Freitag, 31. Juli 2020

Шапка (Schapka) - Wir sind Propaganda (2017)

Wir sind Propaganda

Alles wird zu Aktivismus – Schapkas überzeugendes Debüt »Wir sind Propaganda«
Schapka haben euch was mitgebracht: das Album »Wir sind Propaganda«, das euch endlich den letzten Rest der binären Geschlechterordnung aus dem Hirn blasen wird. Versprochen.
Kunst ist immer politisch. Das haben sich die vier Schapka-Mitglieder wohl irgendwo auf die Stirn tätowiert, so der Eindruck, wenn man ihrem Debütalbum »Wir sind Propaganda« lauscht. Vielleicht auch auf Russisch – wie ihr Bandname, der eigentlich Шапка geschrieben wird und übersetzt »Haube« bedeutet. So wird alles, was Schapka angreifen, zu Aktivismus: Wenn sie am Internationalen Hurentag am Urban-Loritz-Platz auf- und damit für ein Ende der Stigmatisierung eintreten. Wenn sie am Protestsongcontest 2017 mit »USQQ« und Herzchen auf den Wangen Queerness-Quoten fordern. Oder wenn das vor Kurzem veröffentlichte Musikvideo zur Single »Vibratorinnen« vom lila Ladyfinger mit Wackelkontakt erzählt.
Und jetzt auch das Debüt, das sich mit seinen Nummern wie das Zehn-Punkte-Programm einer fantastischen Queer-Partei liest. Gleichzeitig ist »Wir sind Propaganda« aber auch ein Geburtstagsgeschenk an die Bandmitglieder selbst, feiern Marie Luise Lehner, Laura Gstättner, Dora Lea de Goederen (überdies Drummerin bei Dives) und Lili Kaufmann damit doch auch das fünfjährige Bestehen Schapkas. 
Eine verliebte Waschmaschine
Was bei so einem Debüt natürlich nicht fehlen darf? Ein eigens kreiertes Zine. Ganz gemäß der Riot-Grrrl-Tradition. Musikalisch verbirgt sich aber noch viel mehr als Drei-Akkorde-Punk hinter den zehn Songs auf »Wir sind Propaganda«. Zwischen hingerotzten Gitarrenriffs und politischen Kampfansagen kommt die Band mit Songs wie »Durchnachtet und überlebt« auch einmal zur Ruhe. Das klingt dann schon wieder fast mehr nach verjazztem Experimental als nach Bikini Kill. Und ein Song wie »Elisabeth« wird gar zur Indie-Ballade an eine verliebte Waschmaschine.
Mit Wortspielereien wie »Oder in der Bim noch ein Sudoku am Weg in die Boku« (»Fahrschule Ekstase«) beweisen Schapka außerdem Gespür für die richtige Line. Jeder einzelne Song verbirgt ein kleines Manifest, etwa »No No No«: »Feminism is not a radical theory against man. No!« Wer Antworten abseits des herkömmlichen, auf H&M-Shirts gedruckten Marketplace Feminism sucht, wird hier fündig.
 

Donnerstag, 30. Juli 2020

MONOBROTHER

Haschgiftspritzer (2009)
Haschgiftspritzer

Unguru (2012)
Unguru

 Solodarität (2019)
 Solodarität

Monobrother ist ein österreichischer Hip-Hop Musiker aus Wien. Er ist in Wien-Leopoldstadt und Wieselburg aufgewachsen. Im Jahr 2014 war er für den Amadeus Austrian Music Award in der Kategorie HipHop/R'n'B nominiert und lehnte die Nominierung neben den Künstlern HVOB und Naked Lunch in einem öffentlichen Statement auf Facebook ab.[2]

Der Mundart-Rapper Monobrother überzeugt auch auf seinem dritten Album „Solodarität“ mit zynischer Poesie im Wiener Schmäh. Der „Stuwerboy“ führt uns durch sein Grätzl in Wien Leopoldstadt: das Stuwerviertel. Eine Reportage über einen Stadtteil zwischen urbaner Dorfromantik, Rotlichtmilieu und Gentrifizierung.

Noch leuchten keine roten Lichter im Stuwerviertel. Der Go-Go-Schuppen Xena Bar könnte Freitag Nachmittag auch als Kostümverleih durchgehen, das Cafè Pam Pam tatsächlich als Imbiss-Stube. „Es wird sehr viel Tam Tam um den Strich gemacht. Doch die Bewohner hier empfinden die Rotlicht-Lokale nicht als anrüchig, sondern als Nachbarschaft“, erklärt Monobrother sein Viertel, nachdem wir vom Wiener Wurstelprater in die „Innereien“ des Stuwerviertels vordringen. „Das Aufregendste am Stuwerviertel ist seine Unaufgeregtheit. Und dass hier alle Schichten nebeneinander leben.“
Hoch die Solodarität
Der Wiener Mundart-Rapper hat soeben sein drittes Album „Solodarität“ veröffentlicht. Das auf dem Label Honigdachs erschienene Werk ist eine lyrische wie musikalische Sternstunde des österreichischen HipHops. Monobrothers Feder beißt genussvoll dem postmodernen Individuum ins Wadel. Eine Empfehlung für alle Rapfans, Poeten und Kabarett-Freunde, die den Fleiß zwischen den Zeilen zu schätzen wissen – und für alle Bobos, Hipster und Weltverbesserer, die gerne über Bobos, Hipster und Weltverbesserer lästern. Monobrother hält den Spiegel hoch für euch/uns/die anderen.

