Dienstag, 31. März 2020

GESANGSKAPELLE HERMANN

Mei Goaddnzweag & I (2016)
Mei Goaddnzweag & I

 Ohne Panier (2016)
 Ohne Panier

 Elegant (2017)
 Elegant

Die Gesangskapelle Hermann ist ein sechsköpfiger A-cappella-Männerchor.
Mit den Musikern Simon Gramberger (1. Tenor), Simon Scharinger (1. Tenor), Stephan Wohlmuth (2. Tenor), Joachim Rigler (1. Bass), Robert Pockfuß (1. Bass) und Bernhard Höchtel[1] (2. Bass) – nicht mehr dabei sind die Gründungsmitglieder Lukas und Johannes Sachsperger – singen sie seit 2010 in einer mühlviertlerisch-/ innviertlerisch-/ wienerischen Mischkulanz geistreich, zynisch und im Dialekt über urösterreichische und andere Gegebenheiten. Der Treffpunkt für die Proben der Musiker befindet sich in der Wiener Hermanngasse.[2][3] Musikalischer Leiter ist Bernhard Höchtel.
Auftritte haben sie in Theatersälen, Gasthäusern, Jazzclubs und bei Festivals. Zu hören ist auch Vokalensemble auch in bekannten Konzerthäusern wie dem Wiener Musikverein oder dem Linzer Brucknerhaus.[4] Die Radiosendung Hoamatsound des ORF-Regionalsenders Radio Oberösterreich, die heimischer Musik eine Plattform bietet widmete der Gesangskapelle Hermann eine Sendung. Die Vokalisten zeigen mit ihrem Œuvre, dass Pop nicht zwangsläufig mit Hochsprache und Elektronik in Verbindung stehen muss und sie nutzen mit trendigen Musikvideos erfolgreich Social Media-Kanäle. Auf dem Album Mei Goaddnzweag & I vertonten die Gruppe Text des Innviertler Mundartdichters Hans Kumpfmüller. Das Musikgenre ist schwer einzuordnen, es ist weder Volksmusik noch Dialekt-Pop, bei Online-Musikportalen läuft sie unter easy listening.
Im Präsidentschaftswahl 2016 engagierten sie sich für Alexander Van der Bellen mit einem Wahlkampfsong.
Bei der Uraufführung von Der Rüssel, dem ersten abendfüllenden Theaterstück des österreichischen Dramatikers Wolfgang Bauer im April 2018 begleitete die Gesangskapelle Herrmann das Geschehen mit Volksliedern, Schlagern und Jodlern.[5]

DAVID STELLNER & DAVID STELLNER DUO


David Stellner ‎– Wenn da Vollmond scheint (2013)

Der Multiinstrumentalist, der in die Schlagzeilen geriet als U-Bahn-Picknicker, wie er Birgit Denk bei einer Montagsveranstaltung in der Kulisse erzählte, scheint mit Leib und Seele der Umganssprache verfallen. „Reim di oda i friss di“ ist nicht. Starke Stücke für‘s Jetzt dagegen schon. Soweit muss Austropop gehen. 
Raue Stimme, inwendige, unkitschige Lyrics und Revolutionsbereitschaft stecken in ihm von der Sorte „Scheiß ma nix, i hob wos zum Sogn“. Dabei lässt sich Stellner nicht unbedingt festnageln, denn nicht nur Extrem-Picknicken pflegt er ohne Hintergedanken und Zwangsbotschaft: Interpretation muss Interpretation bleiben, manches lässt er auch in der Musik dem Hörer offen. In diesem Sinn führt der Gitarrist, Sänger, Harmonikaspieler u.v.m. in seiner persönlichen Gedankenreise durch den elf Titel beinhaltenden Tonträger und wirkt in jeder Sekunde glaubhaft.
„Warum hoib, wenn ma gaunz hob’n kann“…
…meint auch, sich nicht zu sehr zu verbiegen.  Kompromisslosigkeit spürt man bei diesem Musiker dadurch, dass er sich offenbar lieber eine Hand abhacken lassen würde, als einen abgedroschenen und/oder schlechten Reim zuzulassen. Das verleiht dem Ganzen eine spezielle Note von „Theatersprache“ und angenehme Ungeniertheit diesbezüglich. Die selbst arrangierten Lieder (vorwiegend sogar selbst komponiert) und Texte kommen unbemüht und treffen oft direkt ins gehirnliche  Emotionszentrum.
„Treibhoiz“ fetzt lässig, „Hätt‘ i gwusst“ hingegen berührt peinlich und handelt von der Unwiederbringlichkeit von Momenten und lieb gewonnenen Menschen. „Wenn da Vollmond scheint“, gehen die Hormone mit ihm durch und an einem anderen einsamen Abend denkt er sich vielleicht: „Schenk ma nur a letzte Nocht“. Was darf man daraus schließen? „Des Leben is a Hua, die da jedesmoi zu vü varrechnet“. Eine geniale Textzeile für das kleine „Hey Joe!“-Gefühl des Gemütlichkeitsrauchers, hier statt in Reggae sogar in Wienerliedmanier gefeiert. Alles in allem leckere Stückerln!
Eine Armada von MitmusikerInnen…

