Samstag, 24. Juli 2021

HUBERT BOGNERMAYR & HARALD ZUSCHRADER

 

Erdenklang (1982) (GiG Records)

TRACKLISTE

Bergpredigt (1983)

TRACKLISTE
 

 Hubert Bognermayr (* 6. April 1948 in Linz; † 17. März 1999 ebenda) war ein österreichischer Musiker, Komponist und Pionier der elektronischen Musik. Er war Gründungsmitglied der österreichischen Rockband Eela Craig (1970), einer der Gründer der Ars-Electronica-Festivals in Linz (1979) sowie Gründer der Blue Chip Academy (1989). Außerdem nutzte er einige Pseudonyme wie Luis Fernandez und Umberto Hohenstirn

Ein Schwerpunkt in Bognermayrs Bands und Projekten waren die Zusammenführung von Pop, Klassik und Weltmusik sowie klassische Kompositionsarbeit unter Einbeziehung der elektronischen Musik. Eine beträchtliche Zahl internationaler Aufführungen hatte er in Opernhäusern oder bei Festivals, bis hin zu live im Fernsehen übertragenen Premieren. Für Herbert von Karajan schuf er elektronische Glockenklänge (Parsifal, Salzburg 1980).

Bognermayr leistete bahnbrechende und international anerkannte Arbeit im Bereich der computerakustischen Musik. Um 1980 richtete er gemeinsam mit Harald Zuschrader zu Hause sein „Elektronisches Försterhaus“ genanntes Tonstudio ein und begann, mit den Möglichkeiten des Musikcomputers Fairlight CMI zu experimentieren, dem ersten digitalen Synthesizer mit Sampling-Technik, der also digitalisierte und gespeicherte Klangstücke weiterverarbeitete. Hier entstand als Auftragsproduktion für die Ars Electronica das Werk Erdenklang – computerakustische Klangsinfonie. Premiere war am 28. September 1982 im Brucknerhaus Linz. Das Werk wurde zusammen mit einem Tanztheater und fünf live auf der Bühne gespielten Musikcomputern aufgeführt.[1] In den Liner Notes der LP Erdenklang schwärmt Wendy Carlos:

“… with the appearance of Erdenklang by Bognermayr and Zuschrader the medium of electronic music has crossed another threshold. […] To me it has been a long tedious way for this to happen…”

„Das Medium der elektronischen Musik hat mit Bognermayr/Zuschraders Erdenklang eine neue Schwelle überschritten […] Für mich war es ein langer und belastender Weg bis zu diesem Ereignis …“

Kurz hintereinander spielte er Weihnachtsmelodien auf der LP Sternenklang ein und komponierte das Werk Bergpredigt. Auch diese Veröffentlichungen wurden vollständig auf der ersten Generation des Fairlight CMI unter Zuhilfenahme von Samples natürlicher Töne und Geräusche gespielt. Weitere Produktionen und technische Zusammenarbeit gab es zum Beispiel mit Klaus Pruenster oder Gyan Nishabda. Beide waren auch bei der Erdenklang-Premiere auf der Bühne beteiligt gewesen; sie loteten in ihren weiteren Projekten die neuen technischen Möglichkeiten jeweils sehr unterschiedlich aus.

Anfang 1984 wurde Mike Oldfield wegen des weiter anhaltenden Erfolges der Erdenklang-LP auf Bognermayr und Zuschrader aufmerksam und engagierte sie für die Tournee zu seiner LP Discovery. Bognermayr beteiligte sich mehrere Monate an der Klangprogrammierung, während Zuschrader auch als Keyboarder an den beiden Fairlight CMI auf der Tour mitspielte.

Im Jahre 1988 gründeten Bognermayr und Zuschrader das Blue Chip Orchestra. Die Debütaufnahme Blue Chip Orchestra bekam international starke Aufmerksamkeit. Es folgten u. a. die Werke Donau so blau in Zusammenarbeit mit dem Komponisten Josef Resl und White River – Red Spirit (akustische Musik amerikanischer Ureinwohner, kombiniert mit gesampelten Naturklängen und elektronischer Musik). Während dieser Projekte entwickelten sie gänzlich neue Instrumente, zum Beispiel „Ultraschallharfe“ und „Donautuba“. Die 1989 gegründete Blue Chip Academy befasst sich mit Computermusik und deren Spieltechnik sowie neuen Methoden der Digitalpädagogik.

