Donaufestival Korneuburg (2001)
Donnerstag, 29. Juli 2021
FAREWELL DEAR GHOST
We Colour the Night (2013)Neon Nature (2017)
Farewell Dear Ghost ist eine 2013 gegründete Indie-Pop-Band aus Wien.[1]
Kopf des Projekts ist der aus der Obersteiermark stammende Singer-Songwriter Philipp Szalay (* 1989), der in seiner Schulzeit autodidaktisch das Gitarrespiel erlernte. 2006 nahm er zusammen mit Paul Plut von Viech das erste inoffizielle Album mit seinen ersten selbst geschriebenen Liedern auf. Seit 2008 lebt und studiert Szalay in Graz und widmet sich ernsthaft seiner Musik.[2]
2013 gründete er das Musikprojekt Farewell Dear Ghost. Szalay nannte das Projekt nach dem gleichnamigen Song von Tobias Kuhns ersten „Monta“-Album Where Circles Begin.[3]
Das Debüt-Album We Colour the Night erschien am 15. November 2013 beim österreichischen Independent-Label schoenwetter schallplatten.[4][5] Die Single-Auskopplung Fire erreichte am 16. November 2013 Platz 1 der FM4 Charts und wurde von der FM4-Musikredaktion auf Platz 9 der Top 100 des Jahres 2013 gewählt.[6][7] Die Band war für den FM4 Award im Rahmen der Amadeus-Verleihung 2014 nominiert.
Farewell Dear Ghost war unter anderem beim Waves Vienna 2013 zu sehen. Vor größerem Publikum trat Farewell Dear Ghost erstmals im November 2013 als Support von The Naked and Famous im Gasometer in Wien auf.[3] Im ersten Halbjahr 2014 war die Band dann unter anderem im Flex Café in Wien, im Beatpol in Dresden, im Kulturzentrum E-Werk in Erlangen, im Kölner Gebäude 9, im Kulturzentrum Tollhaus, im Uebel & Gefährlich in Hamburg und in München im Freiheiz sowie auf dem Theatron PfingstFestival zu sehen.[8][9][10][11] Von 30. April bis 3. Mai 2015 befand sich die Band auf China-Tournee und spielte dabei ausverkaufte Konzerte in den Städten Peking, Nanjing, Shanghai und Wuhan.[12] Der Radiosender FM4 veröffentlichte das Tour-Tagebuch von Schlagzeuger Andreas Födinger.[13]
Am 9. Dezember 2015 erschien mit dem Video zu „We Were Wild Once“ der erste Vorbote der für 12. Feber 2016 angekündigten EP „Skin“. Der Titel stieg am 26. Dezember als höchster Neueinstieg der Woche auf Platz 8 in die FM4 Charts ein und erreichte innerhalb von 3 Wochen am 16. Jänner 2016 den 1. Platz.[14] Ende Jänner bestätigten sowohl die deutsche als auch die österreichische Booking-Agentur, dass die Band die US-amerikanische Rockband Nada Surf auf deren Europa-Tournee als Support begleiten wird. Die Band tritt dabei in Deutschland, Belgien, Holland, Schweiz, Österreich und Italien auf.[15][16] Am 3. Feber 2016 gab die Gruppe bekannt, dass der führende österreichische Telekommunikationsanbieter A1 Telekom Austria den Song „Fade Out“ vom Debüt-Album „We Colour the Night“ in seiner aktuellen Rundfunkkampagne verwendet. Die Band veröffentlichte daraufhin auch ein offizielles Video zu dem Song, das während des Live-Auftritts am Fm4-Geburtstagsfest gefilmt wurde.[17][18] Am 1. März 2016 war die Band Gast in der Late-Night-Show Willkommen Österreich auf ORF eins und spielte eine Live-Version des Titels „We Were Wild Once“.[19]
2016 trat die Band neben zahlreichen Konzerten in Österreich und Deutschland auch in Istanbul und Prag auf. 2017 intensivierte die Band ihre Auslands-Aktivitäten, sie trat u. a. in Budapest, Budweis, Zagreb, Prag und Tel Aviv auf. Außerdem spielte die Band in diesem Jahr bei den zwei renommiertesten Showcase-Festivals Europas, dem Eurosonic Noorderslag in Groningen, Holland und dem Reeperbahn-Festival in Hamburg.[20][21] Das Highlight der internationalen Aktivitäten war eine 11-tägige Asien-Tour, die die Band nach Korea und China führte. In Seoul, Hefei, Ningbo, Shanghai und Peking wurden Konzerte gespielt. An den konzertfreien Tagen wurde in Shanghai ein Musikvideo zur dritten Singleauskopplung von Neon Nature, „Hollywood Dreaming“, gedreht. Wie bereits bei der China-Tournee 2015 berichtete Schlagzeuger Andreas Födinger wieder in einem Tour-Tagebuch, diesmal veröffentlicht von der Zeitschrift The Gap.[22]
Neon Nature
Im Herbst 2016 begann die Band mit den Arbeiten am Nachfolge-Album von We Colour The Night. Die erste Studio-Session fand im Dezember 2016 statt, wie beim Debüt-Album und bei der EP Skin arbeitete man auch diesmal wieder mit dem Grazer Produzenten Christofer Frank zusammen. Die Schlagzeug- und Klavieraufnahmen wurden in Judendorf, in den Opus Recorder Studios von Ewald Pfleger, gemacht[23], ansonsten arbeitete man in Franks c-60 studios in Graz. Zwei weitere Studio-Sessions folgten, bis Anfang Juli 12 Songs aufgenommen und die Arbeiten am Album abgeschlossen waren.