…begleitet den Singersongwriter auf der CD. An den Strings und oft auch auf der Bühne fungiert Raffael Widmann. Mundharmonika, Synthesizer, Bass, Klavier, Perkussion und fette Stimmbänder im Hintergrund tragen die Lieder. Gekonnt werden sie mehr als bedient von  Helena Maertelaere, Maria Luise Nutz, Andrea Nutz Stefan Haslinger, Florian Aschauer, Peter Power, Bernhard Zimmermann und Florian Fitz.

 David Stellner Duo - Mein Lieber Freund und Zwetschkenröster  (2016)
 Mein Lieber Freund und Zwetschkenröster

Wenn einer musikalisch in Wien nichts anbrennen lässt, dann ist das Singersongwriter DAVID STELLNER. Im Duo mit RAPHAEL WIDMANN kommt nun sein neuestes Album auf den Markt. Beide sichern sich mit frech vertontem Schmäh den verdienten Platz unter denen, die neues Wienerlied schaffen.
Die Zutaten: Zwei am Gesang, der eine davon mit Gitarre, der andere mit Geige, eine Prise Dreivierteltakt, Wechselbass, auch mal Reggae, frische, alltagsbezogene Inhalte in Mundart, ein Schuss Tanzbarkeit und Rock ’n‘ Roll im Herzen. Das kleine, feine (quasi) „Packl“ mit niederösterreichischen Wurzeln feiert nach ausgiebigem Bühnenspiel endlich die Veröffentlichung eines schönen Livealbums.
David Stellner gelingt es immer wieder, auch mal bissig beim Namen zu nennen, was sich viele denken. Er macht dabei der Wiener Musik alle Ehre – auch dem Austropop im Übrigen – und hat ein Gespür für die Anliegen der kleinen Frau und des kleinen Mannes. Die Songs gehen von New York über Bibione bis in die Hauptstadt der Musik.
Am Punschstand, wo si olle de Zechn o’gfrean…
… sind nicht nur wollerne Männerunterhosen unpeinlich. Es leben das Selbstgemachte, wie „Söwa gstrickte Seckln“, „Supperln“, das Heimelige, das Gemütliche, soziale Wärme inklusive. Viel Verständnis bringt der von draußt vom Waldviertel herkommende David Stellner auch für das natürlich erwachsende Gefühl des „Jedem-eine-reinhaun-Können“ auf und huldigt Automatismen wie Abgestumpftheit und Gewöhnungseffekt, die ein Leben in diesem Ballungszentrum an der Donau überhaupt erst möglich machen, nicht nur bezüglich Bezirksämtern.
Wos hot da Alk aus dir gmocht, du schaust so grauslich aus?!
Zwischen Lieg‘n reservieren und Bademeisterschickskandalgeschichten, wie im neuen YouTube-Video, wird sich kein Blatt vor den Mund genommen. Das auch im umliegenden Ausland sehr aktive Duo scheut sich zudem nicht, teils berührende, teils brutal direkte zwischenmenschliche Sager aufs Tapet zu bringen, denn was wäre der Alltag ohne Freundschaft und Liebe?
Kana was, wos drin is in dem Tisch
Als Könner zeigen sich die Künstler auch im letzten Titel skurril und wortverspielt, was der Scheibe einen reizvollen Abschluss verleiht. Der Song widmet sich den wirklich wichtigen Fragen des Lebens. Sehr geschmeidig fügt sich dort wie im gesamten Album das Spiel der Geige Widmanns ein und trägt zum ganzheitlichen Wiener Sound bei.
Die Instrumente bescheiden sich professionell auf das Dienlichste und die oft zweistimmig geführten Gesänge harmonieren in Selbstverständlichkeit. Dem nicht genug, basiert dieser Charme auf einem kräftigen Spritzer Selbstironie. Somit ist den Grundpfeilern des Wienerliedes mehr als gedient: immer spitzzüngig, immer augenzwinkernd, aus Liebe, versteht sich – ehrlich und darum herzlich.

