Sonntag, 21. Juni 2020

JULEAH

"Sehr bunt und schimmernd, wirbelnd, wie ein leuchtender Drehwurm wandern Spiralen durch Bild. One-woman-Psychedelia ist vielleicht keine eigenständige Musikrichtung, aber tatsächlich ist Juleah eine österreichische Musikerin, die mit elektrischer Gitarre und endlich einmal ohne Schlafzimmerstimme sondern mit angerauten Gesang eine schöne Reise durchs Land der bunten Pillen unternimmt. Zu Hören gibt es auf ihrem aktuellen Mini-Album “Entangled And Entwined” eine wundersame Mixtur aus Psychedelic, Blues und Dream-Pop. Der Wohlfühlfaktor beim Hören der Songs ist groß, es funkelt und glitzert, der Hall hat Oberwasser. Sparsame Instrumentierung, singende Gitarre und schleppende Percussions, melancholische Momente und verträumte Augenblicke. Gelesen habe ich von Vergleichen mit Mazzy Star und Shoegazern wie Ride, ich mag nicht widersprechen.
Was die junge Dame so ganz allein an psychedelischen Klangwelten entwirft, ist beeindruckend. "

 Juleah (EP 2012)
 Juleah

Entangled And Entwined (2013)
 Entangled And Entwined

 Shimmering Road (2013)
 Shimmering Road

Melt Inside The Sun (2015)
 Melt Inside The Sun

 Desert Skies (2019)

Desert Skies
Dystopien unterschiedlichster Art stehen in der Kunst derzeit hoch im Kurs. Die Vorarlberger Musikerin Julia Hummer präsentiert mit ihrer von Stimmungen und Sounds geprägten, atmosphärisch-dichten und assoziativ-mäandernden Gitarrenmusik einen luftigen, warm und freundlich klingenden Gegenentwurf.
Entspannte Lässigkeit und ein unaufdringlich-sanfter Flow der Gleichförmigkeit bilden das Zentrum der zehn Songs auf "Desert Skies". Diese Musik gräbt sich langsam und doch eindringlich ins Unterbewusstsein des Hörers. Juleah setzt in ihrer Musik nicht auf vordergründige Reize, sondern auf die Verknüpfung von Stimmungen, Sounds und Klanglandschaften. Ganz vorsichtig, aber stets wohlklingend schälen sich aus den zerfließenden Melodien mit Vibes und Groove ausgestattete Songs - kunstvoll und einnehmend zugleich.
Der lässig-beiläufige Gesang von Juleah gibt den Songs eine besondere Note, das Zusammenspiel der Band - Henry Galehr (Gitarre), David Stecher (Bass) und Alexander Walser (Schlagzeug) - stattet die Songs mit ordentlich Hall, Rauschen und Echo aus. Obwohl Juleah auf ihrem mittlerweile dritten Album nahtlos an ihren Trademark-Sound anschließt - ein Mix aus verhuschtem Dreampop, dezenter Psychedelik, Westcoastsound und verhaltener Britpop-Anmutung mit Shoegaze-Touch -, überrascht sie mit mehr Dynamik, Drive und größerer Emotionalität.
Trotzdem erinnern die Songs weniger an reißende Sturmböen als an angenehm-laue Sommerwinde - auch der Albumtitel "Desert Skies" verweist auf musikalische Wohlfühloasen: Die in der Mehrzahl gelassenen Songs ziehen an der Hörerschaft vorüber wie der Himmel, wenn man ihn aus dem Zugfenster betrachtet.

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