Dienstag, 30. Juni 2020

Simon Fanta - Eigenmarke (2019)

Eigenmarke

Als „Premium Quality German Rap“ preist der virtuelle Sticker das zweite (nach „Amsterdam“) digitale Album des noch ganz jungen Wiener Hip-Hop Musikers an. Nicht mein Genre, aber ich höre neugierig rein und bin ganz überrascht.
„Eigenmarke“ ist auch für meine Generation (Baby-Boomer) hörbar und sehr aufschlussreich. Denn für Simon Fanta sind schon die „Zero’s“ historisch, als man noch CDs auflegte und nicht gern allein war. Die Labels wollten Gangster-Rap, die Rapper „Gold and Chicks“. All das ist heute out und wird in den frischen Texten mit viel Ironie begraben. Trotzdem ist man nicht gern allein, Mädels aufreissen und sich trennen unumgänglich … hm, war das in den 70ern denn anders … bloß heute gibts „YouPorn, aber der macht auch nicht mehr geil“. Und „es wird weiter gehen“, Respekt, immerhin man macht sich auch Gedanken für „irgendwann“, viel später, in der Rente.
Ein Wort noch zum gegenwärtigen Konsumverhalten (der Jugend). Music und Music Videos sind untrennbar verknüpft, weshalb ein Besuch bei www.simonfanta.com dringend anzuraten ist.

Montag, 29. Juni 2020

Anger - Heart Break (2019)

Heart  Break

Es ist so eine Sache mit der Zukunft. Manchmal fühlt sie sich unglaublich nahe an, dann wieder wirkt es so, als wäre es noch längst nicht notwendig, sich mit Zukünftigem auseinanderzusetzen. Letztlich hilft es auch nichts, für sich selbst zu entscheiden, dass man noch nicht bereit ist für ein wie auch immer geartetes Morgen, weil es einen in der Regel schneller einholt, als man »Ich bin noch nicht bereit« sagen kann. Auf ihrem Debütalbum »Heart/Break« tun es Anger, also Julian Angerer und Nora Pider, trotzdem. Im Song »Sie schreit« soll der Zukunft genau mit diesem Satz Einhalt geboten werden. Allerdings nicht schreiend, sondern mit ruhiger, beinahe andächtiger Stimme, die sich, zu groovig-jazziger Melodie, gegen einen gemeinsamen Weg in Richtung Zukunft ausspricht: »Ciao, ragazzo.«
Keine Zukunftsängste
Obwohl im Song »Future«, der vor allem zu Beginn stark an die neueren Releases von Bilderbuch erinnert, genau danach gefragt wird, dürften Anger nicht von Zukunftsängsten geplagt sein. Auf jeden Fall nicht, was ihre Musik betrifft. Dafür kommen die Songs auf »Heart/Break« viel zu selbstbewusst daher, dafür ist man sich der eigenen musikalischen Bandbreite viel zu sehr bewusst und dafür ist das Wechselspiel zwischen Nähe und Distanz viel zu ausgeklügelt.Auf »Heart/Break« geht es nämlich nicht nur darum auszuloten, wie sehr man schon in der Zukunft steckt oder wie viel Spielraum sie einem noch lässt, sondern auch um Nähe und Distanz in einem ganz klar zwischenmenschlichen Kontext. Es geht zum Beispiel darum, nicht alleine aufwachen zu müssen, und um die Angst davor, dass es doch passiert (»Baby«). Damit bedienen sich Anger sehr weit verbreiteter Sorgen und Ängste, stellen dabei mit ihrem eingängigen, einnehmenden Sound und ihren klar formulierten Gedanken aber ein besonderes Naheverhältnis zu ihren HörerInnen her.

Sonntag, 28. Juni 2020

Lex Audrey - No Intention Of Changing The World (2019)

No Intention Of Changing The World

Lex Audrey nennen ihr erstes Album „No Intention Of Changing The World“: Elektropop zum Thema Social Media und (gestörter) Kommunikation.

„Smombie“ ist das Wort der Stunde - eine Zusammenführung der Wörter „Smartphone“ und „Zombie“. Ein Begriff für diejenigen Menschen, die ihren Blick vorzugsweise stoisch auf ihr Mobiltelefon gerichtet haben. Das klingt amüsant, aber wer würde sich ausnehmen?
Einmal lächeln, bitte
Am Cover des ersten Albums von Lex Audrey ist ein Pärchen zu sehen, das am Strand liegt. Und obwohl das eine scheinbar herrlich entspannende Atmosphäre ist, versuchen sie im abgelichteten Moment - natürlich mit Selfie-Stick - ein Social Media-taugliches Foto zu schießen.
Las Vegas Records
„No Intention Of Changing The World“ heißt das erste Album von Lex Audrey. Es erscheint via Las Vegas Records.
Wer die beiden sind, weiß auch die Band nicht. Das Foto haben sie aus dem endlosen Internet gefischt und so anonym das hier aussieht, bildet es gleichzeitig eine ganze Generation und ihren Realitätssinn ab.
Lex Audrey ist ein Trio aus Oberösterreich: Niklas Pichler, Patrick Pillichshammer und Lukas Staudinger sind gemeinsam ins Musikgymnasium in Linz gegangen und haben auch zuvor schon in gemeinsamen Bands gespielt (u.a. Loving.The.Alien").
Vor gut eineinhalb Jahren ist die neue Formation, Lex Audrey, beim Wiener Label Las Vegas untergekommen und hat dort auch die erste EP „Godgiven“ veröffentlicht. Elektronische Popexperimente, Soundschnipsel-Spielereien, Vocoder-Spielplatz. Die gleichnamige Single „Godgiven“ ist als das beste Stück schön und schmerzvoll, eine dunkle Ballade übers loslassen Wollen, aber nicht können - die verlorene Liebe eben.

Samstag, 27. Juni 2020

MICHAEL FRANK

Zwölf Lieder (1977)
Zwölf Lieder

An der Grenze zum Beton (1978)
An der Grenze zum Beton

Problemkind (1983)
 Problemkind

wurde 1953 als zweites von insgesamt vier Kindern eines Arztes und einer Lehrerin in Gumpoldskirchen geboren.
1959 übersiedelte die Familie in den Nachbarort Guntramsdorf, wo Michael auch heute noch lebt.
Nach der Matura wurde er Hauptschullehrer für Deutsch und Leibesübungen und übte diesen Beruf bis 2002, also insgesamt 26 Jahre lang aus.
Heute widmet sich der Künstler fast ausschließlich der Musik, insbesondere der Liedermacherei.
Bisher sind 6 CDs von ihm erschienen, eine siebente ist gerade in Arbeit (siehe Discographie).
Zu den wichtigsten der vielen Live-Auftritte von Michael Frank zählen wohl jene im Wiener Jazzland sowie die Gigs im Wiener Metropol (Vorprogramm zu Donovan).
Bisher gibt es zirka 300 Frank-Lieder.
Abgesehen von jenen, welche auf eigenen Platten (CDs sind ja auch Platten, nur halt relativ kleine) veröffentlicht wurden, finden sich etliche Songs auch auf CDs von zB. Karl Merkatz oder in einigen Programmen des Kabaretts „Brennesseln“.