Die Wandervögel (David Stellner) - An der Rax (2018)

An der Rax

Die Wandervögel lassen in bester Zupfgeigenhansel-Tradition alte, oft schon vergessene Lieder wieder aufleben, seien es deutsche, österreichische oder jiddische Volkslieder vom 17. bis zum 20. Jahrhundert. Von Amerika über Italien, Serbien und Griechenland bis in die Türkei haben sie Menschen aller Kulturen von der Schönheit dieser Weisen überzeugt. Eine moderne und humorvolle Huldigung des Liederbuchs des Wandervogels aus dem frühen 20ten Jahrhundert, verwoben mit Melodien aus aller Welt. Eine Einladung zum Trinken und Tanzen aber auch zum stillen Hörgenuss gut durchdachter Texte und Arrangements.

Besetzung:
Bryan Benner - Mandoline, Gitarre, Gesang
David Stellner - Gitarre, Gesang
Raphael Widmann - Geige, Gesang
Wolfgang Schöbitz - Kontrabass, Gesang

Waldviertel am Meer (2017) (2 CD)


Die Promotion CD für das Waldviertel ????? (danke an Geri)


Waldviertel am Meer

Super Top Austro Pop (1990) (EMI 12C 066-7 94468 1)


Super Top Austro Pop

TRACKLISTE

Super Top Austro Pop (1988) (EMI 12C 066-7 91762 1)

Super Top Austro Pop


TRACKLISTE

Super Top Austro Pop (1986) (EMI 12C 086-2609441)

Super Top Austro Pop


TRACKLISTE

Sommerhits (1984) (EMI 260 1551)

Sommerhits


TRACKLISTE

Sommerhitzparade (1982) (Atom 500.050)

Sommerhitzparade


TRACKLISTE

Rock News Of Vienna (1985)

Rock News Of Vienna


TRACKLISTE

Rock News Of Vienna Vol. 2 (1985)

Rock News Of Vienna Vol. 2


TRACKLISTE

Neuzeit (1982) (K-tel ‎– TA 617 )

Neuzeit

TRACKLISTE

The Austro Pop Story 40 Stars&Hits (1974) (Atom 63 697)

The Austro Pop Story 40 Stars&Hits



TRACKLISTE

High Light (1983) (Polystar 815 435-1)

High Light


TRACKLISTE

SELTEN GEHÖRT IN ÖSTERREICH Vol. 01-03 (2009)

 
VOL. 01
VOL. 02
VOL. 03

Neonbeats-Austrian New Wave & Postpunk (2010) (2 CD)

Neonbeats-Austrian New Wave & Postpunk


TRACKLISTE

Austro Raritäten (2012) (3CD)

Austro Raritäten


TRACKLISTE

Austropopcollection - Rar & Skurril (4CD) (2013)


Austropopcollection - Rar & Skurril


TRACKLISTE

Austropopcollection (4CD) (2013)


Austropopcollection


TRACKLISTE

Das Match (Immer wieder Österreich) (2008) (2 CD)


Das Match

Austro Hitparade - Die Neue (1993)

Austro Hitparade - Die Neue


TRACKLISTE

Austria Live (1993)


Austria Live

On The Top [Polydor 819 797-1] (1987)

On The Top


TRACKLISTE

Montag, 30. März 2020

BILGERI (Reinhold) 70er Geburtstag 26.03.2020

 Ray & Mick - Oho Vorarlberg (1974 Single)
 Oho Vorarlberg

Reinhold Bilgeri & Michael Köhlmeier - Owie Lacht + bonus (1973 CD 1995
Owie Lacht + bonus

Bilgeri (1982) + Bonustracks (1983 - 1984)
 Bilgeri (1982) + Bonustracks

Video Life (1982)
 Video Life

Alaska (1984)
Alaska

Songs Of Love (1987)
Songs Of Love

Porträt (1988) (2 CD)
Porträt

Porträt 2 (1990)
Porträt 2

Lonely Fighter (1991)
Lonely Fighter

A Man And A Woman (1993)
A Man And A Woman

Heaven On Earth (1994)
Heaven On Earth

Reinhold Bilgeri & Michael Köhlmeier - Live (1995) (2 CD)
Gastmusiker: Peter Wolf 
 Live (1995)

Oho (2001)
Jazzz It (2008)
Jazzz It
Reinhold Bilgeri (* 26. März 1950 in Hohenems, Vorarlberg) ist ein österreichischer Musiker, Literat, Drehbuchautor und Filmemacher.