Am 8. Juni 2017 wurde die erste Single-Auskopplung aus dem Album veröffentlicht: „Pink Noise“, mit einem vom Wiener Regie-Duo Apesframed produzierten Video.[24] Die zweite Auskopplung war der Song „Moonglass“, für das Denise Haslinger ein Lyric-Video gestaltete.[25] Die Band spielte beide Songs am 14. Juli 2017 am Rock Im Dorf Festival in Inzersdorf zum ersten Mal live. Dritte Auskopplung war der Album-Opener „Hollywood Dreaming“, das Video dazu wurde von Franziska Seifner und Isabella Strehlau produziert.[26] „Tease“ (Duett mit Avec) und „Kimono Blazer Vibe“ waren die vierte und fünfte Auskopplung.[27][28]
Gemischt wurde das Album diesmal von Alex „Fire“ Tomann, das Mastering übernahm wie schon bei den vorherigen Veröffentlichungen Werner Weitschacher. Der Salzburger Designer Lucas Gerstgrasser gestaltete das Artwork für CD und Vinyl, sowohl das Artwork des Debüt-Albums als auch der Skin-EP stammen ebenfalls von ihm. Die Fotos am Cover sowie im Booklet machte der Wiener Fotograf Christoph Liebentritt. Das Album Neon Nature wurde am 13. Oktober 2017 auf dem Label Ink Music veröffentlicht.[29]
Am 15. Feber 2018 wurde bekannt gegeben, dass die Band mit dem Album Neon Nature für den FM4-Award beim Amadeus Austrian Music Award 2018 nominiert sind.[30] Nach der ersten Voting-Runde wurde am 22. Feber verlautbart, dass die Band die Top 5 und damit das Finale erreicht hat.[31] Am 22. März 2018 gewannen Farewell Dear Ghost den FM4 Award 2018.[32]
ANDERLAND
Abends (2002)
Peter Ahn perc., dr.
Hans Hartner voc., eb.
Roland Kier voc., guit., acc. guit.
Christian Klamler guit., voc.
Samstag, 24. Juli 2021
Wo Sind Denn Da Die Kranken (Patient-Records) (1980 )
Wo Sind Denn Da Die Kranken
Live-Aufnahmen: Kommunikationszentrum im Pav. 24 - Steinhof - Baumgartner Höhe 1, 1140 Wien
Studioaufnahmen: Wohnung von Alu Hofinger
Geld
hat's für niemanden, der an dieser Platte mitgearbeitet hat, gegeben.
Der Gewinn wird zum Ankauf von ORFF-Instrumenten für die Kinder des
Pavillon 15 verwendet, sowie für weitere kulturelle Projekte mit den
Patienten.
- Musician – Claudia Hainschink, Claudia Hoffer, Django Weinwurm, Ernst Mehsauer, Fritz Nussböck*, Gerald Jatzek, Gerd Ecker, Hans Tschappella, Heli Deinboek, Sepperl Kruliš*, Kinder Von Pavillon 15, Kurt Winterstein, Peter Zangerl, Reinhard Liebe, Robert Patek, Sigi Maron, Sigrid Brandstätter, Tim & Kari
HUBERT BOGNERMAYR & HARALD ZUSCHRADER
Erdenklang (1982) (GiG Records)
Bergpredigt (1983)
Hubert Bognermayr (* 6. April 1948 in Linz; † 17. März 1999 ebenda) war ein österreichischer Musiker, Komponist und Pionier der elektronischen Musik. Er war Gründungsmitglied der österreichischen Rockband Eela Craig (1970), einer der Gründer der Ars-Electronica-Festivals in Linz (1979) sowie Gründer der Blue Chip Academy (1989). Außerdem nutzte er einige Pseudonyme wie Luis Fernandez und Umberto Hohenstirn.
Ein Schwerpunkt in Bognermayrs Bands und Projekten waren die Zusammenführung von Pop, Klassik und Weltmusik sowie klassische Kompositionsarbeit unter Einbeziehung der elektronischen Musik. Eine beträchtliche Zahl internationaler Aufführungen hatte er in Opernhäusern oder bei Festivals, bis hin zu live im Fernsehen übertragenen Premieren. Für Herbert von Karajan schuf er elektronische Glockenklänge (Parsifal, Salzburg 1980).