Als Vorboten droppte Monobrother den Song „Stuwerboy“, eine Hommage an sein Grätzl im zweiten Wiener Gemeindebezirk, in dem der 33-Jährige seine ersten zehn Lebensjahre und die letzten zehn Jahre gelebt hat. Dieser Song ist der Soundtrack dieses Texts. Volle Konzentration macht sich bezahlt, denn wie in jedem Monobrother-Song ist auch hier die Pointendichte kaum in einem einzigem Hördurchgang erfassbar. 
Die positivste Seite ist die Negativität
Wenn Monobrother an seine Kindheit im Stuwerviertel zurückdenkt, erinnert er sich an Kindergeschrei, FSK ab 18-Programm und G’schichten von Bauchstichen. Doch er zählt nicht zu jenen Rapfiguren, die ihre Straßentauglichkeit mit solchen Themen auffetten müssen. Wie schon mit den Brüdern im Geiste Kreiml & Samurai eindrucksvoll bewiesen („Wiener“), schießt der Wiener Schmäh, angesoffen voller Zynismus, Ironie und Grant, durch seine Adern wie das violette Blut seiner Austria Wien. Obwohl der hühnenhafte Monobrother die Gene eines korbgefährlichen Basketball-Centers in sich trägt, die er schon mit seinem Kumpadre Skero besungen hat („Kopf im Gnack“).
Dass er als Kind vom Probetraining bei der Austria rausflog, weil er in Badehose und Converse auf den Platz kam, soll später nur als logische Konsequenz seiner Unangepasstheit gedeutet werden, die ihn so angenehm abhebt vom heutigen Rap-Mainstream. Daher verwundert auch kaum sein Urteil, wenn er vom benachbarten Querulanten erzählt, der es mit aller Mühe allen Menschen schwer machen will: „Der Typ will gehasst werden, was ihn auf absurde Art schon wieder sympathisch macht."
Das Paradies zum Selberbasteln
Wir spazieren über das Kopfsteinpflaster in Richtung Ilgplatz, wo die breiten, von Bäumen gesäumten Gassen des Stuwerviertels zusammenlaufen. „Der Ilgplatz ist meine Oase. Ein Paradies zum Selberbasteln“, beschreibt Monobrother den steinernen Platz mit grünen Sprenkeln, umzingelt von der Ellipse eines Kreisverkehrs. „Der einzige Kreisverkehr, der mich auf abstrakte Weise anspricht.“ Und Monobrother weiß, wovon er redet, schließlich verbrachte er zehn Jahre dort, wo Kreise zur Kunst erhoben werden: in Niederösterreich („Mostblock“).
Er zeigt uns seine Frisörin Anita, bei der er sich zu Mitternacht zur Musik vom Nino aus Wien die Haare schneiden lässt. Wo heute Buffalo Hot Wings verkauft werden, residierte vor kurzem noch ein Handyshop, der sich auf die vier Grundbedürfnisse der Generation Smartphone konzentrierte: Ankauf, Verkauf, Reparatur, Mehlspeisen.

Neben dem Zirkus und Clownmuseum Wien erstrahlt das Zentrum des Ilgplatzes: das dezentral. „Stammhitt’n“ nennt Monobrother sein Beisl ums Eck. „Im dezentral habe ich Lebensjahre verloren.“ Da schreit ihm ein Bekannter: „Versteckst di unter der Kapuzen?“. Monobrother: „I war gestern unterwegs“. „Na, so schaut er aus!“.
Zur Krönung jeder Restfetten empfiehlt Monobrother die galligsten Spaghetti Carbonara in der Pizzeria Maradonna, dem Vapiano des Stuwerviertels. Beim Namen der deutschen Gastronomiekette vergeht ihm eher der Appetit.
Feinkost Julia vs. Biokistl
Seitdem 2013 nebenan der Campus der Wirtschaftsuniversität eröffnet und der Straßenstrich hinter verschlossene Türen gesperrt worden ist, haben sich viele Studenten angesiedelt. Monobrother amüsiert sich über „diese Bodymassindex twitternden Wohlfühlbrigaden auf Anti-Debreziner“ und die „High-Potentials“, die vorm Stuwerviertel fremdeln, „weil do menschelt’s“.
Als wir am Vorgartenmarkt ankommen, verdeutlichen sich die Anzeichen der Gentrifizierung und ihre „soziale Ambivalenz“, wie es Monobrother nennt. Alteingesessene Betriebe wie Feinkost Julia konkurrieren mit Biokistl-Anbietern und einer hippen Ramen-Bar. Ihr Klientel betitelt Monobrother provokant die „öko-djihadistischen Alnatura-Milizen". „Sie glauben an den guten, gesitteten Wettbewerb und denken, sie könnten mit dem richtigen Konsum den Idealzustand der Welt herstellen. Doch sie gehen durch die Welt wie Hans Guck-in-die-Luft und erwarten, dass alle so leben wie sie.“
Nachsatz: „Ich finde das hochgradig zynisch.“ Warum? „Weil wir in einem ökonomischen System leben, das es nicht mit allen gleich gut meint.“ Doch ist nicht der Konsum eine der wenigen Chancen, welche Konzerne wir unterstützen und welche eben nicht? Bedenkzeit. „Kann schon sein. Man muss sich trotzdem solidarisch mit den Menschen zeigen, die von jenen aus dem Viertel gedrängt werden, die sich unter besseren Voraussetzungen hier ansiedeln. Schließlich geht es um Existenzen.“

Die Grätzltour endet bei einem Wiener Schnitzel im tschechischen Wirtshaus Zum Mährischen Spatzen. Im Kopf bleibt eine Textzeile, die dennoch Hoffnung macht: „Es ist nicht alles Oasch, was glänzt“. Ob es nun die Lackstiefel der Sexarbeiterinnen vom Cafè Pam Pam sind, die Macbooks der zukünftigen Start-up-Gründer oder das in Alufolie verpackte Rindfleisch von Feinkost Julia.

Mittwoch, 29. Juli 2020

Frank Elster - Contenance (2019)

Contenance

Contenance, meine Damen und Herren.
Frank Elster spielen charmant. Wetten Dass? Die 2015 in Wien gegründete Band veröffentlichen ihr Debütalbum „Contenance“ am 8.11. 2019 und präsentieren dieses am 9.11 live im Kramladen Wien. Eine Band wie eine Kardinalschnitte: Flaumig, luftig, zuckersüß. Und so ist auch ihr Debütalbum ein Ohrenschmaus.
 Stücke wie „Contenance“, „Medi Bebi“, „Nein to 5“ oder „Donauland“ oszillieren zwischen verträumten Tinderdates und der kalten Dusche namens Realität. Smooth und federweich gelingt es Frank Elster den heutigen Gesellschaftzustand auf den Punkt zu bringen. Ein Hauch von Pop, Wiener Schlag zum Liebesspiel. Es bleibt dann nur mehr die Frage: Hast du Cola? Wir brauchen „Light“.
Roland - Gesang
Lukas - Gitarre
Markus - Bass
Michael - Schlagzeug