Reinhold Bilgeri wurde in Hohenems, Vorarlberg geboren. Er ist ausgebildeter AHS-Lehrer für Deutsch, Geographie, Philosophie und Psychologie und unterrichtete am Bundesgymnasium Feldkirch bis 1981. Bilgeri ist in zweiter Ehe mit der Miss Vorarlberg des Jahres 1981, Model und Schauspielerin Beatrix Bilgeri-Kopf, verheiratet. Ihre gemeinsame Tochter Laura wurde 1995 geboren. Das Ehepaar lebt in Lochau.[1] 
Musikkarriere
In den 1970er Jahren gründete er zusammen mit dem Schriftsteller Michael Köhlmeier das Duo Bilgeri & Köhlmeier. Mit dem Lied „Oho Vorarlberg“ konnte das Duo 1973 einen beachtlichen Erfolg in Österreich verbuchen. Regionale Bekanntheit erlangte Bilgeri auch als Sänger der Westcoast-Rock-Band Clockwork, mit der er bis zum Beginn seiner Solokarriere 1981 auftrat.
1981 landete Bilgeri einen Charthit mit dem Song Video Life. Mit Stücken wie Love Is Free oder Some Girls are Ladies feierte er später in den 1980er und 1990er Jahren über zwanzig Erfolge in den österreichischen Pop-Charts. Mit dem Album „*Oho“ kehrte Bilgeri 2001 zu seinen musikkabarettistischen Vorarlberger Wurzeln zurück.
Im Dezember 2002 erregte der Videoclip „Silver Bell“ Aufregung, ein mit Don Ron produzierter Weihnachts-Song, der die USA als Kriegshetzer und Inbegriff der Scheinheiligkeit darstellt. Das Musikvideo wurde auf den großen deutschen Musik-TV-Sendern gespielt.
2005 erschien „Best of Bilgeri - Die Größten Hits aus 4 Jahrzehnten!“ 2006 nahm Bilgeri ein Jazz-Album „Jazzz it - Songs von Gershwin bis Deep Purple“ mit hochkarätigen Musikern wie etwa Joe Meixner, Harry Sokal, Willi Langer, Christian Lettner oder den Rounder Girls auf. 
Karriere abseits der Musik
Reinhold Bilgeri betätigt sich auch als Drehbuchautor und Kabarettist („Im Westen Nix Neues“) und produzierte Hörspiele. 2005 erschien Bilgeris Roman „Der Atem des Himmels“ im Molden-Verlag, in dem er die Lawinenkatastrophe von 1954 im Großen Walsertal literarisch verarbeitete. Seit Ende 2006 kombiniert Bilgeri in seinem neuen Programm Lesungen aus dem Roman mit Jazzstücken. Sein Bestseller „Der Atem des Himmels“ erschien im Herbst 2007 als Taschenbuch im Piper-Verlag in Deutschland, Österreich und der Schweiz.
Im Jahr 2009/2010 wurde der Roman Der Atem des Himmels von ihm selbst fürs Kino verfilmt, 2010 uraufgeführt.

2017 drehte er den Spielfilm Erik & Erika über den Skirennläufer Erik Schinegger.



MICHAEL KÖHLMEIER

42 Songs (2001) (3 CD)
Schon in den 1990er Jahren hatte Michael Köhlmeier (u.a. gemeinsam mit Reinhold Bilgeri) wieder angefangen Musik zu machen, und so wurden bald Pläne für ein neues Album mit Songs geschmiedet. Als das geplante Album im Jahr 2001 schließlich in der EditionEss bei Musikladen Records erschien, war aus der CD eine Box mit gleich 3 CDs geworden. 42 Geschichten in 42 Songs. Aufgenommen und produziert in seiner Vorarlberger Heimat mit dem altbekannten Team rund um Armin Egle und Charly Bonat und mit der Musikladen-Legende Josef Ess als Executive Producer dahinter.
Die 3-CD-Box enthält drei thematisch gegliederte CDs ("Jugend", "Himmel", "Kaffee und Zigaretten") mit jeweils 14 Songs sowie ein Booklet mit Fotos und sämtlichen Liedtexten in Vorarlberger Mundart und hochdeutscher Übertragung.