Freitag, 26. Juni 2020

Löven - Anananda (2019)

Anananda

Sänger und Songschreiber Sami Fischer wurde 1982 als Sohn eines österreichischen Pfarrers und einer britischen Missionarin in einem kleinen Dorf in Oberösterreich geboren. Entgegen dem, was man sich als Lebensweg unter diesen Voraussetzungen vorgestellt hätte, endete allerdings nichts in "Der Friede sei mit dir". Der Vater verlässt die Familie als Sami gerade fünf Jahre alt ist, Mutter und Kinder müssen über Nacht vom Land in die Großstadt übersiedeln, denn eine geschiedene Frau Pfarrer ist im Dorf nicht mehr willkommen.
In Wien angekommen versucht die Mutter ohne Geld und ohne Job im Frauenhaus unterzukommen. Sie wird abgelehnt. Es beginnt ein langer, steiniger Weg und eine schwere Kindheit führt zu einer schweren Jugend, in der die inneren Konflikte und unterdrückten Gefühle ihren Ausbruch suchen. Den positiven Gegenpol zu zahllosen Schlägerein, Diebstählen und den "väterlichen" Züchtigungen diverser Männer aus dem Kirchengemeindenverbund findet Sami schon früh in der Musik.
Er fängt mit vier Jahren an Klavier zu lernen, mit acht Gitarre und als Teenager beginnt er Songs zu  schreiben. Mit 18 wird er als talentierter Songwriter von einem Musik Produzenten entdeckt. Es folgen Songs für österreichische Künstler, TV Sendungen und fürs Radio. Sami spielt kontinuierlich in eigenen Bands, beginnt nach der Schule zu touren und gründet zusammen mit den Zwillingen Gregor und Paul Sailer die Alternativerock-Band My Glorious.
Die beiden kommen aus Niederösterreich, aus gutbürgerlichem Haus und sagen über die Beziehung zu Sami: "Hätten wir uns nicht über die Musik gefunden, wir wären niemals Freunde geworden. Sami hätte uns in der Schulzeit im Mistkübel versenkt". Aber Gregor und Paul bringen etwas mit das Sami noch nicht kennt - Stabilität.So entwickelt sich aus einer beständig wachsenden Freundschaft auch eine intensive musikalische Zusammenarbeit. Über 10 Jahre hinweg schreiben, produzieren und touren die drei miteinander. My Glorious bekommt einige Auszeichnungen, produziert in Kalifornien Alben mit starproduzentin Sylvia Massy und tourt europaweit sowie in den USA. So richtig vom Boden kommt die Band allerdings nicht, so beschließen die drei Musiker 2016 auf Reset zu drücken. Sie gründen 2016 eine neue Band, nehmen sich zwei Jahre Zeit um etwas völlig neues, deutschsprachiges zu erschaffen und erfinden zusammen mit dem Produzentenduo "Popmaché" aus Wien, LÖVEN.Einige Zeit vergeht in der Suche nach dem Sound, für den der LÖVE stehen möchte. Die erste Single „Anananda“ kleidet sich in Beats, Bässen, Dance und Pop. Noch vor Release im März 2019 wird der Track vom österreichischen Jugendsender FM4 entdeckt und gleich in Rotation genommen.Anananda hält sich 5 Wochen in den FM4 Charts und 9 Wochen in den Radio Soundportal Charts, in denen der Song 2 Wochen lang Platz 1 belegt. Eine gute handvoll deutscher College Radios verliebt sich ebenfalls in den Track und nimmt ihn ins Programm. In den Radio Soundportal Jahrescharts erreicht „Anananda“ Platz 56.Die zweite Single „Immer mehr immer mehr“ released die Band im September 2019, das Musikvideo wird von DIFFUS! exklusiv präsentiert und der Song landet prompt bei FM4 in der Rotation. Wiederum steigt die Single in die FM4 Charts ein, und bleibt dort 4 Wochen, etwas später auch in die Radio Soundportal Charts wo die Single 8 Wochen bleibt. Auch „Immer mehr immer mehr“ schafft es in einige deutsche Collegeradios.

Donnerstag, 25. Juni 2020

OUTIE & LEE

Wie die Adler (1990) (1990)
Wie die Adler

Feuerpfeil (2000)
 Feuerpfeil 
 
Zwei starke Stimmen – erdig – ehrlich – ausdrucksvoll – kompromisslos –verliebt – Natur pur – Musik mit Feeling und Tiefgang – Konzerte mit einer unvergesslichen Atmosphäre – Texte die vom Wesentlichen sprechen – CDs die einfach anders klingen.
Gitarre, Mandoline, irische Flöte, Indianertrommel, Cajon.
Musik für die Konzertbühne und für private Feierlichkeiten.
Lieder für Menschen, denen Werte wichtig sind.
Songtexte über Liebe, Glaube, Natur, Frieden und Freiheit auf Deutsch, Englisch, Finnisch und Kärntnerisch.
Die finnische Gospelsängerin Outi Terho und der „Kärntner Ureinwohner“ Leander Müller lernten einander am 12. August 1987 in Holland kennen und heirateten am 21. November. Kurz darauf gründeten sie das Duo Outi & Lee und machten so ihr Hobby zum Beruf. Seither versuchen die beiden Jesus-Freaks Liebe, Glaube und Musik ganzheitlich zu leben – begeistert und dankbar.
12 CD-Produktionen und über 2000 Live-Auftritte in 15 Ländern (Albanien, Deutschland, Dänemark, Finnland, Holland, Italien, Kroatien, Norwegen, Schweiz, Slowenien, Slowakei, Spanien, Ungarn, USA und Österreich).
Singer-Songwriter-Klänge zwischen Gospel, Folk, Blues, Reggae und Ethno. Das Markenzeichen von Outi & Lee ist die Botschaft ihrer Lieder.

Mittwoch, 24. Juni 2020

Micky Mosa - Take Me As I Am (2019)

Take Me As I Am

Micky Mosa - mit richtigem Namen Ing. Michael Moser - ist ein niederösterreichischer Songwriter, der im Jahr 1973 im schönen Laxenburg zur Welt kam. Schon seit vielen Jahren ist er begeisterter Musiker, durch seine zeitintensive berufliche Tätigkeit im Immobilienwesen musste diese Leidenschaft aber oft hinten angestellt werden.
2017 hat Micky letztendlich die ersten Demo-Tapes an seinen Freund und Mentor Hannes Bartsch - bekannt durch Blind Petition - zum Probehören überreicht. Und sie haben ihn in dem Moment überzeugt.
Nach knapp zwei Jahren, Anfang 2019, war es dann soweit, und die erste Single "This Dream Could Come True" wurde veröffentlicht. Mittlerweile ist bereits das komplette Album erschienen, und Mickys "Dream" wurde somit tatsächlich wahr.
All Songs Composed by Michael Moser & Alexander Munkas
All Lyrics by Michael Moser & Harald Bartsch
Produced by Alex Munkas
Produktionsleitung: Hannes Bartsch
Keyboards & Bass: Max Tschida
Additional Keys: Michael Moser
E-Guitars: David Strohmeier
Akustic Guitars & DrProg: Alex Munkas
Vocals: David Strohmeier
Vocals: Anna Brait
Harp: Bertl Bartsch

Dienstag, 23. Juni 2020

Peter Schrammel feat. Stella Jones - Blues (2019)

Blues

“Würden die Schrammeln heute Musik machen – es wäre bestimmt Blues” so Peter Schrammel, der Urenkel von Johann Schrammel, Mitbegründer des legendären Schrammel-Quartetts. Peter bekam die Liebe zur Musik in die Wiege gelegt und verschrieb sich, trotz klassischer Ausbildung am Klavier und Cello, schon in jungen Jahren in eigenen Bands dem Jazz.
Nach der Matura strebte er eine akademische Laufbahn an, promovierte 1969 zum “Doktor juris”, inskribierte jedoch bald danach im Institut für Jazz am Wiener Konservatorium. 1980 heiratete er die Sängerin Christine Jones und gemeinsam gründeten die beiden das JONESMOBILE, auf dem Debutalbum gaben sich heimische Szenegrößen wie Karl Ratzer, Hans Salomon, Fritz Pauer und Richard Österreicher die Studioklinke in die Hand. Die als Christine Zacher in Wien geborene Christine Jones hatte da bereits eine internationale Karriere am Laufen und sich auch als Songwriterin einen Namen gemacht.
Das vorliegende Album war für Peter Schrammel langgehegte Herzensangelegenheit und beim Zusammenstellen des “Schrammel-Songbooks” war klar, dass der Schwerpunkt auf Liedern seiner 2017 verstorbenen Frau liegen würde, die niemand hätte besser interpretieren können als ihre Tochter Stella Jones, die bereits selbst international höchst erfolgreich zugange ist. Die JONESMOBILE-Songs wurden von Stella, dem Produzenten Peter Strutzenberger und Hermann Posch, der neben den Gitarrenparts auch einige Kompositionen beisteuerte, neu arrangiert, der wunderbare Blues “Going To Paris” oder das filigran funkige “LSD Cooking” haben nie besser geklungen.