Dienstag, 28. Juli 2020

EsRAP - Tschuschistan (2019)

Tschuschistan

„Tschuschistan ist überall, wo die Diaspora zu Hause ist“

Nach einer gefühlten Ewigkeit, unzähligen Auftritten, mehreren Mixtapes und digitalen Veröffentlichungen erscheint am 28. Juni das Debütalbum „Tschuschistan“ (Springstoff) von ESRAP. Die Geschwister ESRA und ENES ÖZMEN brechen als Duo nicht nur mit Geschlechterstereotypen, weil sie rappt und er singt. Sie entwerfen gleichzeitig auch Real-Utopien wie Tschuschistan, einem Ort an dem alle willkommen sind. Das Release-Konzert fand am Ottakringer Yppenplatz statt und offenbarte dabei ein Tschuschistan, das auf gelebte Erfahrung baut und diese zelebriert. Wie es dazu gekommen ist, erklärten die beiden.

Montag, 27. Juli 2020

Spitting Ibex - Move Something (2017)

Move Something

Den musikalischen Nährboden der Wiener Formation Spitting Ibex bilden das Live-Element und die stilistische Vielfalt - ob pulsierender Funk, Hip Hop, Rock oder Soul: Der Ibex schüttelt alle Etiketten ab und spuckt eine frische Mixtur aus, die letztlich vor allem eins ist: richtig gute Musik.
 Tanja Peinsipp - Vocals
Florian Kittner - Guit
Valentin Zopp - Keys
Florian Jauker - Bass
Alexander Distl - Drums

Sonntag, 26. Juli 2020

MÄUSE

Teen Riot Günther Strackture (1997)
Teen Riot Günther Strackture

 Made In Japan (1998)
Made In Japan

Mäuse (1999)
Mäuse

Nichts Ist Besser Als Mäuse (2011)
 Nichts Ist Besser Als Mäuse

 Das Judasevangelium (2013)
Das Judasevangelium

Mäuse ist eine österreichische Musikgruppe.
Die Band wurde 1994 von Tex Rubinowitz und Gerhard Potuznik gegründet. Das erste Album wurde 1994 auf GIG Records veröffentlicht, floppte jedoch.[1][2] Die beiden folgenden Alben erschienen auf Morbid Records, einem Sublabel von Patrick Pulsingers und Erdem Tunakans Imprint Cheap Records. 1998 löste sich die Band auf.
Ab 2009 kamen Rubinowitz und Potuznik jedoch wieder unregelmäßig für Konzerte zusammen.[1] Bei Liveauftritten wurden beide nun von Philipp Quehenberger am Keyboard und Didi Kern am Schlagzeug unterstützt. 2011 erschien auf Angelika Köhlermann dann zunächst die EP Nichts ist besser als Mäuse. Im Jahr 2013 folgte dann das neue Album Das Judasevangelium.

Samstag, 25. Juli 2020

ANDY RADOVAN

Profession (1988)
 Profession

Naked Heart (1990)
Naked Heart


Andreas Radovan (geboren in den 1960er Jahren in Linz), auch Andy Radovan, ist ein österreichischer Gitarrist, Sänger und Komponist. Er komponierte die Musik für die Kultserie Kaisermühlen Blues und arbeitet am Wiener Burgtheater.
Radovan beschloss bereits im Alter von fünf Jahren, Musiker zu werden. Als er zehn Jahre alt war, wanderte seine Familie nach Südafrika aus. Dort erlebte er Rhythmus, Inspiration und Begeisterung für Musik und entschied sich für die Gitarre. Besonders prägte ihn der südafrikanische Jazz-Gitarrist Johnny Fourie (1937–2007). Mit 16 Jahren ging Radovan ans Berklee College of Music in Boston, 1978 übersiedelte er nach Wien. Dort war der Austropop im Aufschwung und der junge Gitarrist arbeitete rasch für namhafte Gruppen und Solisten: Stefanie Werger, Ludwig Hirsch, Wolfgang Ambros, Falco, Umspannwerk und VSOP. 1980 wurde er als Gitarrist für Leonard Bernsteins Mass an die Wiener Staatsoper engagiert. Gemeinsam mit Georg Gabler komponierte und produzierte er für Alexander Goebel die Top-Ten-Hits "Sysiphus" und "Dieser Körper ist der nackte Wahnsinn". Mitte der 1980er Jahre begann eine intensive Zusammenarbeit mit Rainhard Fendrich, er wurde Bandmitglied, leitete von 1987 bis 1989 die Live-Auftritte Fendrichs und war auch noch an den Tourneen 2004 und 2006 beteiligt. Radofan arbeitete an 5 Fendrich-CDs mit, darunter "Macho, Macho" und "I am from Austria".
1988 brachte Andreas Radovan sein erstes Solo-Album heraus: Profession. Mit dem Song Another day in paradise landete er einen Hit und erhielt die Auszeichnung "Album of the year" von Ö3. 1989 erschien das in Südafrika produzierte Folgealbum Naked Heart. Ab 1992 verantwortete er gemeinsam mit Arthur Lauber die Musik zur Kultserie Kaisermühlen Blues und gab ihr auch den charakteristischen Gitarrensound. Es folgten weitere Projekte für Film und Fernsehen, vor allem in Zusammenarbeit mit dem Regisseur Reinhard Schwabenitzky, darunter 2010 Eine Couch für alle. Eine langjährige Zusammenarbeit verband ihn auch mit der österreichischen TV-Show Starmania, er arrangierte und produzierte eine Reihe von Playbacks u. a. Hof Stuff für Christina Stürmer, Für mich soll's rote Rosen regnen für Vera Böhnisch oder Herz wia a Bergwerk für Felicitas-Zoe Neubersch. Darüber hinaus übernahm er auch das Sound Design für Unternehmen und Werbung, sowie die musikalische Konzeption und Leitung von Events.
Im Jahr 2000 begann seine Arbeit am Wiener Burgtheater – als Gitarrist, fallweise auch als Akkordeonist und Vokalist. Seither tritt er regelmäßig an Österreichs bedeutendster Sprechtheater-Bühne auf, beispielsweise in Reineke Fuchs (2000), Wildes Wetter (2009), Der Zauberer von Oz (2010), Zwischenfälle (Regie: Andrea Breth, 2011), In 80 Tagen um die Welt (2012), Über'd Häusa und Spatz und Engel (2013), zuletzt gemeinsam mit Matthias Jakisic in der Uraufführung von Maja Haderlaps Engel des Vergessens (Regie von Georg Schmiedleitner) am Akademietheater (2015). Seit 2006 komponiert und produziert er für den damals von Nina Blum neu gegründeten Märchensommer Niederösterreich Songs und CDs. Er arbeitet aber auch für die Schlossspiele Kobersdorf und das Landestheater Niederösterreich, geleitet von der künftigen Salzburger Schauspieldirektorin Bettina Hering.
Andreas Radovan lebt mit seiner Frau und vier Töchtern in St. Pölten. Sein Bruder Christian Radovan ist Jazz-Posaunist.