Bognermayr leistete bahnbrechende und international anerkannte Arbeit im Bereich der computerakustischen Musik. Um 1980 richtete er gemeinsam mit Harald Zuschrader zu Hause sein „Elektronisches Försterhaus“ genanntes Tonstudio ein und begann, mit den Möglichkeiten des Musikcomputers Fairlight CMI zu experimentieren, dem ersten digitalen Synthesizer mit Sampling-Technik, der also digitalisierte und gespeicherte Klangstücke weiterverarbeitete. Hier entstand als Auftragsproduktion für die Ars Electronica das Werk Erdenklang – computerakustische Klangsinfonie. Premiere war am 28. September 1982 im Brucknerhaus Linz. Das Werk wurde zusammen mit einem Tanztheater und fünf live auf der Bühne gespielten Musikcomputern aufgeführt.[1] In den Liner Notes der LP Erdenklang schwärmt Wendy Carlos:
“… with the appearance of Erdenklang by Bognermayr and Zuschrader the
medium of electronic music has crossed another threshold. […] To me it
has been a long tedious way for this to happen…”
„Das Medium der elektronischen Musik hat mit Bognermayr/Zuschraders
Erdenklang eine neue Schwelle überschritten […] Für mich war es ein
langer und belastender Weg bis zu diesem Ereignis …“
Kurz hintereinander spielte er Weihnachtsmelodien auf der LP Sternenklang ein und komponierte das Werk Bergpredigt. Auch diese Veröffentlichungen wurden vollständig auf der ersten Generation des Fairlight CMI unter Zuhilfenahme von Samples natürlicher Töne und Geräusche gespielt. Weitere Produktionen und technische Zusammenarbeit gab es zum Beispiel mit Klaus Pruenster oder Gyan Nishabda. Beide waren auch bei der Erdenklang-Premiere auf der Bühne beteiligt gewesen; sie loteten in ihren weiteren Projekten die neuen technischen Möglichkeiten jeweils sehr unterschiedlich aus.
Anfang 1984 wurde Mike Oldfield wegen des weiter anhaltenden Erfolges der Erdenklang-LP auf Bognermayr und Zuschrader aufmerksam und engagierte sie für die Tournee zu seiner LP Discovery. Bognermayr beteiligte sich mehrere Monate an der Klangprogrammierung, während Zuschrader auch als Keyboarder an den beiden Fairlight CMI auf der Tour mitspielte.
Im Jahre 1988 gründeten Bognermayr und Zuschrader das Blue Chip Orchestra. Die Debütaufnahme Blue Chip Orchestra bekam international starke Aufmerksamkeit. Es folgten u. a. die Werke Donau so blau in Zusammenarbeit mit dem Komponisten Josef Resl und White River – Red Spirit (akustische Musik amerikanischer Ureinwohner, kombiniert mit gesampelten Naturklängen und elektronischer Musik). Während dieser Projekte entwickelten sie gänzlich neue Instrumente, zum Beispiel „Ultraschallharfe“ und „Donautuba“. Die 1989 gegründete Blue Chip Academy befasst sich mit Computermusik und deren Spieltechnik sowie neuen Methoden der Digitalpädagogik.
In den Jahren 1987, 1988 sowie 1989 gab Bognermayr das offizielle Statement der Jury zum Prix Ars Electronica jeweils in der Kategorie Computermusik ab.[2]
Am 17. März 1999 nahm sich Hubert Bognermayr in seiner Heimatstadt das Leben.[3]
Harald Zuschrader (* 5. März 1944 in Linz) ist ein österreichischer Komponist und Musiker.
Der am 5. März 1944 in Linz in Oberösterreich geborene Harald Zuschrader absolvierte am Bruckner-Konservatorium eine Gitarrenausbildung[1]. Zusätzlich studierte er Pädagogik. Zuschrader war zunächst als Mitbegründer der Band an zwei Eela Craig-Alben Ende der 1970er Jahre beteiligt. Hier hat Zuschrader bereits mit Hubert Bognermayr (1948–1999) zusammengearbeitet. Gemeinsam beteiligten sich dann beide an Control Company, welche 1980 das Album Four Years Before 1984 über Polydor (Österreich)/Telefunken (Deutschland) veröffentlichten. An Control Company waren auch noch Joe Drobar und Klaus Pruenster beteiligt. Seit 1979 beschäftigten sich Bognermayr und Zuschrader mit Forschungsarbeiten am ersten digitalen Synthesizer mit Sampling-Technik, dem Fairlight CMI (Computer Musical Instrument), eine australische Erfindung. Der Synthesizer wurde von dem englischen Musiker Peter Gabriel bei seinem dritten Album Melt eingesetzt, welches 1980 erschienen ist. Bognermayr und Zuschrader realisierten mit dem 1982 erschienenem Album Erdenklang die erste ausschließlich mit dem Fairlight CMI realisierte Musik.[2] Das Duo Hubert Bognermayr & Harald Zuschrader veröffentlichte bis 1983 unter diesem Namen insgesamt vier eigene Alben. Für den österreichischen Komponisten und Gitarristen Klaus Pruenster komponierte Zuschrader die 1982 erschienene Schallplatte Zweisamkeit (Ist die schön're Zeit).
Zuschrader spielte mit den Elektronik-Musikern Hubert Bognermayr, Johannes Schmoelling, Kristian Schultze und Matthias Thurow am 25. April 1987 beim von Ulrich Rützel initiierten und vom WDR Köln veranstalteten Konzert „Million Bits In Concert“ in Köln mit.[3]
Mit Bognermayr gründete Zuschrader im Jahr 1988 das digitalphilharmonische Musikprojekt Blue Chip Orchestra. Gemeinsam haben sie als solches vier Alben bis 1998 veröffentlicht. Im Jahr 1999 ist Bognermayr verstorben.
Im Jahr 1991 veröffentlichten Zuschrader und Peter Rauhofer als B-Style die Maxi-CD The Streets Of San Francisco über GIG Records. Mit Wolfgang Kosmata produzierte Zuschrader die Alben Altum Silentium, The Secret of Life und Wellness Symphony Vol.1, welche 2008 bis 2009 beim Label von Kosmata veröffentlicht worden sind.