Montag, 22. Juni 2020

Mira Lu Kovacs & Clemens Wenger - The Urge Of Night (Live) (2019)

The Urge Of Night

Die Singer-Songwriterin Mira Lu Kovacs ist die Stimme einer Generation österreichischer Musikerinnen und Musiker, die eine neue Qualität in die heimische (Pop-)Musik gebracht haben. Emotional fesselnd und zugleich durchdacht entziehen sich die Klänge ihrer Formationen Schmieds Puls und 5K HD allen Schubladen. Das ist einerseits wohl dem musikalischen Hintergrund Mira Lu Kovacs’, die in Klassik, Jazz und Elektronik ausgebildet wurde, zu verdanken, andererseits aber vor allem auch dem freien Geist der Sängerin. Virtuosität und Intuition an Instrument und Stimme, konterkariert von mitunter bis zum Anschlag ausgereizter Direktheit in den Lyrics, trifft bei ihr auf den Mut, mit einer gewissen Schrägheit den vorhandenen Pop-Appeal in die Zukunft zu ziehen. In den vergangenen Jahren hat sich die Musikerin durch ihr selbstbewusstes Auftreten auf und abseits der Bühne in das Gedächtnis der musikinteressierten Öffentlichkeit fest eingeschrieben. Unter dem Namen Schmieds Puls veröffentlichte sie 2013 ("Play Dead") das erste von drei außergewöhnlichen Alben im Trio-Format. Es folgten "I Care A Little Less About Everything Now" (2015), das mit dem Amadeus Award ausgezeichnet wurde, und das betörende "Manic Acid Love" (2018). Dabei galt und gilt bei Mira Lu Kovacs jeder erreichte Meilenstein immer als Ausgangspunkt für die nächste Entwicklungsstufe: neue Stücke, neue Formen, neue Möglichkeiten. Nicht umsonst kollaboriert sie immer wieder leidenschaftlich mit Kolleginnen und Kollegen – etwa in der aufregenden Experimental-Pop-Formation 5K HD oder auch als Gitarren-Verstärkung der ‘Supergroup’ My Ugly Clementine. Darüber hinaus spielt sie in ungewöhnlichen Theaterproduktionen ("Ganymed in Love"), eröffnete 2018 die Wiener Festwochen, kuratierte im vergangenen Jahr das Wiener Popfest und setzte außerdem die Österreichische Galerie Belvedere akustisch in Szene.

 Clemens Wenger hat mit 37 Jahren eine dicht gefüllte Musikgeschichte als Gründer und Leiter der JazzWerkstatt Wien, als ein Kopf der Wiener Soul-Band 5/8erl in Ehr'n und als gefragter Komponist und Musiker in Projekten rund um zeitgenössischen Jazz, Pop und elektronische Musik. Er beschäftigt sich sowohl mit traditioneller Komposition und Instrumentierung akustischer Instrumente als auch mit progressivem digitalem Sounddesign. Zuletzt hat Wenger das Ö1 Kompositionsstipendium und den Kulturpreis des Landes Niederösterreich erhalten, sein erstes Soloalbum "Neapel" veröffentlicht und mehrere Bühnenmusiken fürs Theater geschrieben, u.a. die viel beachtete und für die Komposition gepriesene Inszenierung "Schöne Neue Welt" am Münchner Volkstheater. Mit Mira Lu Kovacs verbindet Wenger eine langjährige Freundschaft und Zusammenarbeit. So arrangierte er etwa ihre Kompositionen für das Programm "The Urge of Night" für ein zehnköpfiges Ensemble komplett neu. In seinem Solo-Teil des Abends wird er einige neue Stücke und Improvisationen mit Klavier und Elektronik spielen.

Sonntag, 21. Juni 2020

JULEAH

"Sehr bunt und schimmernd, wirbelnd, wie ein leuchtender Drehwurm wandern Spiralen durch Bild. One-woman-Psychedelia ist vielleicht keine eigenständige Musikrichtung, aber tatsächlich ist Juleah eine österreichische Musikerin, die mit elektrischer Gitarre und endlich einmal ohne Schlafzimmerstimme sondern mit angerauten Gesang eine schöne Reise durchs Land der bunten Pillen unternimmt. Zu Hören gibt es auf ihrem aktuellen Mini-Album “Entangled And Entwined” eine wundersame Mixtur aus Psychedelic, Blues und Dream-Pop. Der Wohlfühlfaktor beim Hören der Songs ist groß, es funkelt und glitzert, der Hall hat Oberwasser. Sparsame Instrumentierung, singende Gitarre und schleppende Percussions, melancholische Momente und verträumte Augenblicke. Gelesen habe ich von Vergleichen mit Mazzy Star und Shoegazern wie Ride, ich mag nicht widersprechen.
Was die junge Dame so ganz allein an psychedelischen Klangwelten entwirft, ist beeindruckend. "

 Juleah (EP 2012)
 Juleah

Entangled And Entwined (2013)
 Entangled And Entwined

 Shimmering Road (2013)
 Shimmering Road

Melt Inside The Sun (2015)
 Melt Inside The Sun

 Desert Skies (2019)

Desert Skies
Dystopien unterschiedlichster Art stehen in der Kunst derzeit hoch im Kurs. Die Vorarlberger Musikerin Julia Hummer präsentiert mit ihrer von Stimmungen und Sounds geprägten, atmosphärisch-dichten und assoziativ-mäandernden Gitarrenmusik einen luftigen, warm und freundlich klingenden Gegenentwurf.
Entspannte Lässigkeit und ein unaufdringlich-sanfter Flow der Gleichförmigkeit bilden das Zentrum der zehn Songs auf "Desert Skies". Diese Musik gräbt sich langsam und doch eindringlich ins Unterbewusstsein des Hörers. Juleah setzt in ihrer Musik nicht auf vordergründige Reize, sondern auf die Verknüpfung von Stimmungen, Sounds und Klanglandschaften. Ganz vorsichtig, aber stets wohlklingend schälen sich aus den zerfließenden Melodien mit Vibes und Groove ausgestattete Songs - kunstvoll und einnehmend zugleich.
Der lässig-beiläufige Gesang von Juleah gibt den Songs eine besondere Note, das Zusammenspiel der Band - Henry Galehr (Gitarre), David Stecher (Bass) und Alexander Walser (Schlagzeug) - stattet die Songs mit ordentlich Hall, Rauschen und Echo aus. Obwohl Juleah auf ihrem mittlerweile dritten Album nahtlos an ihren Trademark-Sound anschließt - ein Mix aus verhuschtem Dreampop, dezenter Psychedelik, Westcoastsound und verhaltener Britpop-Anmutung mit Shoegaze-Touch -, überrascht sie mit mehr Dynamik, Drive und größerer Emotionalität.
Trotzdem erinnern die Songs weniger an reißende Sturmböen als an angenehm-laue Sommerwinde - auch der Albumtitel "Desert Skies" verweist auf musikalische Wohlfühloasen: Die in der Mehrzahl gelassenen Songs ziehen an der Hörerschaft vorüber wie der Himmel, wenn man ihn aus dem Zugfenster betrachtet.