12 Lieder Nach Motiven Von Hank Williams (2008)
 12 Lieder Nach Motiven Von Hank Williams


Michael Johannes Maria Köhlmeier (* 15. Oktober 1949 in Hard, Vorarlberg) ist ein österreichischer Schriftsteller.
Michael Köhlmeier ist das zweite Kind des Journalisten Wise Köhlmeier und dessen Frau Paula Köhlmeier, geb. Könner.[1]
Er besuchte von 1963 bis 1970 das humanistische Gymnasium in Feldkirch,[1] von 1970 bis 1976 studierte Michael Köhlmeier Politikwissenschaft und Germanistik in Marburg an der Lahn. 1976 schloss er das Studium mit dem ersten Staatsexamen und einer Arbeit über den Austrofaschismus ab. Von 1977 bis 1980 betrieb er ein Zweitstudium der Mathematik und Philosophie in Gießen.[2]
Er wurde ab Anfang der 1970er Jahre mit Hörspielen im Österreichischen Rundfunk (Like Bob Dylan, Drei im Café spielen, Das Anhörungsverfahren) und mit kürzeren Prosatexten als Schriftsteller bekannt (erste Auszeichnung: Rauriser Förderungspreis für Literatur 1974). 1972 gründete er zusammen mit dem Musiker Reinhold Bilgeri das Duo Bilgeri & Köhlmeier. Mit dem Lied Oho Vorarlberg verzeichnete das Duo 1973 einen Erfolg in Österreich. Das Duo war sehr erfolgreich – pro Auftritt nahm jeder 30.000 Schilling ein.[1][1]
Seit Anfang der 1980er Jahre ist ein umfangreiches Romanwerk entstanden, neben einer Vielzahl von kürzeren Texten und feuilletonistischen Beiträgen. Seine Romane sind zum Teil auch als Hörbücher erschienen, darunter Madalyn, gesprochen von Jürgen Uter, und Nachts um eins am Telefon, das von Köhlmeier selbst gesprochen wurde und sich auf der hr2-Hörbuchbestenliste platzierte.
Erfolgreich waren seine vom Radiosender Ö1 ausgestrahlten freien Nacherzählungen antiker Sagenstoffe und biblischer Geschichten, die später auch in CD-Editionen und als Bücher erschienen sind. Von 2007 an wurde auf BR-alpha die 80-teilige Sendereihe Mythen – Michael Köhlmeier erzählt Sagen des klassischen Altertums ausgestrahlt, in welcher er griechische Sagen frei nacherzählt. Ebenfalls 2007 wurde auf demselben Fernsehsender die 42 Folgen umfassende Serie Köhlmeiers Märchen mit freien Nacherzählungen bekannter, aber auch selten gedruckter Märchen gezeigt. Seiner Faszination für die geheimnisvolle Gattung der Märchen hat Köhlmeier ein Buch mit dem Titel "Von den Märchen: Eine lebenslange Liebe" gewidmet, das im Jahr 2018 erschienen ist. In einem Interview mit dem Haymon Verlag betont der Schriftsteller die Aktualität und Wichtigkeit der Märchen: "Ich glaube, ich bin ja der Überzeugung, dass im Kern von jeder guten Geschichte, jeder guten Geschichte, ob es ein Roman ist, ob es eine historische Geschichte ist – jede historische Geschichte wird uns aufbereitet, die Geschichte ist erst dann Geschichte, wenn sie erzählt wird – im Kern einer jeden Geschichte sitzt ein Märchen. Davon bin ich überzeugt."[3]
Seine Werke wurden u. a. ins Englische,[4] Französische, Griechische, Koreanische, Rumänische, Slowenische, Spanische und Türkische übersetzt.
Für die Gruppe Schellinski schreibt er seit 2004 Liedtexte in Vorarlberger Mundart. Von 2007 bis 2012 moderierte er regelmäßig die Diskussionssendung Club 2 auf ORF 2.
1981 heirateten Michael Köhlmeier und die Schriftstellerin Monika Helfer, sie haben vier Kinder. Die Tochter Paula Köhlmeier verunglückte 2003 im Alter von 21 Jahren tödlich. Ihren Tod arbeitete Köhlmeier in der 2008 erschienenen Erzählung Idylle mit ertrinkendem Hund auf.
Köhlmeier bezieht regelmäßig Stellung zu politischen Themen. So zeigte er im Jahr 2014 den damaligen FPÖ-Europaabgeordneten Andreas Mölzer wegen Verhetzung an.[5] Im Jahr 2018 sorgte er für Schlagzeilen, als er im Parlament im Zuge eines Akts zum Gedenken an verfolgte Juden die regierende FPÖ heftig für ihren Umgang mit Antisemitismus angriff.[6][7][8] Köhlmeier kritisierte die FPÖ, weil sie „nahezu im Wochenrhythmus naziverharmlosende oder antisemitische oder rassistische Meldungen“ abgebe und den Namen George Soros für Verschwörungstheorien und Klicks im Netz missbrauche.[9] Mit der Aussage „Es hat auch damals schon Menschen gegeben, die sich damit brüsteten, Fluchtrouten geschlossen zu haben“ stellte Köhlmeier einen Bezug her zum Verhalten der europäischen Staaten und der USA angesichts der anschwellenden Flüchtlingsströme nach dem Anschluss Österreichs und der Konferenz von München.[10] Köhlmeier richtete an die österreichische Zivilgesellschaft den Appell, Anti-Islamismus nicht mit Philosemitismus zu begründen. Während FPÖ und ÖVP erbost auf die Rede reagierten, bekam Köhlmeier Anerkennung von SPÖ und Grünen.[11]
Michael Köhlmeier lebt als freier Schriftsteller in Hohenems und Wien. Das Leben in der Provinz habe er nie als Problem empfunden, erklärte er in einem Interview in den Salzburger Nachrichten auf die Feststellung, er arbeite abseits der großen literarischen Zentren: „Im Alter der Informationsüberflutung, im Jahrhundert der Massenkommunikation gibt es den Begriff der Provinz nicht mehr in der Form wie im 19. Jahrhundert. Wenn ich mir die Ringstraße anschauen will, fahre ich halt nach Wien.“[12]