Im Jahr 1997 gründete Zuschrader die Rock ’n’ Roll-Band Matchbox. Die Band hatte diverse Auftritte in Österreich und Deutschland, zuletzt 2005. Matchbox war Vorgruppe des englischen Konzert-Projektes "The Heros of Rock" mit Joe Cocker, Manfred Man und Procul Harum. Matchbox war bis 2007 aktiv. Von 2006 bis 2010 war Zuschrader in der Show "Usea Motabula - Symphonie des Regenbogens" des Künstlers Hans-Peter Gratz als Arrangeur aktiv.[4] Zuschrader ist als Leadgitarrist und Backgroundsänger bei größeren Veranstaltungen der Country-Band John TC & The Troubleshooters aus Linz aktiv. Die Band trat zum ersten Mal im August 2009 in Österreich auf. Weiter war Zuschrader in der Band Fenders Revival aktiv.[5]
BLUE CHIP ORCHESTRA
Blue Chip Orchestra (1988)Blue Danube - Donau So Blau (1991)Red Sky Beat (1998)
American release of White River - Red Spirit on the Erdenklang label with different track order and artwork
Blue Chip Orchestra war ein österreichisches digitalphilharmonisches Musikprojekt. Das Projekt wurde 1988 von dem österreichischen Musiker und Komponisten Hubert Bognermayr (1948–1999) und dem österreichischen Gitarristen Harald Zuschrader gegründet. Beide haben zusammen vorher unter anderem in der Progressive-Rock-Band Eela Craig gespielt.
Die beiden wurden durch weitere Musiker ergänzt, welche die teils speziellen Instrumente bedienten.[1] Für das Blue Chip Orchestra hatte die Blue Chip Academy Musikinstrumente wie die Ultraschallharfe entwickelt und realisiert.[2] Josef Resl (* 1956) war als Komponist für das Blue Chip Orchestra aktiv. Resl betrieb mit Bognermayr die 1989 gegründete Blue Chip Academy.
Die Alben Blue Chip Orchestra, Blue Danube, White River: Red Spirit erschienen auf dem von Ulrich Rützels (* 1944) gegründeten deutschen Label Erdenklang. Das als Reissue von White River - Red Spirit eschienene Album Red Sky Beat ist bei Valley Entertainment erschienen.[3] Im Jahr 1999 ist Bognermayr verstorben. Die Kompilation Enigmamania aus dem Jahr 2000 ist nicht im Handel erschienen.
Samstag, 10. Juli 2021
Gerhard Polt, Otto Grünmandl - Die Ganze Welt Und Überhaupt (2002)
„Die ganze Welt und überhaupt“ ist der Titel einer CD mit Höhepunkten aus 16 halbstündigen Zwiegesprächen, die die Kabarettisten Otto Grünmandl und Gerhard Polt Anfang der 80-er Jahre im Bayerischen Rundfunk führten.
Da wird tiefgründig philosophiert über alltägliche Absurditäten wie den Deckmantel der Zweideutigkeit, den Zitatewürgegriff, das Wegschwemmlachen, über Menschen, die ihre Zeit nach Flaschen Bier einteilen oder Antiquitäten-Geruchssprays für Rokoko-Schlafzimmer als unabdingbare Notwendigkeit erachten.
Otto Grünmandl, geboren im Jahr 1924, hat vor allem für den Rundfunk gearbeitet, bevor er sich 1976 mit seinem ersten Soloprogramm „Der Einmannstammtisch“ dem Kabarett und der Kleinkunst zuwandte. 1970 erhielt er den Österreichischen Staatspreis für Hörspiele, 1992 für sein Lebenswerk den Deutschen Kleinkunst-Ehrenpreis. Otto Grünmandl war ein Meister des höheren Blödsinns, sein Humor erinnert an Karl Valentin.
Otto Grünmandl starb im März 2000 in seiner Heimatgemeinde Hall in Tirol.
Gerhard Polt, Jahrgang 1942, brilliert seit 1975 als Karbarettist, Schauspieler und Philosoph auf deutschen und internationalen Bühnen.
2001 wurde er mit dem bayrischen Staatspreis für Literatur ausgezeichnet.