Samstag, 20. Juni 2020

DIVES

Dives (EP 2017)
Dives

Teenage Years Are Over (2019)
 Teenage Years Are Over

Drei Jahre ist es nun her, dass sich Tamara Leichtfried, Viktoria Kirner und Dora De Goederen auf dem Pink Noise Girls Rock Camp gefunden und lieben gelernt haben. Drei Jahre, in denen die Band Dives rastlos in allen Ecken und Enden außerhalb und innerhalb dieses Landes gespielt haben: Als Support-Band von Bilderbuch, AnnenMayKantereit, Courtney Barnett, Franz Ferdinand u.a., als Demo-Band in der legendären Ibiza-Woche auf dem Vengabus, in Punkschuppen oder als Popfest-Opener 2018.
Nach diesen ganz unterschiedlichen Konzerterfahrungen, längeren und kürzeren Tourneen und Festivalabstechern sind Dives eingespielt, was man auch auf ihrem ersten Album hört. Wenn man es ganz genau nimmt, ist „Teenage Years Are Over“ allerdings nicht der erste Dives-Release. 2017 überzeugten sie schon mit einer selbstbetitelten EP. Fühlt sich das Album jetzt trotzdem wie ein Debüt an? „Es ist definitiv überlegter als die EP vor zwei Jahren. Damals haben wir einfach alles, was wir spielen konnten, in einem dunklen Keller aufgenommen und überlegt, ob wir’s vielleicht einfach auf Bandcamp stellen“, erklärt Bassistin Viktoria Kirner. Dass die EP daraus entstanden ist und dann so ein Erfolg wurde, war eine erfreuliche Überraschung. „Teenage Years Are Over“ ist für Dives auf jeden Fall ihr Debüt und fühlt sich wie ein weiterer Schritt an. Und das hat gleich mehrere Gründe.
Siluh Records
Das Debütalbum „Teenage Years Are Over“ von Dives ist via Siluh Records erschienen. Gefeiert wird am 23. November im Wiener Fluc, gemeinsam mit Szene-Freund*innen wie Clara Luzia, Absatz1, Euroteuro, Just Friends and Lovers, Tents uvm.
Ein wichtiger Faktor für die Produktion vom Debüt war Zeit. Gemeinsam mit Wolfgang Möstl ging es mit zwei Recording-Blöcken im Februar und im Juli ins Studio. Der Produzent und Noise-Szene-Tausendsassa (Mile Me Deaf, Sex Jams, Killed By 9V Batteries) war auch schon bei der EP mit im Dives-Boot. „Es war nicht so, dass wir einen Producer gesucht haben, der uns erklärt wie wir am besten einen erfolgreichen Song schreiben. Sondern Wolfgang Möstl hat uns immer sehr viel Freiheit gelassen und uns gleichzeitig auch genau in den richtigen Momenten beraten.“
Wie Phoenix aus der Teenager-Asche
Obwohl alle zehn Songs am Album für sich stehen, abgeschlossen sind und nicht in vernebelten Fade-Outs und Fade-Ins ineinander übergehen, fühlt sich das Dives-Debüt sehr nach Konzept an. Der Albumtitel zieht sich thematisch durch alle Nummern und ist keine nostalgische Resignation, sondern eher eine ermächtigte Phoenix-Aus-Der-Asche-Ansage. „Zu sich selbst stehen und eine gewisse Stärke in sich finden, herausfinden was man eigentlich will und braucht – das ist oft etwas, woran’s einem als Teenager fehlt“ , erklärt Drummerin Dora De Goederen. Dives sprechen sich gegen den verklärten Blick auf die Teenagertage aus, die viel zu sehr romantisiert werden. „Diese Idealisierung ist eigentlich total komisch, denn für viele ist diese Zeit sehr schwierig. Man kann wirklich froh sein, wenn das endlich vorbei ist.“ Viktoria Kirner fügt hinzu: „Auch dieses arge Glorifizieren in der Popkultur und in Popsongs – damit reicht’s jetzt endlich mal!“
Alte Bekannte und neue Perlen
Das Erwachsenwerden lässt sich auch auf den musikalischen Schaffensprozess der Dives ummünzen. „Unser Anfang war sehr geprägt von ersten Schritten an neuen Instrumenten. Wir sind vor sehr vielen Unsicherheiten gestanden und wir wussten nicht genau wohin. Und jetzt gibt es das Album und jetzt wissen wir wohin!“ Für die musikalische Entwicklung waren auch ganz bestimmte Songs wichtig. Wer die EP aus dem Jahr 2017 kennt, wird auf „Teenage Years Are Over“ einen alten, Hit-verdächtigen Bekannten treffen: Der Loop-Song „Tomorrow“ ist auch auf dem Debüt vertreten. Das war eine sehr bewusste und auf der Hand liegende Entscheidung für die Band. „Die Soundrichtung, die wir damals auf „Tomorrow“ vorgegeben haben, war sehr prägend. Er war der erste Schritt zur Dives-Soundfindung, die erste Konstante in unserem Repertoire. Vollständigkeitshalber musste er auf das Album, der Song ist Dives und der Song ist unser Debüt.“
Ein gelooptes Gitarren-Riff als Grundbasis, eine jaulend-hohe E-Gitarre zum Drüberstreuen, der mittlerweile charakteristische zweistimmige Gesang von Tamara Leichtfried und Viktoria Kirner, eine bittersüße Melancholie zwischen den Zeilen. Das sind musikalische Elemente, die sich auch auf den neuen Debüt-Tracks verbergen. Eine besondere Perle ist zum Beispiel „Stay Right Here“. Während ein treibender Bass und eine surfige Gitarre dahinfließen, offenbart sich ein zerbrechlicher Text übers erste Mal jemanden vertrauen zu lernen, auch einer dieser Prozesse, den man sich mit den Teenagerjahren erkämpfen muss. Da hilft es schon ein bisschen, wenn Dives Sicherheit anbieten: „I can be your safe place.“
Ganz andere Töne schlagen die drei Musikerinnen bei Songs wie „Looking For A Fight“ an. Garagiger, härter und eben immerzu „up for a fight“. Auch noch sehr gut: Wenn auf „Drinking Paradise“, der letzten Nummer des Albums, Nicki Minaj zitiert wird: „The bridges that we built, we burn.“ Dives dürfen jegliche Brücken abfackeln, solange sie es mit einem Soundtrack wie ihrem Album „Teenage Years Are Over“ tun. Jede Nummer ist am richtigen Platz, von Lückenfüllern fehlt jede Spur. Dives sind mit ihrem Debüt musikalisch erwachsen geworden und das macht nach dem Hunde-Alter-Prinzip auch Sinn: Wenn man Bandjahre wie Hundejahre – also 7 Jahre – berechnet, sind Dives heuer 21 geworden. Also auch in internationalen Gewässern endlich erwachsen.

Freitag, 19. Juni 2020

GOSPEL DATING SERVICE

Champagne (2016)
Champagne

 Sun Over Moon (2019)
 Sun Over Moon

Die lässigen Dandies sind zurück!
Ganz in gelb-orange gebettet, enthüllen die drei Wahlwiener nach ihrem Debütalbum „CHAMPAGNE“, nun endlich ihr zweites Album „SUN OVER MOON“  Ein Album, das den Gospel’schen Sound – nach der jung-revoltierenden Leichtigkeit des Überschwangs der Debütsongs – nun erwachsener, reifer und optimistischer denn je wirken lässt.
Das Farbspiel ist nicht nur zu sehen, sondern auch zu hören: Orange ist die Farbe der Lebensfreude, des Vergnügens, der Energie. Gelb steht für den Verstand, die scharfen Beobachtungen. Alles Attribute, die Gospel Dating Service mit Haut und Haar aufgesogen und nun in Form eines Zehnenders mit Stolzer Brust präsentieren.
Hinter jedem der zehn Tracks verbirgt sich eine komplexe Schwere, die aber gleichsam in einer erregenden Leichtigkeit daherspaziert und so im Vorbeigehen den Hörer mitnimmt:
Die Lyrics pulsieren und bewegen sich im Spannungsfeld der Gefühlsängste. Unüberwindbare Unsicherheiten, Furcht vor intimer Nähe und Unverständnis vielgestaltiger, gesellschaftlicher Verhaltens-Codizes drängen sich in den Vordergrund. Demgegenüber stehen Sehnsüchte und Wünsche, individuelle, als auch allgemein übertragbare und das große Thema der Weiterentwicklung.
 