Sigrid Horn - Sog i bin weg (2018)

Sog i bin weg

Als Sigrid Horn Ende 2018 ihr Debut „Sog i bin weg“ auf Charlie Baders und meinem noch ganz nagelneuen Label veröffentlichte, war manches noch ganz anders. Frau Horn hatte gerade ihr Studium abgeschlossen und an einem niederösterreichischen Gymnasium als Musiklehrerin zu arbeiten begonnen. Und Charlie  ich standen unsererseits auf dem Standpunkt, wonach wir unsere Veröffentlichung verehrter Künstler und Künstlerinnen auf jeweils ein Album beschränken würden: eine einmalige Begegnung, Hier und Jetzt wie im Blues, eine Platte, dann geht jeder seiner Wege.  
Aber, oh Sigrid! Frau Horns Lieder schlugen in der Musiklandschaft ein wie Hagel in ein Erdäpfelfeld. Zeitungen, Radios, einflussreiche Menschen griffen zu Superlativen in der Beschreibung von Sängerin und Songs. Vom Popfest abwärts luden die Festivals die Mostviertlerin ein, obendrein  gewann sie eher nebenbei den Protestsongcontest und erspielte sich in anderthalb Jahren einen erstklassigen Ruf als Live-Könnerin, ob nun mit ihrer fabelhaften kleinen Band oder solo mit ihrer Ukulele. Nach einem Jahr gab Sigrid Horn ihren Lehrberuf wieder auf, um sich ganz der Kunst zu schenken. Schließlich teilte sie uns relativ apodiktisch mit, ihre zweite Platte solle und werde ebenfalls bei uns erscheinen, als eine echte und legitime Fortsetzung der ersten. Mit anderen Worten:  „I bleib do“.  
Um Sigrid Horn zu widersprechen muß man, wie man in Österreich sagt, ein paar Knödel gegessen haben. Ich habe das ein, zweimal gewagt, aber nicht in diesem Fall. Wozu auch?

***

Die zehn Songs auf „I bleib do“ sind mehrfach konzentrierte Kunstwerke, niemals eindeutig aber immer klar. Es sind Berichte aus der innersten Mitte des Lebens, gesungen mit der äußersten Entschlossenheit, keinen einzigen Moment dieses Lebens nur mit halber Kraft anzugehen. Die Berichte handeln von Wasser und Luft, von Hingabe und Sinnlichkeit, von Vorfahren und Kindern, von Naturgewalten und dem alten Land zwischen Wachen und Träumen.
Die Musik hat sich gegenüber dem Vorgängeralbum subtil und organisch verändert, aus den fragilen, schönen und manchmal fremden Folk-Skeletten des Erstlings sind berauschend arrangierte Songlandschaften geworden. Daran beteiligt, wie bisher: Sarah Metzler, eine Art rätselhafte, betörende, unberechenbare Wetterhexe an ihrer Harfe, und der Multiintrumentalist Bernhard Scheiblauer, einer der durchlässigsten und souveränsten Mit-Musiker hierzuorts, der immer das Richtige tut, wenn es gilt, einen an sich schon großen Song mittels Tasten, Saiten oder den süßen Zungen seiner Concertina noch zu vertiefen.
Neu an Bord dieser poetischen Kampf- und Wandertruppe ist der in Wien lebende brasilianische Produzent Felipe Scolfaro Crema, der seine vielfältige Sozialisation, zuletzt auch in der zeitgenössischen Elektronik, wie einen Kompass bei der Reise durch ein fesselndes und verstörendes Land benützt. Seine Aufnahmen und Mixes stellen die Musikerin und ihre Band in einen so noch nicht gehörten Raum, jenseits aller kultureller Zuordenbarkeit, jenseits aller Hörgewohnheiten. Die Produktion definiert ein imaginäres  Reich, in dem die so exotischen Sprachen, Stimmen und Visionen der Dichterin und Sängerin Sigrid Horn vollkommen zuhause scheinen. Charlie Bader und ich wissen, daß diese Platte eine Reise ist. Wir haben sie schon hinter uns, jetzt schicken wir Sie dorthin. Wir können versichern: Wir sind wohlbehalten und glücklich. 