In den Jahren 1987, 1988 sowie 1989 gab Bognermayr das offizielle Statement der Jury zum Prix Ars Electronica jeweils in der Kategorie Computermusik ab.[2]

Am 17. März 1999 nahm sich Hubert Bognermayr in seiner Heimatstadt das Leben.[3]

 

 Harald Zuschrader (* 5. März 1944 in Linz) ist ein österreichischer Komponist und Musiker. 

Der am 5. März 1944 in Linz in Oberösterreich geborene Harald Zuschrader absolvierte am Bruckner-Konservatorium eine Gitarrenausbildung[1]. Zusätzlich studierte er Pädagogik. Zuschrader war zunächst als Mitbegründer der Band an zwei Eela Craig-Alben Ende der 1970er Jahre beteiligt. Hier hat Zuschrader bereits mit Hubert Bognermayr (1948–1999) zusammengearbeitet. Gemeinsam beteiligten sich dann beide an Control Company, welche 1980 das Album Four Years Before 1984 über Polydor (Österreich)/Telefunken (Deutschland) veröffentlichten. An Control Company waren auch noch Joe Drobar und Klaus Pruenster beteiligt. Seit 1979 beschäftigten sich Bognermayr und Zuschrader mit Forschungsarbeiten am ersten digitalen Synthesizer mit Sampling-Technik, dem Fairlight CMI (Computer Musical Instrument), eine australische Erfindung. Der Synthesizer wurde von dem englischen Musiker Peter Gabriel bei seinem dritten Album Melt eingesetzt, welches 1980 erschienen ist. Bognermayr und Zuschrader realisierten mit dem 1982 erschienenem Album Erdenklang die erste ausschließlich mit dem Fairlight CMI realisierte Musik.[2] Das Duo Hubert Bognermayr & Harald Zuschrader veröffentlichte bis 1983 unter diesem Namen insgesamt vier eigene Alben. Für den österreichischen Komponisten und Gitarristen Klaus Pruenster komponierte Zuschrader die 1982 erschienene Schallplatte Zweisamkeit (Ist die schön're Zeit).

Zuschrader spielte mit den Elektronik-Musikern Hubert Bognermayr, Johannes Schmoelling, Kristian Schultze und Matthias Thurow am 25. April 1987 beim von Ulrich Rützel initiierten und vom WDR Köln veranstalteten Konzert „Million Bits In Concert“ in Köln mit.[3]

Mit Bognermayr gründete Zuschrader im Jahr 1988 das digitalphilharmonische Musikprojekt Blue Chip Orchestra. Gemeinsam haben sie als solches vier Alben bis 1998 veröffentlicht. Im Jahr 1999 ist Bognermayr verstorben.

Im Jahr 1991 veröffentlichten Zuschrader und Peter Rauhofer als B-Style die Maxi-CD The Streets Of San Francisco über GIG Records. Mit Wolfgang Kosmata produzierte Zuschrader die Alben Altum Silentium, The Secret of Life und Wellness Symphony Vol.1, welche 2008 bis 2009 beim Label von Kosmata veröffentlicht worden sind. 


Im Jahr 1997 gründete Zuschrader die Rock ’n’ Roll-Band Matchbox. Die Band hatte diverse Auftritte in Österreich und Deutschland, zuletzt 2005. Matchbox war Vorgruppe des englischen Konzert-Projektes "The Heros of Rock" mit Joe Cocker, Manfred Man und Procul Harum. Matchbox war bis 2007 aktiv. Von 2006 bis 2010 war Zuschrader in der Show "Usea Motabula - Symphonie des Regenbogens" des Künstlers Hans-Peter Gratz als Arrangeur aktiv.[4] Zuschrader ist als Leadgitarrist und Backgroundsänger bei größeren Veranstaltungen der Country-Band John TC & The Troubleshooters aus Linz aktiv. Die Band trat zum ersten Mal im August 2009 in Österreich auf. Weiter war Zuschrader in der Band Fenders Revival aktiv.[5]

 

 

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