Eine dreiköpfige Band aus Wien, die seit 2012 zusammen spielt und klanglich irgendwo zwischen Indie und Soul zuhause ist.
Hinter dem klingenden Namen versteckt sich keinesfalls ein Gospelchor und sicherlich kein ‚Tinder‘-Ersatz für Arme. Gospel Dating Service (‚GDS‘) – das sind Christoph Ertl (Keys/Vox), David Resch (Bass) und David Ruhmer (Drums) – bedeutet gefühlvollen Soul, mitreißende Refrains und groovige Up-Tempo Rhythmen. Ungewöhnlich dabei: Das Trio verzichtet trotz seines Indie-Sounds komplett auf Gitarren. Hier treffen belebte Beats auf eine gelungene Auswahl an körnigen Synth- und Basseffekten und laden so unmissverständlich zum Tanz ein. Die hellklingende Stimme von Frontman Ertl fährt dank energischer Expression durch Mark und Bein und gibt dem Sound von ‚GDS‘ den letzten Schliff.
Christoph Ertl - Vocals/Keys
David Resch - Bass
David Ruhmer - Drums

Donnerstag, 18. Juni 2020

PÄM - PÄM (2019)

PÄM


Seit 2016 stehen die vier MusikerInnen Pamela Pum, Dominic Mayerhofer, Lukas Husak und Benjamin Felbermayer gemeinsam auf der Bühne.
Nach etlichen Live-Auftritten, einigen Single-Auskopplungen und Videoproduktionen war die Richtung, in die es gehen soll, klar: Sich mit ihren ehrlich-sozialkritischen, österreichischen Texten Gehör verschaffen.
Die stimmstarke Frontfrau der Band, Pam, verkörpert alles, wofür die Band steht – nachdrücklich die eigene Meinung vertreten, zu sich selbst stehen und das zu sagen, was sich andere nicht trauen. PÄM greifen gesellschaftliche Themen auf, ohne darüber nachzudenken, ob man das darf.
PÄM stehen für aussagekräftige Musik und eine geballte Ladung Spaß am Leben. Mit im Gepäck sind immer lebensnahe Themen, die mitreißen. Ihre erste Single „Egal“, bringt ein gesellschaftliches Thema klar auf den Punkt: Du bist ideal.

Mittwoch, 17. Juni 2020

The Buffalo Bells - Das Leben ist ein Wunschkonzert (2019)

Das Leben ist ein Wunschkonzert

The Buffalo Bells sind in der österreichischen Musikszene längst keine Unbekannten mehr. Nach dem Gewinn des Austrian Country Music Awards im Jahr 2014 folgten Touren durch Österreich, Tschechien und Deutschland. 2016 begab man sich mit einer Gefängnis Tour auf die Spuren von Johnny Cash persönlich, bevor es dann 2017 mit dem Video zu ihrer Single „Sex On TV“ mit der italienischen Medienpersönlichkeit Paola Saulino quer durch die Titelseiten von nationalen und internationalen Zeitungen ging. Über 100.000 Klicks auf Youtube und ebenso viele Kilometer auf dem Tourbus Tacho später setzen The Buffalo Bells mit ihrem neuen Album “Das Leben ist ein Wunschkonzert”, das seit März 2019 auch im internationalen Handel erhältlich ist dem Ganzen endgültig die sprichwörtlichen Hörner auf – Rock’n’Country aus dem Mostviertel erstmals komplett auf Deutsch.

Dienstag, 16. Juni 2020

FRANZ FUEXE

 Nihilismus 0.0 (2015)
 Nihilismus 0.0

Die Neue Unordnung (2017)
 Die Neue Unordnung

Fuexe _ Musik (2019)


Fuexe _ Musik

aka GUSTAV GAENSE aka PETER PILZE aka DONALD DAXE

„Jeden Tog da söwe Scheiß und dazwischen is fad“, aber nicht wenn FRANZ FUEXE durch die Lautsprecher knallen.

FRANZ FUEXE, 2012 gegründet, sind eine österreichische Crossover Punk Band, die mit einem musikalischen Brecheisen und provokanten Texten im Mosviertler Dialekt Szenegrenzen einreißen.
2014 belästigten die FUEXE die Welt mit ihrem ersten Album „Nihilismus 0.0“, das von international renommierten Musikmagazinen durchwegs gelobt wurde.
Für 2016 ist das zweite Album der Band mit dem Namen „Die Neue Unordnung“ angekündigt. (Ge: Februar 2017 sollte es dann werden)
Produziert wurded das Goldstück wieder von Sebastian „Zebo“ Adam (Bilderbuch, Beatsteaks, Russkaja…).
Live wird mit dem Puplikum genau so schonungslos umgegenagen wie mit sich selbst. Genau wie bei der Musik vermischen sich auch im Publikum die Szenen, sodass im FUEXE-Pit der Sandler auf den Universitätsprofessor

Montag, 15. Juni 2020

Das Getränk - Leb Amoi! (2019)

Leb Amoi!

Instagram und Facebook, unsere täglichen Begleiter lassen uns blind durch das Leben eilen und dabei ziehen die schönsten Momente nur noch durch die Linse der Handykamera an uns vorbei. Hektisch vergessen wir beim verzweifelten Versuch alles einzufangen auf das Wesentlichste. Leb amoi! erzählt die Antithese zum Social Media Lifestyle. Leb amoi! ist die Aufforderung das Handy zur Seite zu legen und endlich das Leben in allen Facetten zu spüren. Leb amoi! am schönsten ist es immer noch in echt.
Mitglieder der Band
Raphi: Gesang / Gitarre
Joschi: Gitarre / Gesang
Luki: Bass / Gesang
Topfpflanze: Schlagzeug
 
Vier Jungs aus dem Raum Graz fanden sich 2011 mit dem Ziel zusammen, den Austropophimmel zu erklimmen. Geradlinigkeit in Musik und Aussage ist seither die Devise von „Das Getränk“. Selbstkomponierte Mundarttexte – gekonnt verpackt in Pop und Rock’n’Roll – diese Attribute kennzeichnen den unverkennbaren Sound, der Jung und Alt begeistert. Die Lieder erzählen ihre ganz eigenen Geschichten aus dem Leben. Manchmal kritisch, manchmal humoristisch, dann wieder gedankenvoll und einfühlsam. Aber immer so, dass sie ins Ohr gehen und dort auch bleiben.

Sonntag, 14. Juni 2020

HANNAH (Petra Lechner)

Es Muss Aussa (2011)
Es Muss Aussa

 Weiber, es isch Zeit! (2013)
 Weiber, es isch Zeit!

 Aufstieg (2016)
 Aufstieg

 Kinder vom Land (2019)
 Kinder vom Land

Hannah (eigentlich Petra Lechner; geboren am 3. Mai 1981 in Hall in Tirol)[1] ist eine österreichische Schlagersängerin aus Mils bei Hall in Tirol, die in der Mundart ihrer Heimat singt.
Hannah machte eine Gesangsausbildung in Rock/Pop-Musik an der Powervoice Academy in Hannover und arbeitete lange als Vocal-Coach und professionelle Sängerin.[2] Ihre eigene Schlagerkarriere begann 2011 mit 29 Jahren mit dem Album Es muss außa, das in ihrer Heimat ein Achtungserfolg wurde. Der Durchbruch kam dann zwei Jahre später mit Album Nummer zwei. Weiber, es isch Zeit! stieg auf Platz 3 ein und hielt sich mit Unterbrechungen mehr als zwei Jahre in den österreichischen Albumcharts. Produziert wurde das Album von Willy Willmann, den Hannah am 7. Juli 2014 in Kitzbühel heiratete. Sie hat zwei Kinder aus einer früheren Beziehung. 

Samstag, 13. Juni 2020

Granzzla - Songs From The Deaf (2019)

Songs From The Deaf

Granzzla & Niklas über sich
Songs from the Deaf - Musik von Derrischen: Lieder + Gebärdensprache

Granzzla & Niklas - beide seit Kindheit schwerhörig/gehörlos und dennoch der Musik verbunden. Die musikalische Palette reicht von (Anti-) Folk bis Reggae über Pop, versetzt mit Texten über Systemkritik, Gehörlosigkeit und Zwischenmenschliches. Auf der Bühne wird dazu live gebärdet. Das Projekt versteht sich auch als Beitrag zur Inklusion von Hörbehinderten in der Musik.
Michi Erleracc. guit.


Markus «Dude» Kranzlervoc., Cajon, acc. guit.