Freitag, 24. Juli 2020

Yukno (ex Neo Disco) - Ich Kenne Kein Weekend (2018)

Ich Kenne Kein Weekend

Es ist ein dunkles, tiefes Pochen in der rechten Schläfe. Die Nacht war lang, der Morgen ist zu kurz. Und trotzdem, das Herz ist irgendwie leichter. „Mein Geist war befreit von der Körperlichkeit“, sind nach fast einminütigem Intro die ersten Zeilen, die Georg Nöhrer, Sänger von Yukno, im Song „Sonne“ dem Mikro mitteilt. Man sieht ihn dort sitzen, hinter sich der Berg an Erfahrungen, es sind nicht nur gute dabei.
Yukno waren früher Neodisco, eine noch schülerhaft gegründete Spaß-Truppe, nach eigenen Aussagen zwischen Club und Zeltfest oszillierend, Musik, die am besten zu einer starken Mischung Cola-Rot schmeckt.
Und auch, wenn das nicht das Nationalgetränk ist, hat es breitenwirksam funktioniert, Sony Austria hat mit Stift und Vertrag um Autogramm gebeten. Die anfangs noch vier, dann drei Mitglieder von Neodisco schlagen ein, was will man mehr, aus der steirischen Provinz hinauf auf die Bühnen immerhin des Landes, der Bundesländer. Unbedarft, so erzählen sie später, man wollte eben einfach spielen, und hinaus in die Welt.
In Nachhinein betrachtet, war Neodisco, trotz bunter Schweinwerfer, Heurigenbänke und garantierter Eskalation immer schon ein Projekt mit Ablaufdatum. Yukno heben sich 2015 aus der Asche des Schulbandprojekts, als Mitglieder bleiben nur die Brüder Georg und Nikolaus.
Und das soll auch der neue Sound sein: Ehrliche, direkte, unaufdringliche Musik. Schon auch noch für den Dancefloor gemacht, aber gleichzeitig für die stillen, einsamen Gedankengänge. Auch auf der Bühne wird getauscht, die Texte schreiben die beiden zwar gemeinsam, Nikolaus schenkt seine Aufmerksamkeit live aber jetzt vermehrt den Synthesizern statt dem Gesang.
Klingt nach Yukno
„Wo das Leben sich dem Schicksal fügt, bist du endlich angekommen“, heißt eine Zeile im Song „Land“. Ihre Sprache haben Yukno dem Österreichischen dezent entfernt. Was soll’s, die Festivalbühnen sollen auch im Nachbarland erobert werden, und dieser Plan wird wohl aufgehen. Direkt, klar und poetisch trägt mehr die Stimme als die Melodie die Songs in abgeklärter Monotonie durchs Album. An ihrer Seite ein Bass, der nie zur Ruhe kommt. Der anfangs ungeplante minimalistische Ansatz, die Songs um ihn herum zu konzipieren, hat sich als Glücksgriff erwiesen, und das nicht nur, weil der E-Bass ein so herrliches Live-Instrument ist. Er erinnert an einen klopfend-knirschenden Holzfußboden, auf dem man mit schweren Stiefeln dahinstolpert. Er prägt die Musik von Yukno und ist ein erdiger Signature Sound, auf den sie stolz sein können. Einer, der vielen Bands gerade anfangs fehlt.
Das ist Indie-Pop
Was Yukno jetzt machen ist Indie-Pop. Nicht nur dem Genre-Begriff entsprechend, sondern wirklich indie, independent. Den Major-Deal haben Georg und Nikolaus Nöhrer - samt eingerosteter Disco – mit einem letzten, freundschaftlichen Handschlag abgegeben. Jetzt entscheiden sie selbst über Songauswahl, Releasedatum, Bühnenoutfit. Wieder zurückeroberte Entscheidungshoheit, die Hand in Hand mit dem Prozess geht, den sie als „das Herauswachsen aus der Pubertät“ beschreiben.
Bei Yukno fließt viel zusammen, die Banderfahrungen, aber auch das eigene Erwachsenwerden. Große Helden der österreichischen Texterei wie Ludwig Hirsch, der seines Zeichens sogar ein guter Freund von Papa Nöhrer war, treten aus Kindheitserinnerungen wieder nach Vorn ins schreibende Bewusstsein. Und texten, das können Yukno: klar formulierte Gefühlsfetzen, das große Drama klein gemacht, für jeden und jede, präzise, direkt, aber eben wie geplant, angenehm unaufdringlich.
„Das ist mehr als ein Tanz, ich sprech’ zu meinen Göttern“, schon ein älteres Beispiel, Yukno haben schon 2015 und 2016 je eine EP veröffentlicht, die sich soundmäßig dem Anfang Februar veröffentlichten Debütalbum „Ich kenne kein Weekend“ angenähert hat. Jetzt ist Yukno so, wie sich die beiden Musiker das vorstellen.
Wochenende, seven days long
Der Titel „Ich kenne kein Weekend“ klingt nach einer neuen Hipster-Bar, gemunkelt wird über Joseph Beuys-Referenzen, der eine seiner Installationen gleichnamig betitelt hat. Yukno sehen sich nicht als große Kunstkenner, aber sie kennen ihre Kunst: so machen sie aus Beuys’ Gedanken ihre Systemkritik. Einerseits ist es ein Abgesang auf das Leben im 40-Arbeitsstunden-Hamsterrad, das das Glück auf zwei Tage limitiert. Es ist aber auch Ausdruck dessen, wie Yukno mit ihrer Muttersprache arbeiten. Das holprig Denglische stellen sie dabei bewusst und plakativ in den Vordergrund.
Die erste veröffentlichte Single unter dem neuen Bandnamen Yukno, „Feuer“, entsteht noch in gerechter Aufteilung zwischen englischem und deutschem Text. Auf „Ich kenne kein Weekend“ ist außer dem begehrten Wochenende so gut wie nichts Englisches mehr zu hören. Yukno verwenden die Sprache, wie sie eben im everyday life funktioniert, und wer hat da nicht schon mal ein „Alright“ oder „Whatever“ verwendet.
Schon der Bandname selbst liest sich wie ein akklimatisiertes Fremdwort. Da passt es gut, dass auch der Song „Yukno“, mehr gelesen als gesungen von einer nicht näher benannten Frauenstimme, den Namen in ein „You know“ hineinverwischt. Man wird erst spät, oder überhaupt nicht dahinter kommen, dass es sich eigentlich um ein auf Koreanisch eingesprochenes Gedicht handelt.
Die Stimme wird am Album nur dieses eine Mal getauscht, die Erzählperspektive dafür umso lieber. Auf „Blut“ etwa, so rot und heiß und schön wie die Liebe, um die es auch geht. Ein romantisches Szenario. „Blut“ schleicht sich an wie ein Krimi, gedreht draußen, vielleicht in Donaustadt, in dichtem Nebel. Die Tatwaffe: emotionaler Abgrund. „Ziel’ auf mein Herz und dann füll’ mich mit Blei.“ - Es ist das geliebte Opfer, das hier erzählt, und es sitzt genau in der Schusslinie.
„Ich kenne kein Weekend“ ist nicht nur ein zeitgemäßer Titel. Auch die Band trifft damit einen schon juckenden Nerv. Yukno haben für ihr Debütalbum eine persönlich und musikalisch spannende Schwelle überwunden. Im passenden Jargon: Auf nach Tomorrowland.