Mittwoch, 7. Juli 2021
Silk Mob (feat. Donvtello, Fid Mella, Lex Lugner, Opti Mane) - Silk Mob (2020)
Silk Mob (2020)
Vermutlich hat da niemand nach gefragt, aber Deutschrap hat jetzt eine Boyband. Mit offenen Hemden, Stielrosen und schönen Frisuren geht es gefährlich post-ironisch an Cloud- und Trap-Zitaten vorbei in Richtung neuer Dekade. Dabei kommt bei der fünfköpfigen Formation einiges an Kompetenz zusammen. Opti Mane, Donvtello sowie Jamin steuern Vocal-Parts bei, während Lex Lugner und Fid Mella für Beats, Instrumentierung und Produktion sorgen. Vorschnell ließe sich hier behaupten, das sei einfach »nur« Bone Thugs-N-Harmony auf Deutsch gescrewt. Jein. Genau das ist nämlich der Punkt. Die Jungs lassen dieses gar nicht so leichte Kunststück extrem lässig und einfach aussehen. Das war so in der Form auch noch nicht da. Lugner und Mella koordinieren den gelenkigen Input der drei Singsang-MCs extrem geschickt. Das ist grundsätzlich nicht selbstverständlich und insbesondere in der Disziplin Deutschrap schwierig und selten. Die Tracks fließen herrlich husten-sirup-artig ineinander und klingen wie aus einem Guss. An nur wenigen Tagen Aufnahmezeit entstanden die Tracks in nur einer Session. Im Prinzip triggern Silk Mob gerade alles, was dem deutschsprachigen HipHop in den letzten Spielzeiten so ein wenig fehlte. Witz, Verspieltheit und die Lust sich auszuprobieren. Das Technische wird von Opti Manes und Donvtellos Doubletime-Parts abgedeckt. Gleichzeitig ist das höchst melodisch, weil der gesungene Tiroler Mundart-Gesang von Jamin irgendwie knistert. Zugegeben, das Projekt Silk Mob ist nicht einfach so aus dem Nichts entstanden. Gewisse Einzelteile waren bereits seit geraumer Zeit vorhanden, wurden aber erst jetzt an der richtigen Stelle zusammengefügt. Donvtello und Opti sind seit Jahren enge Vertraute mit dem gleichen vom Dirty South inspirierten Untergrund-Mindset. Jamin lies sich für zwei Platten von Fid Mella produzieren. Lex Lugner gilt als treibende Kraft bei der Austroinvasion um Yung Hurn und Mella schraubte bereits vor ziemlich genau zehn Jahren Beats für Melting Pot zusammen. An dieser Stelle wird jetzt deutlich, wie sehr hier alle Beteiligten das Beste aus dem jeweils anderen herausholen. Kommt schon, wann wurde das letzte Mal Bademental auf Bademantel auf Bademantel auf Bademantel gereimt? Mit »Gaspedal« hat Deutschrap jetzt außerdem auch endlich eine längst überfällige Standgas-Version von Traes »Swang« mitgegeben bekommen. Silk Mob ist ein Tape voller Hymnen geworden. Das ist irgendwie nicht das, was wir wollten, aber das was wir gebraucht haben.
Schodl - 10 Jahre zu spät (2020)
10 Jahre zu spät (2020)
Wiener Popformation, die Genres mischt, Populismus kritisiert und
auch mal auf Japanisch singt. Ihr Debütalbum „10 Jahre zu spät“
erscheint am 11. September beim Wiener Label soda. mit himbeer records.
„10 Jahre zu spät“ ist ein Status Quo der nicht-mehr-20er, die immer
noch nicht mit beiden Beinen im Leben stehen. Das Verschwimmen der
eigenen Jugend, das immer noch Unverstandensein und der bleibende
Wunsch, die Welt zu verändern.
Aber wie soll sich denn das ausgehen? Wer beschließt denn mit 30
Musik zu machen? Davon kann ja keiner leben, wo ist denn da der
Leistungsgedanke?
Sänger und Songwriter Gerald Schodl beobachtet den Zynismus der
österreichischen Gesellschaft aus seiner Schneekugel heraus. Die Mitte
der Welt, das Chaos des normalen Lebens, wird zum Spielplatz für Schodl.
Im Debütalbum „10 Jahre zu spät“ mischt sich Gesellschaftskritik mit
buntem Popgewand, Retro-Synths mit Dialekttexten, Selbstzweifel mit
Mitsing-Refrains. Gemeinsam mit Roland Vogl (Die Wödmasta) als Produzent
schaffen Schodl einen bunten Albumsound, der trotzdem mit dem Argen
spielt.
Ego-Trips, Abhängigkeiten, zu wenig Solidarität, zu viel Populismus – der Zustand der Gesellschaft ist ein zu Kritisierender. Schodl schafft es, die Fratzen hinter dem Spaß zu entlarven – ohne dabei den Humor zu verlieren.
Schikaneder - Mit Dir (2019)
Mit Dir (2019)
Schikaneder veröffentlicht 2019 ihre erste EP „Mit Dir“. Das Wiener Pop-Duo singt ganz ungezwungen von den Zwängen der Gesellschaft, Liebe und Tod. Unpathetisch und bedingungslos entführen sie in eine Gefühlswelt, in der sich jede und jeder wiederfndet. „Mit Dir“ steht für den Wunsch nach einem Miteinander und für die Erkenntnis, dass es ohne die anderen nicht geht.
SarahBernhardt - Langsam Wiads Wos (2020)
Langsam Wiads Wos (2020)
Kleine Binsenweisheit im Jahr der Superkrisen: Wenn man sich auf die Welt nicht mehr verlassen kann, muss man sich seine eigene bauen. In „langsam wiads wos“, der zweiten Single des niederösterreichischen Trios SarahBernhardt, wird diese Welt zur Großbaustelle; Böden werden herausgerissen, Wände malträtiert, Pläne zerrissen – am Ende kann Neues nur durch den Vorschlaghammer entstehen.
Die Musikerinnen Bernhard Scheiblauer, Sarah Metzler und Sigrid Horn erzählen auf ihrem Album-Debüt „langsam wiads wos“ mit Ukulele, Harfe und drei unvergleichlichen Stimmen von den großen Dingen im Kleinen; von Zusammenhalt und Freundschaft, vom überlebensnotwendigen Schmäh, vom Kaffeetratsch und Wändeeinreißen – vom Leben. „Friara woit i olles schoffn / Heite gib i präventiv auf / Owa klaane Ziele saan o.k.“, heißt es im Lied. Vielleicht die einzige Überlebensstrategie für 2020.
