Montag, 27. April 2020

Uhudler Bluesband - Der Zuagroastn-Blues (2016)

Der Zuagroastn-Blues

Die zumeist in Südostösterreich tourende Uhudler Bluesband wurde 2011 von Sigi Flamisch gegründet. Die musikalische Laufbahn der Bandmitglieder reicht jedoch viel länger zurück, die meisten Musiker der Formation sind oder waren bereits seit Jahrzehnten in verschiedenen bekannten musikalischen Projekten höchst aktiv.
Die übliche Vorstellung einer klassischen Bluesband kann man bei den Uhudlern um ein paar Facetten erweitern: Weil es so gut dazu passt, findet sich im Repertoire auch Dixieland, Swing und Jazziges. Und die „Amtssprache“ ist österreichische bzw. burgenländische Mundart.
Außer bei Live-Auftritten gibt es davon seit Neuestem auf der CD „Der Zuagroasten-Blues“ ein breites Panorama des Repertoires der Band. Das musikalische Fundament liefern Sigi Flamisch (voc, git, bjo, hca), der auch den Großteil der Songs komponiert hat, Bernhard Macheiner (keyb, bgvoc), Sabine Vollenhofer-Schrumpf (tsax, bgvoc), Günter Schrumpf (dr) und Gery Miller (b, akk) sowie als Gastmusiker Arthur Fandl (tb). Diese Herr- und Frauschaften sorgen dafür, dass es die ganze CD hindurch gehörig swingt und groovt. Auch bei mehrmaligem Anhören der Stücke findet man immer wieder „neue“ Details, die den breiten Erfahrungsschatz, das technische Können und dessen geschmackvollen Einsatz der Instrumentalisten belegen.
Das sicher prägendste Element der Gruppe ist die ausschließliche Verwendung unserer Muttersprache, respektive jener des aus dem Burgenland stammenden Bandleaders, Komponisten und Texters, Sigi Flamisch. Seine Texte zaubern dem Zuhörer ein fettes Grinsen ins Gesicht und/oder stimmen sehr nachdenklich. Überaus originell sind auch die Abwandlungen des ein oder anderen Klassikers – so wird aus Route 66 der „Radlfahrer-Blues“ und Gershwins Summertime wird schlicht zur „Summer is“. Vielen Texten liegen alltägliche „Auffälligkeiten“ zu Grunde, über die sich wahrscheinlich jeder von uns schon einmal geärgert, gewundert oder amüsiert hat.
Die Mischung aus höchst originellen Texten und der professionellen musikalischen Darbietung stellen ein absolut hörenswertes Ergebnis und eine wunderbare Bereicherung abseits des klassischen Blues-Mainstreams dar. Hört Euch das an!
Elektrischer und akustischer Blues - Chicago Blues - Texas Blues - Country Blues ...
Es ist ja erstaunlich, was man mit den berühmten "drei Akkorden" alles anfangen kann ...
Ein musikalischer Streifzug durch ein Jahrhundert Blues von 1916 bis 2016.
Im neuen Programm der Uhudler Bluesband geht die Gruppe stilistisch einen interessanten, sehr bodenständigen Weg. Musikalisch bleiben zwar die Anleihen an die verschiedenen Stilrichtungen des Blues erhalten, die eigenen Texte werden aber ausschliesslich in Deutsch gesungen.
Da wird von banalen Themen wie den immer durstigen Radfahrern ("Der Radlfahrer-Blues") über Erinnerungen an die eigene Jugend ("A jeder Weg führt ham"), über Schönheitsoperationen ("Schön, schöner, zum Fürchten schön") bis hin zu den klassischen Blues-Themen von Einsamkeit, Liebe und Burnout ("Ausbrennt") alles verarbeitet, was uns heute bewegt. Sogar einige Nummern im fast verschwundenen Dialekt der "Heanzn" sind im Programm ("Der Ui-Ui-Heanznbui" und "Die oide Muahm").
Und es gibt natürlich auch einen "Uhudler-Song" ...
WIESO EIGENTLICH "UHUDLER BLUESBAND" ?
Der "Uhudler" ist (so wie wir) eine Spezialität des Burgenlandes und wird vor allem im Süden des Landes gekeltert. Als um 1900 ganz spezielle Direktträgersorten aus der USA nach Österreich importiert wurden, um unsere einheimischen Sorten vor der Reblaus zu retten, entstand dort im Süden der USA gerade der BLUES. Der kam allerdings erst Jahrzehnte nach den Weinstöcken zu uns...
Aus den damals importierten Traubensorten wie Noah, Elvira, Concord oder Ripatella wird heute ein fruchtiger Wein gewonnen, dessen Verkauf übrigens jahrelang verboten war, weil er leider so gar nicht in irgendwelche Normen passen wollte... Angeblich sollte sein Genuß sogar blind machen - aber das ist genauso eine Legende, wie dass man schwarz und blind sein muss, um den BLUES spielen zu können ...
Inzwischen hat der UHUDLER weit über die Grenzen des Landes hinaus unzählige Freunde gefunden.
Und mit dem UHUDLER ist es genauso wie mit dem BLUES - man mag ihn oder man mag ihn nicht ...
Wir mögen BEIDES!
Nachdem Gitarrist Sigi in seinem kleinen Weingarten auch eigene UHUDLER - Weinstöcke hegt und pflegt und auch die anderen Bandmitglieder einen starken Bezug zum Burgenland, zum Blues und nicht zuletzt zum Uhudler haben, entstand der Name UHUDLER BLUESBAND...
Besetzung:
Sigi Flamisch, gtr, voc, hca Banjoplayer der "Old Stoariegler Dixielandband"
Bernhard Macheiner, keyb, voc
Günter "Gü" Schrumpf, dr
Thomas Stimpfl, b, voc
Sabine Vollenhofer-Schrumpf,ts, voc 
Wir trauern um unseren langjährigen Bassisten und Gründungsmitglied Gery "Miller" Kornmülle, der im März 2018 überraschend verstorben ist.  RIP Gery! Wir werden dich vermissen!

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