Nicci Niklas

Gebärden-Performance
 

Freitag, 12. Juni 2020

Luflei - Sonnensaite (2019)

Sonnensaite

Hebt ab und begleitet uns auf einer Reise voller Träume, Leidenschaft und Lebensfreude. Diese und andere aus dem Leben gegriffene Themen wie Freundschaft, Liebe sowie Sehnsucht erwarten Euch bei den von Sänger Lukas selbst geschriebenen und größtenteils deutschsprachigen Liedern.
Seid dabei und spürt die Energie, wenn luflei musikalisch Lebensfreude, Spaß, Unbeschwertheit und Leichtigkeit vermittelt, dabei aber auch nicht auf die ernsten Themen im Leben vergisst.
Lasst Euch mitreißen – am besten bei einem der einzigartigen Konzerte, der ultimativen luflei-Erfahrung. Erlebt luflei auf einer emotionalen Achterbahnfahrt: Lasst Euch gehen, fallen oder inspirieren – haltet inne, vergesst die Sorgen und feiert mit uns das Leben.
Werdet Teil von einem Projekt, das sich von anderen abhebt und einem „Drehbuch, wie es nicht einmal das Leben schreibt“.
 Sänger Lukas von luflei widmet sich in seinen selbst geschriebenen Liedern aus dem Leben gegriffenen Themen wie Träumen, Leidenschaft, Freundschaft, Liebe und Sehnsucht. Werdet Teil von einem Projekt, das sich von anderen abhebt!

Donnerstag, 11. Juni 2020

Mini & Claus - Gestatten,Mini & Claus (2019)

Gestatten,Mini & Claus

Ja Grüß´Sie Gott ihr lieben Freunde, wir spielen heute für Sie auf!
Wer uns ned kennt, deaf ma uns vorstelln – wir san da Mini und da Claus.

Schönen Abend geschätzte Gäste, seit zu Hauf heut alle hier,
wollt sicher wissen wos heit g´spüt wird!?
Wir san genauso g´spaunnt wie ihr…………….
Genau das ist das Motto der beiden Musikanten.
Schauma moi wos passiert – oda es passiert wos, dass olle schauen!
Ihre Lieder sprühen vor Lebenslust, Freude und Energie. Auch Tiefgründiges, Ironie und Witz finden dabei ihren Platz.
Neben diesen werden verschiedenste Lieder geCOVERt und mit eigenen Texten neu interpretiert.
Live ein Garant für unübertreffliche Stimmung und lachende Gesichter, wird es Sie jetzt auch zuhause oder unterwegs von den Sesseln fetzen und Ihren Stimmmuskeln einen Kater bescheren, wenn es heißt:
„Gestatten, Mini & Claus“

Dienstag, 9. Juni 2020

Christian De Lellis - La Dolce Vita (2019)

 

Ist Liedermacher aus Österreich
Macht charmanten Mundart-Pop
Hat italienische Wurzeln
 „Viele Lieder von LA DOLCE VITA habe ich schon vor einigen Jahren geschrieben. Musikalisch, aber auch persönlich, hatte ich seither eine intensive Zeit voller Veränderungen und wertvoller Erfahrungen.
Ich habe gemeinsam mit meinem guten Freund und Co-Produzenten Hartmut Pfannmüller am Feinschliff der Songs gearbeitet.
So ist letztendlich ein Album dabei herausgekommen, auf das ich sehr stolz bin!“
CHOR: Elisabeth Gamauf-Leitner, Clara Montocchio, Teresa Satke DRUMS: Aaron Thier GUITARS: Andreas Fürstner & Dirk Schlag HAMMOND: Patrick Langer HARMONICA: Isabella Krapf KEYBOARDS & HAMMOND: Alexander Meister KEYBOARDS, HAMMOND & MELODICA: Herbert Kopitar KEYBOARDS, FENDER RHODES & MOOG: Franz Kreimer PERCUSSION: Hartmut Pfannmüller RAP VOCALS: Marco Blascetta SAXOPHON: Viola Falb VOCALS & BASS: Christian De Lellis

Montag, 8. Juni 2020

DIE SPRITBUAM

Ganz Schön Bunt (2015)
Ganz Schön Bunt

 Gern håbn tuat guat (2019)
 Gern håbn tuat guat

Wenn man eine Parodie nicht gleich als solche erkennt, man – wie Aug in Aug mit einer Kobra –  von Zweiviertelpolka paralysiert den Pausenknopf nicht findet, dann sind es die höchst professionellen SPRITBUAM, die für eine Berg- und Talfahrt an Körperreaktionen sorgen, wie man sie nur aus „Blairwitch Project“ kennt.
Frecher als Global Kryner, besser als Comedian Harmonists, mit Absicht nicht Fisch und nicht Fleisch, so präsentieren sich die vier jungen Künstler Christoph Bleiberschnig (Gesang, Gitarre), Matthias Liener (Gesang, Akkordeon), Stefan Bleiberschnig (Gesang, „Spritmaschin“) und Martin Eckmann (Tuba) trachtig aufgebrezelt und von Marketenderinnen in Dirndln mit warmherzigen Dekolletés eingerahmt am Cover ihres Debüts.
Von Blasmusikarrangements mit Klarinettenverzierungen von Stefan Mörth bis hin zu Wienerliedern, die dem Praterstern-Billa gewidmet sind, mit Gast Ulli Bäer findet man hier alles Mögliche an nahtlosem Gattungscrossover, wie es nur Könner hinkriegen. Mit viel Schmäh entfalten die Männer ihr Handwerk in erweiterter traditioneller Musik, tragen selbstbewusst ihre Trachten und lassen sich durch missverständliche Interpretationen nicht in schmutzige Ecken stellen.
Ich möchte sagen: Wer reflexartig die CD als „volkstümlichen Schlager“ erkennt, liegt zwar völlig richtig, aber zugleich völlig falsch, denn über Musikgeschmack lässt sich nicht streiten und wenn man nicht unbedingt an Blasmusikarrangements der Sorte „Marc Pircher“ gewöhnt ist, könnte man den fatalen Fehler begehen, dem Tonträger zu wenig Aufmerksamkeit zu schenken.

Sonntag, 7. Juni 2020

SCHEIBSTA & DIE BUBEN

Bist du noch wach (2015)
Bist du noch wach

 Bubenhits '16 (2016)
 Bubenhits '16

Neues (2017)
Neues

Nächstes Kapitel (2019)
 Nächstes Kapitel

Auf unterhaltsame Art und Weise verzaubern Scheibsta & die Buben ihr Publikum und greifen auch gewagt aktuelle Themen bei ihren Auftritten auf. Wer den ein oder anderen Song von FM4 (z.B. „Gerda“) kennt, sollte sich eine der vielen Gelegenheiten nicht entgehen lassen, Scheibsta & die Buben mal im Rahmen eines Konzertes live zu erleben. Von Jazz bis HipHop, vom 3/4 zum 6/10 Takt, von Politik über persönliche Erfahrungen werden quasi alle Musikstile & Themen aufgegriffen die den Künstlern gerade in den Sinn kommen und zur jeweiligen Stimmung passen. "Situationselastisch" beschreibt wohl die Hauptbegabung dieser Gruppe am Besten. Selbst bleibt einem meist nur das Staunen mit welch ausgeprägtem Vokabular die Texte spontan in Sekundenschnelle zur jeweiligen Melodie gereimt werden.
Besetzung
David Binderberger: g
Klaus Brennsteiner: dr
Lukas Pamminger: b
Johann Öttl: tp
Philipp Bernsteiner: keys
Scheibsta: rap