Donnerstag, 23. Juli 2020

NEODISCO

 All Pick No Noobs (2010)
All Pick No Noobs

Wir heben ab (EP 2011)
Wir heben ab

Krawalle und Liebe (2013)
 Krawalle und Liebe

 Kreativ verbraucht (EP 2014)
 Kreativ verbraucht

Neodisco war eine deutschsprachige Band aus Graz, Österreich.[1]
Die aus Oberfeistritz und Stubenberg in der Steiermark stammende Band besteht seit dem Jahr 2009 und hat sich aus dem Brüderpaar Nikolaus und Georg Nöhrer formiert. Kurze Zeit später stieß dann auch Sebastian Hofer zur Band und machte das Trio Neodisco komplett. Ihre ersten musikalischen Erfahrungen sammelten sie im Internet auf verschiedenen Online-Plattformen, wofür auch die ersten eigenen Beats und Songs produziert wurden.
Im Jahr 2010 veröffentlichte das Trio das Download-Album All Pick No Noobs. Ende 2010 stellten die drei Bandmitglieder von Neodisco Hoch vom Dachstein an ins Netz. Nach einigen Homerecording-EPs folgte 2011 mit Wir heben ab die erste Veröffentlichung beim Major Label Sony Music. Am 26. Oktober 2012 wurde die Single Hölle veröffentlicht. Nach zahlreichen weiteren Tracks, Remixen und einer EP erschien am 26. April 2013 das Debütalbum Krawalle und Liebe,[2] das elektronischen (Post-)Hip-Hop mit Bandelementen kombiniert. Krawalle und Liebe wurde in Deutschland und Österreich auf dem Label Columbia Records veröffentlicht und stieg auf Platz 18 in die Österreichischen Charts ein.[3]
Die Musiker leben in Graz.
Im Oktober 2015, nach einer Pause von 10 Monaten, gab die Band bekannt, vorerst nicht mehr aktiv zu sein und verwies auf die neu gegründete Band Yukno, die sich musikalisch in eine andere Richtung bewegt.[4]

Dienstag, 21. Juli 2020

LSeiterD - Ayahuasca in Alaska (2019)

Ayahuasca in Alaska

"Ein wiener Hörspiel für die ganze Familie" Ayahuasca in Alaska ist das Debut-Album des legendären Duos LSeiterD. Eine gesellschaftskritische Odyssee die zwischen Rauschgift, Hülsenbier, Stammbeisl, AMS, Gemeindebauwohnung und eine Menge wiener Charme stattfindet. Der liberale Zuhörer sei gewarnt: dieses Album kann an manchen stellen politisch inkorrekt sein... aber das ist Wien.
Vocals, Bass, Guitar | Peter Kornigg
Vocals, Synth, Guitar | Daniel Stolzlederer

Montag, 20. Juli 2020

Toni Nemo - Banalphabetismus (EP 2019)

Banalphabetismus

Toni Nemo ist ein Wiener Gitarrist und Sänger. Seine Lieder werden von pointierten Texten getragen, die die Grenze zum Seltsamen oft überschreiten. So ist es ihm möglich, sich auch schwierigen Themen wie Intimfrisuren aber auch Beziehungsproblemen anzunähern, die sonst in Songs nicht glaubhaft abgehandelt werden können.
Vordergründig witzig, hintergründig hintergründig.
Die Musik hat Ohrwurmcharakter und ist gut gemachter Gitarren-Pop im besten Sinne des Wortes.

Sonntag, 19. Juli 2020

AARDVARKS

Aardvarks (1982)
 Aardvarks

The Aardvarks' Second (1984)
 The Aardvarks' Second

Don't Wake The Sleeping Dogs! (1987)

Don't Wake The Sleeping Dogs!

http://www.aardvarks.at/

SIEHE AUCH HIER

Samstag, 18. Juli 2020

Little Big Sea - Stranger Places (2019)

Stranger Places

 Little Big Sea haben sich auf eine lange Reise begeben: „Stranger Places“ spielt zwischen Tasmanien und dem Toten Meer, in einem alten VW Bus, der durch Frankreich tuckert und in einer Stadt, die am Ende des Albums eine fremde Stadt ist, weil in der alten alles auseinanderbrach. Das in Wien und Berlin lebende Duo führt in ihrem zweiten Album an exotische Orte und manchmal auch weit zurück in die Vergangenheit. So versetzt sich Sängerin Marlene Weber ins alte Rom unter Kaiser Nero, oder sie besingt den Winterpalast der russischen Zarin. Dann aber sind die Lyrics plötzlich wieder unmittelbar und intim – und in beiden Fällen stets mit einer narrativen Kraft, die die Musik von Little Big Sea zu etwas Besonderem macht.