Wosisig - Wödscheim (2013)

Wödscheim


Das von Walther Soyka im „Non Food Factory“ Studio produzierte Album „Wödscheim“ von Wosisig ist ein wirklicher Leckerbissen innerhalb der österreichischen Dialektmusik, v.a. durch die freche punkige Mischung gekonnt gespielter Musikstile, die durch ihre sprachliche Unverfrorenheit eine sehr aufregende Geschmacksrichtung dazugewinnen. Die mehrmaligen TeilnehmerInnen des Protestsongcontests geben sich mit nichts Geringerem als politischem Lied in Jugendumgangssprache zufrieden. Die Texte sind genial, die Instrumentierung spannend unkonventionell und auch die Stimme der Frontfrau Sigrid Horn spritzig in allen Höhen und selbstverständlich, ohne „Sängerinnengesangstechnikstress“. „Sigi“, wie sich auch verdreht in “Wosisig“, dem spontan entwickelten Bandnamen, findet, samt dem Sympathiewort „Wos“ (z. dt. „Was“ oder „Wie bitte?“), später passend in „wosisig“ (Was ich sehe) umgedeutet, ist auch für die Texte (bis auf „Goschad“) verantwortlich, hat schon als Kind Protestsongs komponiert und bildet mit Stefanie Kropfreiter (Bratsche) die weibliche Hälfte des Quartetts. Bernhard Affengruber am Bass und Philipp Gollonisch am Schlagzeug sorgen  für einen überzeugenden, zum einen flockig-fetten Sound, für pulsierende Beats und auch für ausgetüftelte Klangbeete unter den ruhigen Nummern.
Nichts an dem Album wirkt thematisch abgelutscht, nicht einmal Thema Nummer eins, die Liebe, die für gehörigen „Schlofmaungl“ sorgt. Direkt sind alle Botschaften gemeint, manche zwischen den Zeilen, aber dennoch eindeutig erkennbar. Andere Lieder sprechen so gerade heraus an, wie es nur geht, weil man meist den Nagel so am besten auf den Kopf trifft. Da die Maskierung von Gesagtem möglicherweise zwar den Ton mildert, nicht aber den Inhalt zu verändern mag, und man heutzutage eher mit „Verpsychologisierungen aus gutgemeinter Rücksicht auf die Empfindlichkeit der Seele des Empfängers“ konfrontiert ist, scheint die Reaktion darauf eine, je nach Angebrachtheit, mehr oder weniger freundliche, interpretationsbefreite Direktheit zu sein. Manch einem geht dieses Album daher „runter wie Öl“.
Ungewöhnliche Metaphern sind ebenso ausdrucksstarker Hingucker wie die intelligenten Zwischenbemerkungen, die die Hauptaussagen unterstreichen. „Du sogst i denk z’vü noch? Leck mi doch am Oasch!“ ist eine Ansage an alle EgoistInnen, deren Blick nur bis zum eigenen Tellerrand reicht und die Menschen, die sich mehr Gedanken machen, als „unlocker“ degradieren. Was gelesen vielleicht den Eindruck erweckt, es handle sich um das „Auskotzen“ von Sprache unter der Gürtellinie, der irrt gewaltig und missversteht, dass Jugendsprache Jugendsprache ist, egal zu welcher Zeit. Die Ausdrucksweisen sind authentisches Mittel zum Zweck und selten hört man so engagierte und ambitionierte Stellungnahmen zu wirklich wichtigen Themen, selten hört man so viel Mut, wer verbrennt sich schon gern die Finger an der Politik…oder riskiert es zumindest?
Gäste wie Makki, Ernst Molden, Martin Blumenau und Mieze Medusa liefern kleine, feine Textzitate zwischendurch, Walther Soyka „schmeißt“ sich lustvoll mit Akkordeon dazu und man gibt sich nicht lang mit leeren Worthüllen und falscher Diplomatie ab, sondern ist halt einfach „goschad“, ganz besonders im gleichnamigen Titel und „Duett“ mit der Hip Hop Formation „A, geh wirklich?“.