Samstag, 6. Juni 2020

In Memoriam Ide (Christian) Hintze - ide (2019)

ide

Christian Ide Hintze (* 26. Dezember 1953 in Wien; † 10. Februar 2012 ebenda[1]) war ein österreichischer Lyriker und Aktionskünstler, Performance- und Multimediapoet. Er folgte in seinen Arbeiten einer 7-dimensionalen Poetik: akustisch, visuell, literarisch, performativ, interaktiv, infrastrukturell und instruktiv.
Hintze vertrat einen weit gefassten Poesiebegriff, der von den Übergängen zwischen analogen und digalen Techniken geprägt ist. Er war Autor von Aktionen, Installationen und Songs, von Audio-, Video- und Performance-Gedichten, von Zettel-, Plakat- und Buchtexten. Er initiierte mit Sonja Moor, Christian Loidl, Christine Huber und Gertraud Marinelli-König die Schule für Dichtung in Wien und war seit 1992 ihr Direktor. 
Anfänge
Hintze wurde 1953 in Wien-Ottakring geboren, verbrachte seine Kindheit in Salzburg-Taxham und Laßnitzhöhe bei Graz und absolvierte die Matura in Wien-Landstraße. 1972 ging er nach München, arbeitete als Reinigungskraft, Prospektverteiler und Schlüsseldienst für die Olympischen Spiele und zog danach als Straßensänger durch Skandinavien, England, Frankreich und Spanien. Von 1973 bis 1977 studierte er an der Universität Wien Theater- und Kommunikationswissenschaften. 1976 realisierte er im Rahmen der „Szene der Jugend“ in Salzburg das Instant Street Drama „Kundgebung der Anwesenden“ und beteiligte sich in Wien an der Besetzung der ARENA. Im selben Jahr wurde er in Ostberlin von Organen der Volkspolizei wegen Verbreitens von Flugzettelgedichten verhaftet und verhört. 1978 folgte die Verurteilung wegen Beklebens des Wiener Burgtheaters mit Gedichten und Plakaten. Im Zuge seiner Aktionen ergaben sich Bekanntschaften mit H.C. Artmann, Wolfgang Bauer, Ernst Jandl, Friederike Mayröcker und Helmut Seethaler. 1979 wurde der unter der Regie von Alfred Kaiser[2] entstandene Kinofilm „Zetteldämmerung“, ein auf den Straßen Deutschlands und den Niederlanden gedrehtes Portrait des Künstlers, uraufgeführt. 
1980er
In den 1980er Jahren gelangten Hintzes Arbeiten aus dem Bereich „expanded poetry“ vermehrt in den Fokus der internationalen Wahrnehmung. Er verfasste tetralogische Sprachwerke, die aus akustischen, visuellen, literarischen und performativen Elementen bestehen, produzierte Beiträge für Buch-, Tonband-, Video- und CD-Anthologie[3] n und war auf Festivals in Ljubljana, Den Haag, Turin, Tokio, Rio de Janeiro und Bern mit Audio-, Video-, und Performance-Poesie vertreten. Aus Begegnungen mit dem burgenländischen Zeichner und Nervendarsteller Emil Siemeister, dem US-amerikanischen Beat Poeten Allen Ginsberg, dem französischen Audiopoeten Henri Chopin und dem österreichischen Popstar Falco, entwickelten sich langjährige Bekanntschaften und Kollaborationen. 1984 baute Hintze in Wien, im Resselpark nahe der U-Bahn-Station Karlsplatz, einen Dichtertempel. Das Projekt „LI-TE“, eine closed-circuit-Installation im öffentlichen Raum, bestand aus vier Buchstabenskulpturen, einem hölzernen Trompetenkreuz und einer Hütte, in der Hintze drei Wochen lang lebte und arbeitet. Der Tempelbau wurde von der Firma GRUNDIG-Austria gesponsert und war mit drei Live-Kameras und elf Monitoren bestückt, über die 16 Videoloops liefen. 1987 erschien im Kölner Kiepenheuer & Witsch Verlag sein Gedichtebuch „Die goldene Flut“. 
1990er
1990 besuchte Christian Ide Hintze auf Einladung Allen Ginsbergs die „Jack Kerouac School of Disbodied“ Poetics in Boulder, USA, und studierte die Arbeits- und Organisationsprinzipien einer „poetry school“. 1991 gründete er gemeinsam mit Sonja Moor, Christian Loidl, Christine Huber und Gertraud Marinelli-König die Schule für Dichtung in Wien, an der in der Folge H.C. Artmann, Wolfgang Bauer, Gerhard Rühm, Allen Ginsberg, Anne Waldman, Ed Sanders, Inger Christensen, Henri Chopin, Gert Jonke, Blixa Bargeld, Nick Cave, Falco, Sainkho Namtchylak, Marlene Streeruwitz, Robert Schindel, Ayu Utami, Humberto Ak’abal, Peter Rosei, Anne Tardos und viele andere namhafte Autorinnen und Autoren unterrichteten. 1992 erschien die CD „30 Rufe“, auf der Gedichte mit Audio-Samples, Drumcomputer, Solo- und Chorstimmen zu hören sind. 1993 unternahm Hintze auf Einladung Miguel Barnets und des kubanischen Schriftstellerverbands UNEAC eine Lesereise durch Kuba, die ihn nach Havanna, Cienfuegos und Holguín führte. Im selben Jahr unterrichtete er als erster westlicher Autor am Literaturinstitut Nguyen Du in Hanoi (Vietnam). 1996 initiierte er gemeinsam mit Fernando Rendón, Angela Garcia und Gabriel Jaime die Gründung der „escuela de poesía“ in Medellìn, Kolumbien.[4] 1998 realisierte er im Kurbad Oberlaa das Projekt „Schreiben im Wasser“. Hintze wollte herausfinden, ob die phylogenetische Herkunft des Menschen aus dem Wasser etwas mit der Entstehung von Sprache und mit Phänomenen wie Reim und Refrain zu tun hat. 
2000er
2000 erschien die CD „[ampf]“, eine Sammlung von zum Teil sehr kurzen, mit Hilfe der Programme SampleCell und ProTools produzierten asemantischen Audiopoemen. 2004 nahm Hintze an der österreichischen Vorausscheidung zum Eurovision Song Contest teil und erreichte den dritten Platz. Sein Beitrag, der Song „Link Love!,“ ist ein Statement gegen Rassismus und für gegenseitiges kulturelles Verständnis. Der Text besteht aus vielsprachigen Versionen von I love you. Im selben Jahr produzierte er anlässlich „75 Jahre Radio“ gemeinsam mit dem Komponisten Wolfgang Mitterer für den ORF das Auftragswerk „Langsam Mahlen“. 2007 trat Hintze mit einer Auswahl seiner performativen Poesie am Mailänder „Spazio Teatro No'hma“ auf. 2008 entwickelte er die auf Videoclips basierende Online-Plattform „ide7fold“[5], die erstmals eine integrale Darstellung seines Werks in den Kategorien „akustisch, visuell, literarisch, performativ, interaktiv, infrastrukturell“ und „instruktiv“ erlaubte. Die damit zusammenhängende „7-dimensionale Poetik“ (7fold poetics) präsentierte Hintze im November 2008 am finnischen Orivesi College of Art, im Februar 2009 an der Universität von Barcelona und im Oktober 2009 im Rahmen des internationalen Poesiefestivals von Oslo.[6] 2009 Teilhaber des Unternehmens "acolono kg - produktion und vertrieb von zeitgenössischer kunst". 2010 erschien die DVD „nantzn“, die 72 Stücke seiner asemantischen, performativen Poesie enthält.
Die Familie von Christian Ide Hintze gab am 20. Februar bekannt, dass der Autor in der Nacht vom 9. auf den 10. Februar 2012 in seiner Wohnung in Wien an akutem Herz-Kreislaufversagen verstorben sei.[7] Hintze war Vater eines Sohnes.