Donnerstag, 16. Juli 2020

Die Wohngemeinschaft - Perspektive (2016)

Perspektive

Die Wohngemeinschaft über sich

Es gibt Zweckgemeinschaften und Agrargemeinschaften. Es ist schwer die Wohngemeinschaft zu definieren… eine Agrargemeinschaft ist sie eher nicht.
Und das obwohl Sascha und Mirjam Pedrazzoli in einem verschneiten Tiroler Bergdorf aufgewachsen sind. Die Jugend war hart und entbehrlich. In einer Landschaft in der es 10 Monate Winter und 2 Monate kalt ist, muss sogar im August jeder Liter Trinkwasser mühselig dem Gletscher abgerungen werden.
Eine kalte Welt, mit harten Menschen. Die Wohngemeinschaft brach mit sonnengegerbter Haut auf um in der großen weiten Welt Neues zu entdecken. Das Budget reichte leider nur bis Wien und dort nur fürs Musikstudium. Vom Leben gezeichnet kehrten Sie nach Jahrzehnten in die Heimat zurück, nur um festzustellen, dass mit Qualität beim Apré-Ski kein Geld zu verdienen ist.
Heute spielt und schläft die Wohngemeinschaft Seite an Seite und im feuchten Auge der Profimusiker spiegeln sich der Flug des Adlers, klare Bergseen und ihre Musik erzählt die Geschichte von der Ferne.

Dienstag, 14. Juli 2020

Montag, 13. Juli 2020

Bryan Benner & The Pool Boys - Fat Sunshine (2017)

Fat Sunshine

Sich selbst bezeichnet der 31-jährige Bariton, Gitarrist und Singer-Songwriter Bryan Benner gern au-genzwinkernd als “Schubadour”. Ein Etikett, das der außergewöhnlichen Vielfalt seiner musikalischen Leidenschaften und Ausdrucksformen zwar nur ansatzweise gerecht wird, aber seinen unprätentiösen und dabei virtuos verspielten Zugang zu den unterschiedlichsten Genres verdeutlicht.Internationales Aufsehen erregt der Musikant vor allem mit der von ihm vor fünf Jahren gegründe-ten Formation “The Erlkings”: ein mit Tuba, Gitarre, Cello und Schlagzeug ungewöhnlich besetztes Band-Quartett, das den von Benner respektvoll ins Englische übertragenen Kunstliedern - in erster Linie von Schubert und Schumann - mit Kreativität, Sorgfalt und Herzblut ungewöhnliche, neue musikalische Gewänder anmisst. Ohne die klassische Tradition je spekulativ zu verraten, macht sich Benner das Liedgut auf diese Weise zueigen und haucht ihm - auch durch die beherzte Präsentation - einen zeitgemäßen Atem ein.Seine Lehr- und Wanderjahre verbrachte der in Orlando (Florida, USA) geborene Benner zunächst - mit Unterstützung eines Privatstipendiums von Sir Sean Connery - in Glasgow am Royal Scottish Conservatory. Nach Abschluss seines Gesangsstudiums und einer zweijährigen Zwischenstation in Italien, von der er vor allem seine Liebe zum neapolitanischen Volkslied mitnahm, setzte er seine Ausbildung 2011 mit dem dreijährigen Masterstudiengang für Sologesang - u.a. in der Liedklasse von Angelika Kirchschlager - am Wiener Konservatorium fort. Seither lebt und arbeitet er in Wien: “Was kann sich ein Musiker Besseres wünschen?”Mit dem 2015 gegründeten Quartett “Die Wandervögel” widmet er sich in der Tradition von “Zup-fgeigenhansel” der Wiederbelebung österreichischer, deutscher und jiddischer Volks-, Soldaten-, Arbeiter- und Bauernliedern aus den letzten vier Jahrhunderten. Als Singer-Songwriter geht er bei der Vertonung seiner Lieder stets neue, unterschiedliche Wege: zusammen mit seiner Band “Bryan Benner & The Pool Boys” (CD “Fat Sunshine”), im Duo mit dem Multiinstrumentalisten und Sänger Christoph Zimper (CD “Giniginamar”) oder, wie zuletzt, ganz im Alleingang (DCD “The Modern Man, The Modern Muse”).Um seinen vielen verschiedenen musikalischen Leidenschaften eine gemeinsame Bühne zu bieten, schuf er 2015 auch den “Late-Night Liederabend”, zu dem er seither monatlich an wechselnden Lo-cations jeweils drei hochkarätige Acts aus den unterschiedlichsten Genres - von Alternative über Liedermacher, Folk und Jazz bis hin zur klassischen Musik - einlädt, kurze Sets zu spielen und an-schließend gemeinsam zu musizieren. “Ich bin sehr froh, in Wien zu leben”, sagt Bryan Benner, “und ich hoffe, man lässt mich noch lange bleiben. Ich habe nämlich noch sehr viele Ideen.

SIEHE AUCH HIER

Sonntag, 12. Juli 2020

GOLDEN REEF

Out Of The Forest (2005)
Out Of The Forest

 Mockery Moaning (2006)
 Mockery Moaning

 Concrete Woods (2009)
 Concrete Woods

Wolves Are Not Common In Society Nowadays (2012)
 Wolves Are Not Common In Society Nowadays

Golden Reef ist eine österreichische Indie-Band, die seit 2007 in der aktuellen Besetzung auftritt.
Nach der Fertigstellung des zweiten Albums Mockery Moaning gewann Golden Reef 2008 den Bandcontest „Vorarlbergs Beste Band“.[1] Im darauffolgenden Jahr entstand das neue Album Concrete Woods. Das Video zu ihrem Song Lonely Girl wurde bei dem österreichischen Musiksender GoTV ausgestrahlt und stieg in den dortigen Charts auf Platz 10 ein. 2010 wurde das dritte Studioalbum "Concrete Woods" fertiggestellt. 2011 erschien das Album "Wolves Are Not Common In Society Nowadays".