Rote Augen - Augenlieder (2020)
Augenlieder (2020)
Wenn es denn heute einen definitiven Namen für eine Rockband gibt, dann diesen: Rote Augen! Die Grazer Band um Matthias Krejan führt auf dem Debütalbum Augenlieder exemplarisch vor, wie es zu klingen hat, wenn sich einige nicht mehr ganz junge, also mit Vergangenheit ausgestattete Herren daran machen, Rock ’n’ Roll so zu spielen, wie es sich gehört: Die Faust passt aufs Auge, aber mit Schmäh. Man hat ja schon einige Zeit gelebt und weiß, wo man Meter gewinnen kann, und wo man nur sinnlos auf den Busch klopft.
Wir denken bei roten Augen übrigens nicht an Reizungen wegen zu langer Bildschirmarbeit. Auch saisonale Allergien oder falsch eingesetzte Kontaktlinsen spielen keine Rolle. Wir sprechen von zu wenig Schlaf, zu viel Alkohol und Zigarettenrauch. Dazu kommt eine Lautstärke, die einen terisch, aber glücklich macht.
Rock ’n’ Roll ist keine Kinderjause. Er gilt zwar aktuell als eine sich bestuhlt und mit Maske und Mindestabstand totstellende historische Unvernunft. Mit der hat man früher frohen Mutes seine Jugend verschwendet. Wenn man sich die Augenlieder allerdings daheim auf der Stereoanlage gut laut anhört, weiß man schon nach sehr kurzer Zeit, dass baldigst ein Impfstoff hermuss. Wir wollen die rohe, wilde und dreckige Livemusik zurück!
Matthias Krejan bespielt mit den Roten Augen ein weites Feld mit Schwerpunkt Retrorock in dessen Garagenzeit während der Sechzigerjahre. Dazu kommen psychedelische Elemente oder klassischer Britpop aus der Schule der Beatles. Weil die Zeit aber nicht immer nur früher stehen bleiben darf, gesellen sich dazu modernere Einflüsse – immerhin ist Matthias Krejan 37 und droht sonst von Retro auf Vintage überzugehen.
Rera & Rebecca_1147 (Rebecca Rapp)
Rebecca_1147 (Rebecca Rapp) - Growing Pains (2017)
Rera (Rebecca Rapp) - Way Up (2020)
Fast aufs Datum genau ist es drei Jahre her, dass ReRa ihr erstes Album – Growing Pains – veröffentlichte. Songs daraus schafften es nicht nur bei uns, sondern auch weltweit in einige Radios. Einige größere Auftritte wie im Fernsehen oder am Donauinselfest folgten.
Seitdem ist wahnsinnig viel passiert! Die Sängerin trennte sich von ihrem Alter Ego Rebecca_1147 und entschied sich für ein Akronym ihres gebürtigen Namens Rebecca Rapp. „Ich fühle mich nun viel mehr als nur eine Nummer“, waren ihre Worte.
Jeder Song auf dem Album wurde von ihr komponiert, geschrieben und zumindest coproduziert. Zwei Albumtracks, „No Air No Art“ und „House Of Gold“, hat sie allein produziert. ReRa nimmt nicht nur alle Komponenten des musikalisches Schaffens selbst in die Hand, die Künstlerin dreht auch all ihre Videos selbst, schreibt dazu die Drehbücher, und vollendet die Videoclips auch im Schnitt.
„Way Up“ ist ein Potpourri aus Emotionen, Gedanken und Einstellungen, die ReRa zum Leben hat. So ist „Wake Me Up“ ein Break-Up-Song, der im Refrain sehr überrascht. Mit dem Titel „Pretty Souls“ drückt die Sängerin ihre Meinung zum Thema Sexualität aus. Sie singt darüber, dass alle Menschen eine schöne Seele haben und es kein Thema sein sollte „wen“ oder „was“ man liebt. Ebenso findet man darauf eine Akustik-Ukulelen-Version von einem Liebeslied, dass die Frage „bleibst du bist zum Schluss bei mir? Gibt es die ewige Liebe noch?“ aufwirft.
Stilistisch und musikalisch klingt das Album wie eine Playlist aus verschiedenen Musikstilen. Es mag vielleicht nicht jeder Track für alle Ohren geeignet sein – aber eines ist fix: langweilig wird einem beim Durchhören des Albums ganz bestimmt nicht
Reynhard Boegl - Bluesrootsrock (2020)
Bluesrootsrock (2020)
"Nur selten kommen sich traditioneller Blues und kraftvoller Rock so nahe."
Die Band des Ausnahme- Harpers und Bluesshouters Reynhard "Rynhrd" Boegl, prominent unterstützt von Fritz Glatzl. Rhythmisch versorgt von Tom Siegl am Bass und Andreas Szelegowitz an den Drums. Das Ergebnis: rauer und dreckiger Blues ohne Klischees, mit der unüberhörbaren Energie von handfestem Rock. Dargeboten in einem virtuosen und druckvollen Stil, dessen Herz in den Roots, der Geist jedoch in der Jetztzeit lebt.
The Blues had a grandchild, and they named it...
Obwohl dies noch eine relative junge Band ist, hat jeder der vier Musiker sein 30-jähriges Bühnenjubiläum bereits hinter sich. Hierbei von einer "alte-Männer-Truppe" zu sprechen wäre aber genauso falsch wie den Blues als "traurige Melancholie" zu bezeichnen. Im Gegenteil wird die jahrzentelange Live- Erfahrung auf der Bühne in pure Energie umgewandelt, einer Energie der sich kaum wer entziehen kann. Die dabei entstehende Musik wurde einmal sehr treffend als "mal kantig, dann wieder mitreißend fröhlicher, kraftvoller Blues-Rock" bezeichnet.
