Love & Other Crimes (1990)
1989-1997 Köflach / Graz
Dietmar „Didi / Dettma" Staudinger: Schlagzeug (bis 1994 und ab 1996)
Erwin Springer: Keyboard (ab 1996)
Markus „Maki" Fink: Gitarre (ab 1996)
Martin „Eisi" Eisenberger: Gitarre (bis 1996)
Matthias „Hias" Eberhart: Gesang, Gitarre
Stefan Stastny: Schlagzeug (1995)
Wolfgang Tschertsche: Schlagzeug (1994-1995)
Wolfi „Huawa" Huber: Bass
Die Orange Baboons verdankten ihre Gründung der Idee von Matthias
Eberhart das Album „Love And Other Crimes" von Lee Hazlewood zur Gänze
zu covern. Die dafür zusammengesuchten Musiker stellten, mit Ausnahme
des Gastschlagzeugers Peter Rekam, bereits die spätere fixe
Bandbesetzung dar. Das Album erhielt, wohl auch aufgrund der gewagten
Grundidee und wegen des schroffen Sounds einiges an Aufmerksamkeit und
lief sowohl in der Ö3 Musikbox als auch in John Peels legendärer
Radioshow. Der „Manager" der Band Roland Martinek (ein alter Freund der
Band aus der Köflacher Gegend, der in Wien einige Kontakte hatte) trug
ebenfalls sein Scherflein dazu bei, dass die relevanten Journalisten das
Album rezensierten. Erschienen war es auf dem eigens gegründeten
bandeigenen Label „Putti Petrol Records". Die zwei Folgeproduktionen
(das Album „Black Bullet Center" und die EP „Skinny Dipping" mit eigenem
Material und dem Waterloo&Robinson Cover „Hollywood" ) wurden dann
vom Label „Gash Records" der bereits verstorbenen Wiener Szenegröße Edi
Ehn herausgebracht.
Die eigentliche Stärke der Band waren aber vermutlich ihre Live - Shows. Den Rock'n'Roll zu zelebrieren und eine Haltung zu transportieren war der Band dabei wichtiger als musikalische Perfektion. Dennoch, oder gerade deswegen galten die Orange Baboons als außergewöhnlich gute Liveband, ihre Auftritte als energiegeladen, laut und wild. Gespielt wurde hauptsächlich in Österreich, es gab aber auch eine Deutschland-, eine Slowenien- und eine Spanientournee.
Musikalisch orientierte man sich an der amerikanischen Grungerock-Szene der späten 80er und frühen 90er Jahre. Zu einigen ihrer ProtagonistInnen, wie etwa zu den „Babes in Toyland" hatte man aufgrund gemeinsamer Konzerte auch gute Kontakte aufgebaut.
1995 konnte über Vermittlung von Michael Hüttler (
Pierrot)
für die Produktion des dritten Albums „100% Homeless" ein Deal mit Sony
an Land gezogen werden. Durch die neuen finanziellen Möglichkeiten
konnte man sich eine Aufnahme in Andi Beits Magic Sound Studio leisten
und mit Virgil Moorefield einen aus der New Yorker Avant-Rock Szene
kommenden Produzenten verpflichten. Als Folge gab es auch Konzerte als
Support von internationalen Größen wie „Melvins", „Giant Sand" oder „Bad
Religion". Dennoch ging zunehmend der „Drive" der ersten Jahre
verloren. Durch die Aktivitäten von Sony machte sich leichter
Erfolgsdruck bemerkbar. Hinzu kam, dass der Grunge-Hype ab Mitte der
1990er endgültig vorbei war und Sony die Band eher in der Punkrock-Ecke
sehen wollte. Die Band, vor allem Eberhart, tendierte zu dem Zeitpunkt
ohnehin in eine ganz andere Richtung: Ein Demo für eine weitere LP mit
deutschen Texten und eigenständigen musikalischen Ideen wurde unter dem
Arbeitstitel „International" aufgenommen. Allerdings zeigten weder
Sonymusic noch andere kontaktierte Labels daran Interesse. 1997
beschloss Matthias Eberhart aus arbeitstechnischen Gründen nach Wien zu
gehen und das Bandgefüge zerfiel.




























