Wal ohne Wossa
Wer wagt, gewinnt dachten sich Verena, vulgo Veri Göltl und ihre
Combo und legen als Debutalbum einen Live-Konzertmitschnitt aus der
Wiener Sargfabrik vor.
Den Liedern selbst hat die Live-Atmosphäre einen großen Dienst
erwiesen. Die Aufnahmen sprühen vor Energie, Spielwitz und Lockerheit,
direkt ansteckend.
Verena Göltl und ihre Combo musizieren in einer Sprache, die man so
noch nicht gehört hat. Sie bescheren uns Lieder aus ganz feinem Zwirn.
Originell, tiefgründig und unheimlich lässig.
Göltls witzige und kluge Liedtexte schmeicheln sich mit Grandezza in
jeden Seelenwinkel. Man lauscht gebannt ihrer eindrucksvollen Stimme und
staunt wie scheinbar mühelos jedes einzelne Lied ein eigenes kleines
Universum in sich birgt.
An der Seite von Verena Göltl, die als Sängerin, Texterin und
Komponistin in Erscheinung tritt, glänzt die Luxuscombo. Ihres Zeichens
drei Musiker, die sich neben ihrem virtuosen Handwerk vor allem auf
eines verstehen: sie begreifen, was ein Lied braucht. Christian
Wegscheider an Akkordeon und Wurlitzer, Alex Meik am Kontrabass und
Philipp Kopmajer am Schlagzeug vermögen mit ihrem Spiel und ihren
Singstimmen zu berühren und restlos zu begeistern.
Absolut erwähnenswert ist das auffallend schöne Artwork des Albums,
das die junge Künstlerin Astrid Rothaug mit viel Liebe zum Detail mit
der Hand gezeichnet hat. Die Illustrationen, Live-Photos von Steve
Haider und Stephan Mussil, mitsamt kurzweiligen Anekdoten, laden zum
haptischen Verweilen ein und liefern den gelungenen Beweis dafür, dass
es auch heute noch Sinn macht, eine physisch produzierte CD
herzustellen.

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