Aktuelle Besetzung
Christoph Comper
Johannes Bischof
Raimund Natter
Mathias Niederwolfsgruber

Samstag, 11. Juli 2020

PRINZ GRIZZLEY (Christoph "Chris" Comper)

Wide Open Country (2016 EP)
Wide Open Country

Come On In (2018)
 Come On In


Im Wald würde ohne Wurzeln kein Baum stehen. Prinz Grizzley hat sich mit ganz vielen verschiedenen Wurzeln auseinandergesetzt. Er weiß, wo der Blues herkommt und hat ganz tief im Country gegraben. So lange, bis unter den Fingernägeln kaum mehr Platz für noch mehr fruchtbare Erde war. Als er das Gefühl, die Seele dieser Musik in sich aufgesogen hatte, fand er sich immer mehr mit seinen eigenen Wurzeln, seiner Heimat dem Westen von Österreich konfrontiert.
Umgeben von Bergen, Wäldern, Starrsinn, Herzenswärme, Religiosität und Teils sehr einfachem Leben, fand er Inspiration zu Songs die auch über dem grossen Teich, ein wenig Südlich entstehen hätten können. Americana-Music gefiltert und genährt durch den Boden auf dem er steht!

Chris Comper alias Prinz Grizzley kommt zwar nicht aus den USA, doch durch seine Adern fließt der Country. Nun knapp ein Jahr nach der Veröffentlichung seines Albums "Come on in" gibt es ein neues Musik Video, welches im schönen Bregenzerwald gedreht wurde.

Ein emotionaler Song braucht auch ein genauso aussagekräftiges Video, für den 36-Jährigen Musiker war das aber kaum vorstellbar: “I can see darkness” ist einer meiner persönlichsten Songs auf meine Album “Come on in”, da ich ihn zu einer Zeit geschrieben habe in der Verlust und Vergänglichkeit ein großes Thema bei mir waren. Deshalb war es eigentlich nicht meine erste Wahl für ein Musikvideo, weil diese Themen in einem Musikvideo eher schwer umzusetzen sind.” Doch genau diese Herausforderung hat ihn gereizt dieses Lied in ein Video umzusetzen.
Schoppernau als Kulisse für das Drama
Doch nicht nur die Macher des Videos sind an dem Erfolg beteiligt, auch die passende Location spielte da eine große Rolle. Die Kapelle Schalzbach in Schoppernau diente deshalb als Schauplatz für die emotionale Geschichte.
Was Niklas Schwärzler und sein Team vom Forest Network aus meinem Song gemacht haben ist unglaublich. Mit jugendlichem Eifer und viel Einfühlungsvermögen haben sie dem Song auch bildliche Tiefe hinzugefügt”, erzählt der Bregenzerwälder  mit einem breiten Grinsen.

Freitag, 10. Juli 2020

FRANZ KAISER & DIE SPASSTROMPETEN

DasGenreIstPornoFunk (EP 2014)
DasGenreIstPornoFunk

Dr. Pop (EP 2014)
Dr. Pop

Liebe Liebesüchtige, lieber Liebessüchtige!
Lege in Vorbereitung auf die Erfüllung des so zart jungen Jahres Deine Familienplanung ad acta und befreie Dich von zu festen Bindungen. Du sollst das unglaubliche Feuerwerk von Lust und Leidenschaft gepaart mit heißen Akkorden und süßen Melodien in vollen Zügen genießen können. Uneingeschränkt von Zwängen und Pflichten. Lass Dich von purem Glück übergießen. Lass aus allen Poren reine Hingabe quellen. Lass Dich gehen!
 Franz Kaiser & Die Spasstrompeten sind 4-5 ambitionierte Künstler, die alles daran setzen die frohe Botschaft des Pops in die Welt hinauszutragen. Eine bunte Mischung aus Synthie/Electropop, Funk, Rock, Electronic und Performance, die ihres Gleichen sucht!

Donnerstag, 9. Juli 2020

Der Schwimmer - Poplawok (2010)

Poplawok

Der Dialekt-Rebell
Der Schwimmer zeigt auf "Poplawok", wie Elektronik mit steirischem Dialekt harmonieren kann.
Auch Burt Lancaster ist ein Schwimmer. In dem Streifen "Der Schwimmer" aus dem Jahre 1966 entschließt sich Lancaster als vom Schicksal gebeutelter Vorstädter an einem Sommermorgen, durch die Pools eines elitären Vorstadtbezirks von Conneticut nach Hause zu schwimmen. Bei seinem situationistischen Ausflug wird Lancaster mit seiner Vergangenheit, mit ehemaligen Liebschaften, mit Leidenschaft aber auch mit Demütigung konfrontiert. Von dieser abseitigen Tour hat sich der 1982 nach Wien ausgewanderte Judenburger und Pop-Eigenbrötler Klaus Tschabitzer inspirieren lassen und schon im Jahre 2001 für sein erstes Lo-Fi-Elektronik-Machwerk "Neddy Merril" den Filmtitel als Künstlernamen patentieren lassen.
"Das Schwimmen durch die Pools ist absurd, zugleich ein romantisches Projekt mit einer tragischen Komponente", sagt Tschabitzer, eine Beschreibung, die auch ganz gut auf seine Musik passt. Der Schwimmer verbindet eine ungeniert im Dialekt gehaltene Vortragsweise mit Versatzstücken elektronischer Spielereien und einer am Folk angelehnten Songschreiberqualität. Diese Zugangsweise war bereits in den bisherigen Bandprojekten von Tschabitzer, wie den Scheffenpichlers, den Tango Boys oder der "trashigen Elektronik-Sitzgruppe" Salon Loisitschek, spürbar.
Eine derart österreichische Prägung haben bisher erst wenige dem zeitgenössischen Underground-Pop verpasst. "Bei Attwenger konnte man das erste Mal erfahren, wie Volksmusik noch klingen kann", sagt der Traditionssuchende, dessen kompositorischer Mittelpunkt bislang eine Hammond-Orgel aus den Sechzigern war. Wobei das mit der Traditionssuche nicht einfach ist. "Vielleicht das Original Herberstein Trio aus den Siebzigern, mitunter der frühe Ambros", kann Tschabitzer als schnelle Anhaltspunkte nennen und fügt hinzu: "Heute versuchen sich daran auch Leute wie Birgit Denk." Auch wenn für ihn früher Volksmusikanten ausschließlich "singende Nazis" waren, so sollte man nicht vergessen, sagt Tschabitzer heute, dass Volksmusik immer auch etwas Widerständisches hatte, das leider durch das nationalsozialistische Erbe pervertiert worden sei.
Ähnlich schwierig gestaltet sich die Ausdrucksweise im Dialekt, vorbelastet durch den Austro-Pop. Und in der anglophil dominierten Popwelt nicht gerade ein Verkaufsargument. Für Tschabitzer aber einfach die beste Möglichkeit einer "direkten Ausdrucksweise". Obwohl er sich dem Englischen nicht immer verweigert hatte. So wurde auch das 2004 erschienene Album "Perfect Sunday" ein kauziges und wunderbar gelungenes Electro-Pop-Album.
Auf seiner aktuellen CD "Poplawok" - russisch für "Schwimmer" - entfernt sich Tschabitzer wieder einen Schritt von dieser Gangart, mit einer simplen Erklärung: "Englisch ist einfach nicht meine Sprache." Und seine musikalische Sprache wird stärker als zuvor durch eine wehmütige akustische Gitarre transportiert, die Arrangements sind schlanker geworden, die Hammond-Orgel weniger dominant. Und neben den sanft dahinscheppernden Beats hat der Schwimmer sampletechnisch seine Wohnung zum Klingen gebracht: Tropfen, Brillenetuis und Lampen etwa. Auf der neuen Platte ergibt das zum Beispiel den "Zimmerlampendub". Und wenn es in "Foan" heißt: "I foa in die oandre Richtung, so weit wia I halt moag", besetzt der Schwimmer auch weiterhin die Nische marktuntauglicher Eigenwilligkeit und schließt den Kreis zum gleichnamigen Film: "Es ist doch wunderbar, etwas Unvernünftiges zu machen".