Fantastisch erfrischend und ungeschminkt bilden die aufgenommene Musik und Inhalte hier ein sehr herausragendes Stück Tonträger, sodass man sich nicht nur eine Scheibe der „Wöd Wuascht“ abschneiden kann, sondern auch eine von der Reflektiertheit und Glaubwürdigkeit der Band, die sich nicht zu bequem für unbequeme Themen ist. Dieses schräge oder vielleicht gar nicht so schräge Zeug das lässig Aufmerksamkeit anzieht, bedient eine unterbesetzte, wie ich meine, Nische in der aktuellen Dialektmusik und definiert sich auch insofern, als die verschiedenen Ebenen der Werke hohes künstlerisches Niveau verfolgen. (Gesellschafts-)politische Feigheit steht gar nicht zur Debatte wenn man mit seiner Musik etwas verändern will.
Die Fähigkeit, tiefgründige Themenanlässe unanstrengend musikalisch zu verpacken, ist eine große Stärke der Band, wenngleich auch in manchen Songs schlichtweg Verspieltheit und Herumspassen zelebriert werden. „Imma do“ z.B. Es gibt aber auch Kampfansagen gegen das Minus am Konto mit einem Lösungsansatz, der in unserer „heilen“ Welt etwas ernüchterndes hat.
Die NiederösterreicherInnen bzw. WienerInnen singen was sie denken und zwar in der Regel kompromisslos. À pros pros, es bedarf Frauenpower, dass endlich einmal der Launenwahnsinn von körpereigenen Drogen namens „Hormone“ besungen wird, betrifft ja Männer nicht weniger, wenn auch anders. Eine wahre „Oasch pa ti“ sind sie (die Hormone): zuerst Party, dann „scheissns auf di“. „In da U-Bahn kunnt i jedn anspringen. Oba des is hoit dann auf de Überwochungskamaeras“ hat absolutes Lieblingssatzpotential.
Weicheiern, ob Töchter oder Söhne, bzw. Änderungsunwilligen und Suderanten beiderlei Geschlechts wird ebenfalls kräftig in den Allerwertesten getreten ohne Psychofloskeln und Binsenweisheiten-inkontinenz. Schluss mit Samthandschuhen!
Der Versuch, sein Leben auch finanziell auf die Reihe zu kriegen abseits vom „An Mamas und Papas Rockzipfel hängen“ bietet ebenso einen sehr nachvollziehbaren Einblick in die Gefühlswelt vieler junger Menschen. Ihre erwachsene Bereitschaft, etwas zu tun für’s Auf-den-eigenen-Beinen-stehen stößt sich oft zu Grunde an Unvereinbarkeit widersprüchlicher Rahmenbedingungen auf die man wenig Einfluss hat. Die „Wöd is schiach“ wie ein betrunkener, älterer, schnudeliger Herr samt offenem Hosentürl…
Das Aufmerksamkeitsdefizitsyndrom „ADS“, ein „Sujet“, das in der Musikgeschichte wahrlich stiefmütterlich behandelt wurde, weil oft praktisch „wegtablettisiert“, macht nicht nur Eltern und Pädakabgängern „Stress“, sondern v.a. den „leidtragenden“ selber weil sie nicht ins Konzept der Gesellschaft passen. Selbstgeständnisreicher Schmäh einer Sängerin, die sich als bühnensüchtige „Rampensau“ erkennt, wird hier als besondere Ausprägung von ADS definiert und die Hintergründe schonungslos offen gelegt.
Storniert wird dann befreundetes Publikum, das zu Konzerten nicht auftaucht. Manche (Mindest-) Erwartung und Freundschaft wird als Konsequenz begraben. „Kopfmist“ ist ein Song über  Gedankenreisen vs. „Hirnwi…“ samt Visionen einer schönen Zukunft in schlichte Momentaufnahmen gekleidet die sehr berühren. Von diesem Song gibt es auf der Scheibe einen Dusty Crates Remix.
Zu guter letzt wird noch der Erwin besungen. „Erwin“ ist ein Typ, dessen Handlungen ein Lied verdient haben. Wosisig hell erkennend, erfüllten diese Notwendigkeit und landeten damit verdiente mediale Aufmerksamkeit und Einiges an Anerkennung.
Diese „Wödscheim“ hat etwas, mindestens Weltklasse. (Alexandra Leitner)
http://www.wosisig.at/