Für den kantigen Anteil des Sounds sorgt vor allem Fritz Glatzl an der Stromgitarre. Über drei Jahrzente Banderfahrung in der wohl dienstältesten österreichischen Bluesband - der "Bluespumpm" - aber auch seine unkomplizierte Persönlichkeit ist in der kompromislos auf das Nötigste reduzierten, groovigen Spielweise deutlich zu hören.
Wie maßgeschneidert passt dies für die druckvolle, virtuose Mundharmonika vom Frontman Rynhrd Boegl. Einordnen läßt sich dessen Harpstil dabei aber kaum. Obwohl Traditionelles durchschimmert meint man mal eine verzerrte Gitarre zu hören, dann wieder eine Orgel oder ein Horn. Alles ist dabei möglich und nichts verboten, damit sorgt Rynhrd mit der Harmonica und den rauhen Bluesshouter-Vocalqualitäten für den hohen Wiedererkennungswert der Band.
Für die nötige rhythmische Versorgung der "Rynhrd Boegl Group" stehen zwei bestens gelernte Instrumentalisten bereit, deren große musikalische Bandbreite die Unverwechselbarkeit des Gesamtsounds perfekt macht.
Tom Siegl am Bass, im Soul und Jazz ebenso Zuhause wie in der lateinamerikanischen Musik und im Rock, ist hierbei der ruhende Pol und Fels in der Brandung. Mal nur wenige Töne, dann wieder aufreizende Melodien, was der Song braucht wird zuverlässig erkannt und gemeinsam mit dem Drummer komplettiert.
Das Schlagzeug bedient hierbei Andreas Szelegowitz, der durch seine instumentale Vielfältigkeit (Gitarre, Klavier, Komposition, Arrangement) erfahren genauso dem selben Zweck dient: die Basis für eine eigenständige, treibende und explosive Blues-Rock- Band zu stellen.
Dass bei soviel akustischer Individualität im Live- Programm viele eigene Kompositionen zu finden sind ist daher nicht verwunderlich - "am Besten läßt sich halt Eigenes eigen umsetzen". Mit Respekt vor den großen Meistern sind aber auch Klassiker des Genres zu erleben. Songs wie "Rock Me Baby" (B.B. King), "Rollin And Tumblin" (Muddy Waters), "Just Got Paid" (ZZ Top) steht dabei ebenso auf dem Programm wie "My Babe" (Little Walter) oder John Mayalls All-Time-Hit "Room To Move".
Rauher und dreckiger Blues ohne Klischees, mit der unüberhörbaren Energie von handfestem Rock. Dargeboten in einem virtuosen und energiegeladenen Stil, dessen Herz in den Roots, der Geist jedoch in der urbanen Jetztzeit lebt.
Roman Josef Schwendt - Teil Vo Mir (2020)
Teil Vo Mir (2020)
Der Künstler und Perfektionist Roman Josef Schwendt ist ein geschickter Beobachter unseres Alltags. In seinen Songs verpackt er die unterschiedlichsten Facetten der Liebe, des Lebens und manchmal des Leidens mit durchaus überraschenden Wendungen.
All das tut Schwendt mit Humor, Augenzwinkern und seinem natürlichen Dialekt, der die Songs umso authentischer macht. Ob alleine an der Gitarre, einfühlsam und berührend oder mit kompletter Band, unterstützt von massiven Grooves ist RJS ein Garant für einen abwechslungsreichen, sowie unterhaltsamen Abend.
Was dem Pop in Österreich noch gefehlt hat? Roman Josef Schwendt.
Rockenschaub - Leben (2020)
Leben (2020)
Das Debütalbum “Leben” des Vollblutmusikers Roman Rockenschaub aus Oberösterreich widmet sich den großen Themen wie Liebe, Geburt & Abschied und überzeugt durch Authentizität, Genremix und Herzblut.
Die Liebe zur Musik wurde Roman Rockenschaub quasi in die Wiege gelegt. Bereits im Alter von 14 Jahren stand er mit seinem Vater und den Geschwistern auf der großen Showbühne. Daraufhin spielte Roman in zahlreichen weiteren Bands, bevor er sich vor drei Jahren dazu entschloss, solo durchzustarten. Bereits seine ersten Veröffentlichungen (“Hausmasterstrand” und “Red mit mir”) bekamen regelmäßig Radio-Airplay und wurden tausende Male auf YouTube geklickt. Sein großes Ziel war aber immer ein eigenes Album und so feilte der Multiinstrumentalist im hauseigenen Studio weiter an seinen Songs zum Debütalbum das Ende Februar veröffentlicht wurde.
Die Songs von Rockenschaub kommen immer mitten aus dem Leben. Der Song “Da Haubenkoch”, eine amüsante Abhandlung über den österreichischen Nationalsport Grillen, “Wochenteilen”, welches das hierzulande beliebte außerhäusliche Feiern zur Wochenmitte beschreibt und “Hausmasterstrand”, in dem er den traditionellen Strandurlaub unzähliger österreichischer Familien an der Adriaküste besingt. Die aktuelle Single “Ausgeliefert” ist hingegen ein wahrer Partykracher und widmet sich der anziehenden Wirkung der Frauen auf die Herren der Schöpfung.