 SIEHE AUCH HIER

Mittwoch, 8. Juli 2020

DIE VERBANNTEN KINDER EVAS

Demo (1994)
Demo

Nachtaugen Live in Vaduz (1996)
 Nachtaugen Live in Vaduz

Die verbannten Kinder Evas ist ein österreichisches Musikprojekt, das 1993 von Richard Lederer und Michael Gregor in Wien gegründet wurde. Der Name leitet sich von einer Zeile des Salve Regina her. 
1993 begann Richard Lederer, bedrückt über die Ergebnisse seiner Band, seine ersten eigenen Stücke zusammenzustellen. Kurz darauf schloss Michael Gregor (Summoning) sich ihm an und brachte seine eigenen Ideen in die einzelnen Lieder. Sie gründeten daraufhin Die verbannten Kinder Evas. Zusammen mit Nora El Shammah und Richards Schwester Julia Lederer nahmen sie den Gesang auf und mischten ihn anschließend zu ihren Kompositionen. Nachdem sie zwei Demos herausgebracht hatten, bekamen sie einen Vertrag bei dem Schweizer Plattenlabel Witchhunt Records. Im März 1995 folgte das erste Album Die verbannten Kinder Evas, das nach der eigenen Band benannt war.[1]
Nachdem das erste Album auf den Markt gekommen war, verließ Nora El Shammah die Band, weil ihr deren Musik nicht gefiel. Kurz darauf verließ auch Michael Gregor diese, weil er sich mehr auf seine eigene Band Summoning konzentrieren wollte.[1]
Nach den großen Verlusten kontaktierte Richard Oliver Falk, Mitglied der Band WeltenBrand und Gründer von MOSrecords, und bat ihn um einen Plattenvertrag bei seinem eigenen Label, weil er mit der Vermarktung von Die verbannten Kinder Evas bei Witchhunt Records unzufrieden war.
1997 erschien das zweite Album der Band Come Heavy Sleep, welches klassischer und vielfältiger war. Die Texte nahm die Band von Percy Bysshe Shelley, einem britischen Schriftsteller aus dem 19. Jahrhundert. Nachdem das Album auf den Markt gekommen war, verlor sich der Kontakt zwischen Oliver und Richard mehr und mehr, und Richard Lederer sah sich ein weiteres Mal gezwungen, das Label zu wechseln. Zudem holte er sich neue Unterstützung durch die Sängerin Tania Borsky, der seine Schwester Julia weichen musste.[1]
1999 folgte das dritte Album In Darkness Let Me Dwell, welches anfangs erst The Spirit of Solitude heißen sollte, unter Napalm Records. Es enthielt weniger klassische Elemente, was die Stimme von Tania kräftiger klingen ließ. Die Texte waren, wie schon bei Come Heavy Sleep, den Schriften Percy Bysshe Shelleys und des Komponisten John Dowlands entnommen.
Kurz nach dem Release des dritten Albums zog sich Sängerin Tania zurück, und Richard war gezwungen, sich eine neue Sängerin zu suchen. Er kontaktierte zuerst die türkische Band Sadistic Spell, mit der er anfangs gute Ergebnisse leistete. Doch von Zeit zu Zeit verloren sie die Lust an dem Projekt und brachen dies ab.
Weiterhin auf der Suche nach einer geeigneten Sängerin, wirkte Richard Lederer zwischenzeitlich an dem Album Let Mortal Heroes Sing Your Fame von Summoning mit.[1]
Nach mehreren Jahren vergeblicher Suche nach einer Begleitung für seine Lieder fand Richard die griechische Sängerin Christina Kroustali. Nach nur kurzer Zeit hatte sie alle Songs von "Die verbannten Kinder Evas" auswendig gelernt, und die Studioarbeiten für das vierte Album Dusk And Void Became Alive konnten beginnen. Innerhalb von 2 Tagen war das ganze Album fertig aufgenommen und erschien am 3. November 2006, wie schon der Vorgänger unter Napalm Records.[1]


Gründungsmitglieder
Richard Lederer
Keyboard, Gesang
Michael Gregor
Aktuelle Besetzung
Gesang, Keyboard
Richard Lederer
Gesang
Christina Kroustali
Ehemalige Mitglieder
Keyboard, Gesang
Michael Gregor
Gesang
Julia Lederer
Gesang
Tania Borsky
Gesang
Nora El Shammah