Freitag, 5. Juni 2020

At Pavillon - Believe Us (2019)

Believe Us

At Pavillon und ihre Musik bringen Dinge in Bewegung – die untere Körperhälfte zum Beispiel, aber auch die obere. Beschäftigung für Herz, Hirn und Beine.
Bricht man all die Sätze verschwurbelter Klugheit, die sich jemals über Musikschaffende und ihre Musik ergossen haben, auf wenige Worte herunter, könnte man sagen, dass gute Musik ins Herz, ins Hirn und in die Beine geht. Das ist natürlich sehr vereinfacht gesagt und dermaßen heruntergebrochen, dass es eher nach Brechreiz als nach irgendeiner Form von Aufbruch klingt.
Dabei geht es bei At Pavillon und ihrem Debütalbum »Believe Us« auf jeden Fall um Aufbruchsstimmung. Der vierköpfigen Wiener Band ist es mit ihrem Debüt nämlich gelungen, alle dieser drei wichtigen Bausteine menschlichen Daseins in etwa gleichem Ausmaß anzusprechen. Die auf dem Album versammelten Tracks regen zum Denken an, gleichzeitig aber auch dazu, beim Radfahren etwas schneller in die Pedale zu treten oder sich an einem Tag, der sich immer mehr in Richtung Nichtstun neigt, doch noch zu einem Spaziergang aufzuraffen. Tanzbar sind viele davon, wie etwa »Believers« oder die bereits viel gespielte Single »Lions«, darüber hinaus sowieso.
Schwer stillzuhalten
At Pavillon wollen also nicht nur etwas bewegen, sie tun es auch – und zwar in der unteren genauso wie in der oberen Körperhälfte. Die energiegeladenen, teils an Bands wie Bloc Party oder Foals erinnernden Songs machen es schwer stillzuhalten, sorgen dabei aber auch dafür, dass das Gehirn etwas über der normalen Betriebstemperatur zu arbeiten beginnt. Das gelingt der Band vor allem mit Songzeilen wie »Let’s pray that everyone can wear whatever they want to wear / Let’s pray that everyone can do whatever they want to do« aus dem Song »Disco Demolition Night«.
Ihre Ansichten reiben sie den HörerInnen aber nicht moralisierend unter die Nase, sondern lassen sie lieber langsam in deren Gehörgänge sickern. Was musikalisch manchmal vielleicht nach weit ausholender dramatischer Pranke klingt, ist textlich eher die Hand, die sich hilfsbereit nach einem ausstreckt. Kurzum: »Believe Us« ist die große Popgeste für alle, die sich manchmal klein und ausgegrenzt fühlen.

Donnerstag, 4. Juni 2020

Culk - Culk (2019)

Culk

Über Machverhältnisse, Beziehungen und das kleine Unausgesprochene, zwischen Zeitlosigkeit und Zeitgeist: Die Band CULK veröffentlicht ihr selbstbetiteltes Debütalbum.
Die junge Wiener Formation überrascht mit unerwartet schönen Spannungsmomenten und Melodiebrüchen - hin- und hergerissen zwischen meditativer Trance, aufgewühltem Sein und purer Ekstase. Verzerrte, kantige Gitarren, Rhythmuswiederholungen aus dem Hause Psychedelic Rock, 60er Jahre Nonchalance à la Velvet Underground treffen Spuren von Shoegaze und Post-Punk. Das Resultat: von einer kalten Decke eingewickelt zu werden – wohlig und trotzdem unbequem, einladend und trotzdem herausfordernd, zugänglich und trotzdem komplex. Ein ausgeklügeltes Album zum immer wieder Hören.
Sieben Lieder finden sich auf „Culk”, Lieder mit ausdrucksvollen Namen wie „Begierde/Scham”, „Faust”, „Salvation” oder „Velvet Morning”. Das große Potenzial der vier Anfang-20-jährigen lässt sich durch den sanften Schauer beschreiben, der beim Durchhören hinterlassen wird.
Ein besonderer Zauber ist dem prägnanten Gesang der Multi-Instrumentalistin Sophie Löw geschuldet. Ihre erhabene Stimme berührt, berauscht und fasziniert gleichermaßen. Eine Stimme, die Tiefe und Raum gibt, die trotz der musikalischen Lautstärke ruhig und zerbrechlich bleibt. Der beeindruckenden Gesangsdarbietung wird durch die direkten, oft kämpferischen Texte eine dringliche Note verpasst. Die oft ungreifbaren Emotionen, die in der Luft liegen, mit denen beschäftigen sich die vier Musiker_Innen. Aggression, passive Gewalt, die Gefühlsbredouille, in der man oft steckt. Aber das ist kein Album voller Selbstmitleid: Durchdacht beschäftigen sich CULK mit Opfer- und Täterrollen, mit den Komplexitäten des Lebens, mit der Grenze zwischen Wohlbefinden und Unwohlsein.
Zwischen den Walls of Sound, den lauten Gitarren und Klangwolken findet sich als Besonderheit der Band der bewusste Mix von englischsprachigen und deutschsprachigen Lyrics. Sprachliche Werkzeuge, die ganz bewusst so verwendet werden, mal konkreter und kälter, dann wieder runder und melodiöser. Ein stimmliches Ankämpfen gegen die Instrumente, das aber niemals gezwungen und bemüht klingt, sondern immer souverän und in Kontrolle bleibt. CULK kanalisieren das Aufeinanderprallen von Kontrasten absichtlich in ihrer Musik. Mit ihrem Album eröffnen sie musikalisch eine mysteriöse Welt mit einem Sound der hallt und spukt. Die surrenden und effektverzerrten Gitarren verbreiten eine dystopische Grundstimmung.
Mit dem vorliegenden Werk zeigen CULK eindrucksvoll warum sie als derzeit spannendster Newcomer- Act der Stadt gehandelt werden. Die Videos zu den Songs „Begierde/Scham“ und „Faust“ unterstreichen den unnahbaren aber doch verletzlichen Charakter noch, mit dem sich CULK von gegenwärtigen Indie-Acts deutlich abhebt.
Produziert wurde das Debut „CULK” von Jakob Herber (Flut). Von den inhaltlichen Themen bis zur visuellen Ausgestaltung: „CULK” ist ein in sich geschlossenes Werk, das sich selbst ernst nimmt. Zwischen düsteren Emotionen und versöhnlichen Momenten, nicht anbiedernd, kein falsches Happy End versprechend, sondern herausfordernd und mitreißend.
CULK, das sind Sophie Löw (Vocals, Gitarre, Synth), Johannes Blindhofer (Gitarre), Benjamin Steiger (Bass, Gitarre) und Christoph Kuhn (Drums).

Mittwoch, 3. Juni 2020

THORSTEINN EINARSSON

1; (2016)
1;

Ingi (2019)
 Ingi

Thorsteinn Einarsson (* 19. März 1996[2] in Reykjavík) ist ein österreichisch-isländischer Musiker, der durch die Castingshow Die große Chance bekannt geworden ist.
Einarsson stammt aus Reykjavík und kam im Alter von fünf Jahren erstmals nach Salzburg, wo sein Vater, Einar Th. Gudmundsson, Gesang studierte. Nach drei Jahren trennten sich seine Eltern und er zog mit seiner Mutter wieder nach Reykjavík.[3] Mit elf Jahren gründete er die erste Band.[4] Mit 14 Jahren kam er abermals nach Salzburg, wo sein Vater mittlerweile als Opernsänger (Bassbariton) arbeitete. Nach dem Pflichtschulbesuch begann er eine Kochlehre. 
2014–2017 
2014
Im Jahr 2014 nahm er im Alter von 18 Jahren an der Castingshow Die große Chance teil und kam als einziger Mann bis ins Finale, wo er schließlich Platz 4 belegte.[3] Mit seinem eigenen Finalsong Leya, kam er anschließend in die Top 10 der österreichischen Charts. 
2015
Thorsteinn wurde für den Song Leya bei der Amadeus-Verleihung 2015 in der Kategorie Songwriter des Jahres ausgezeichnet. 
2016
Anfang 2016 erschien sein Album 1; (sprich: one continued) das auf Anhieb Platz #6 der österreichischen Albumcharts erreichte. Im selben Jahr spielte er bereits auf der Hauptbühne beim Donauinselfest, dem größten Open-Air-Festival Europas. Die daraus ausgekoppelten Songs wurden über zehn Millionen Mal gestreamt, haben über zwei Millionen Views auf YouTube und hatten bisher über 50.000 Einsätze in den österreichischen und deutschen Radios. 
2017
Es folgten ausverkaufte Konzerte, TV-Auftritte im In- und Ausland und eine immer größer werdende Fanbase. Im Mai 2017 ging der damals 21-jährige Einarsson mit der deutschen Band Söhne Mannheims auf Österreich-Tour. 
2018 bis heute
2018 veröffentlichte er mit Galaxy[5] (VÖ: 30. März 2018) die erste Singleauskopplung seines zweiten Studioalbums INGI[6]. Der Albumtitel ist Thorsteinns zweiter Vorname (Ingi) und steht mit einem I am Anfang und am Ende auch gleichzeitig für eine II. Somit schließt sich hier der Kreis zu seinem Debütalbum 1;, mit dem ein Kontinuum in Aussicht gestellt wurde.