Gesungen wird im Dialekt: “Mir ist es wichtig meinen Gefühlen Ausdruck zu verleihen und dies gelingt mir am Besten in meiner Muttersprache. Meine Lieder sollen zum Schmunzeln, zum Lachen oder auch zum Nachdenken anregen”
Rockenschaub spannt in den insgesamt 14 Songs inhaltlich den Bogen von der Geburt (“Mei Frau”), Krankheit (“Männerschnupfen”) bis hin zum Tod (“Du wirst mir fehlen”). Nahezu alle Songs hat Rockenschaub selber geschrieben und produziert, teils alleine, teils gemeinsam mit Musikerkollegen aus ganz Österreich. “Es gibt so viele herausragende Musikschaffende in unserem Land und so ist es jedes Mal wieder eine Freude, gemeinsam aus diesem großen Pool an Talent, Können und Wissen zu schöpfen und etwas zu schaffen, das anderen Freude bereitet.”
Das Album “Leben” ist ein gelungenes Debüt des Oberösterreichers Roman Rockenschaub. Es beinhaltet großartigen Schlager-Austropop, mit Liedern die stilistisch so abwechslungsreich sind wie auch das Leben selbst.
Roland Neuwirth feat. Florian Krumpöck - Winterreise (2020)
Winterreise (2020)
Man muss nicht "Asterix redt Wienerisch" gelesen haben, um der Meinung zu sein: Dialektfassungen sind eine Hetz und ein Gfrett zugleich. Eine Hetz, weil Welterfolge in Grätzelsprache einfach ulkig klingen. Ein Gfrett, weil diese Bücher oft mit sehr groben Wuchteln arbeiten und die Feinheiten der Vorlage mit Füßen treten.
Roland Neuwirth geht nicht in diese
Gossen-Falle. Eigentlich längst in Künstlerpension, hat der 70-Jährige
Schuberts "Winterreise" in ein Wiener Sprachkleid gehüllt und mit dem
Pianisten Florian Krumpöck eingespielt. Das ehemalige Sprachrohr der
Extremschrammeln verfolgt dabei einen Zickzackkurs: Mal macht er einen
Bogen um Wilhelm Müllers Gedichtvorlagen, um die lebensmüden Lieder mit
neuen dunkelgrauen Worten zu versehen. Mal folgt er aber auch dem Pfad
des Originals und färbt die Zeilen nur Wienerisch ein: "Ois Fremda bin i
kumman / fremd muss i wieda furd / hob glaubt der schene Summa / da
bleib i ewig durt", heißt es zu Beginn. Auch der Grund für den erwähnten
Fortgang und Weltschmerz klingt gleich an: "Und sie sagt no, sie wü mi /
mei Frau wollt’s werdn goa / jetzt geh i und verküh mi / der Schnee
fliegt mia in’d Hoa."
Die Todessehnsucht treibt den Wanderer hier nicht nur
durch den Wald, sondern auch durch Betonwüsten der Gegenwart: Der
vielbesungene "Brunnen" liegt jetzt "nebn da Einfoat" statt vor dem
"Tore", das Posthorn mutiert zum Handy, und das Irrlicht leuchtet als
"Neonlicht da Stroßnschluchtn". Diese Beigaben irritieren nicht, weil
sie sich stimmig in den Tonfall der "Winterreise" fügen. Nur das Lied
von der "Wasserfluth" sticht heraus: Neuwirth hat es in ein
Empathie-Plädoyer für die Mittelmeer-Flüchtlinge verwandelt. Damit setzt
er ein löbliches Zeichen, den Ich-Erzählungen der "Winterreise" aber
auch einen proklamatorischen Fremdkörper auf. Besser fügt sich die
politische Note ins Finale ein: Der Leiermann erscheint als "Immigrant,
der auf seiner Quetschn fremde Liada want" - und den Wanderer vielleicht
in seine Heimat nimmt.
Wie das aus Neuwirths Mund klingt? Schubert hat seine
Trauergesänge so schnörkellos gestaltet, dass eine klassische Schulung
nicht unbedingt nottut. Das hat schon Nataša Mirković-De Ro auf ihrer CD
(Raumklang, 2013) bewiesen und wird von Neuwirth, meist elegant
zwischen Sprechgesang und Chanson-Ton pendelnd, bekräftigt. Seine
Neigung zum Understatement gleicht Krumpöck mit düster brütenden,
aufwühlenden, auch wütenden Klavierklängen aus. Kurz: eine unverhoffte,
aber gefühlsechte "Winterreise".
Nicht so wortmächtig ist Khatia Buniatishvili. Muss sie auch nicht sein - die Frau ist schließlich Pianistin. Im Booklet ihres jüngsten Albums hat sie allerdings ein Experiment gewagt und sich zu jedem Klavierstück ein paar vage, wolkige Worte abgerungen, in Summe bilden sie eine rätselhafte Erzählung. Man muss das nicht mögen, um Buniatishvilis Spiel zu schätzen. Die Georgierin, live als Tastenlöwin bekannt, arbeitet sich durch eine eher leise Playlist vom Barock bis in die Gegenwart und gestaltet Seelentröster wie Brahms’ Intermezzo op. 118/2 und Liszts Consolation Nr. 3 so schwelgerisch wie klangschön.





























