautesten Schnarcher der Bundeshauptstadt, weshalb nie jemand während
der über zwei bis drei Tage dauernden legendären Trinkausflüge, die der
gute Mann für seine Gäste organisierte, ein Zweibettzimmer mit ihm
teilen wollte – so jedenfalls lautet die Legende, die über ihn im Umlauf
ist und dem Autor von einer nicht genannt werden wollenden, aber
normalerweise gut informierten Quelle zugetragen wurde. Der Band gehörte
außer dem Grünen, Helmut, Willi und Leo noch der Keyboarder Harry Pierron-Cuny an und der Textautor Günter Brödl,
in dessen genialen Kopf das gesamte Projekt entstanden war; er stand
allen Beteiligten mit Rat und Tat zur Seite – eine Funktion, die Jahre
später mit dem Ausdruck „Trainer“ bedacht werden sollte.
Das
Styling der Band sollte laut seinen Vorstellungen einen starken
Obdachlosentouch haben, und er hatte sich auch eine Vorgeschichte
ausgedacht, deren Kernpunkt darin bestand, dass die Musiker alle einer
fiktiven Rhythm and Blues Szene aus den Wiener Vorstädten entsprangen,
etwas, das in dieser Form hier nie wirklich existiert hatte. Deshalb
wäre es gut, den Bühnenfiguren eigene Namen und Charaktere [sic] zu
geben, und er hatte auch schon einige Vorschläge: Mario Adretti -
der Glückspieler, der galante Edi Jedelsky, der im Lauf seiner Karriere
zum Diplomingenieur mutierte, Josef Hawliczek, der Ostbahnkurti und Leo
wurde zu Charly Horak. Den Namen entwickelte er selbst - Karl ist für
ihn der Wiener Name schlechthin, und Horak hatte zwei Ursprünge: Er
war mit elf Jahren unsterblich in seine Mitschülerin Claudia Horak
verliebt, und es gab auch noch den Bierversilberer Horak in einem Roman
über eine Wiener Lebedame des 19ten Jahrhunderts. Und der Name war
urwienerisch. Votava wäre auch noch zur Debatte gestanden, aber dem
Brödl gefiel Horak viel besser – außerdem stellt euch mal vor
www.karlvotava.at. Auch der Kampfruf vieler Fans klingt als „Votava – du
Sau“ zumindest mehr nach Autofahrer unterwegs als nach Rock ´n Roll –
für mich zumindest. Ob sie das beim Votava rufen bin ich mir ja nicht so
sicher. Der Autofahrerunterwegs Votavakurtl hat den Ruf als Ansager
diverser wiener Bandwettbewerbe vielleicht schon das eine oder andere
mal gehört, aber über den Alten laß ich nix kommen, er hat dem
19jährigen Leo nach einem schweren Autounfall sehr geholfen und ihn
persönlich ins Unfallkrankenhaus geführt. Also an dieser Stelle: Danke -
und alle falsch ausgesprochenen Bandnamen seiner Ansagerkarriere seien
ihm hiermit bis in alle Ewigkeit verziehen. Und so begann am 20. Februar
1985 am Schafberg die legendäre Karriere von Ostbahnkurti & der
Chefpartie. Ostbahnkurti & die Chefpartie gab es von einigen Abschiedskonzerten 2003 (und den Jubiläumskonzerten auf der Kaiserwiese, 2011) abgesehen
bis zum 29 Oktober 1994. Die Band setzte Massstäbe für den
österreichischen Rock´n Roll, und es ist viel über sie geschrieben
worden; wer akribische Aufzeichnungen sucht wird diese auf der Espresso
Rosi Page finden, doch diese schöne, aber auch schwierige Zeit bedarf an
dieser Stelle einer etwas anderen Aufarbeitung: Es wäre ein Leichtes
eine Ansammlung von Anekdoten aufzulisten oder Intima über diesen
Zeitraum zu verbreiten, doch das würde ein ganzes Buch füllen und vieles
dennoch nicht auf den Punkt bringen, weshalb ein Exklusivinterview auf
dieser Seite eine sehr probates Mittel zu sein scheint eine einzigartige
Karriere, deren musikalische wie auch menschlichen Aspekte zu
beleuchten und auf diesem Weg auch interessante Einblicke zu gewähren.



