... Is A Wos Wert (2011)

Im Pfusch (2012)
Das Dümmste Gericht (2015)
Pudl Di Ned Auf (2018)
Rotzpipn ist eine Band aus dem Wiener Gemeindebezirk Simmering. Der Name der Band bedeutet im österreichischen Dialekt etwa „Rotznase“ und ist in erster Linie ein in Bezug auf Kinder verwendetes Schimpfwort. Die Band schreibt sich auch „Rotźpıpn“ – mit Diakritikon auf dem z und dem aus den Turksprachen entnommenem Hinterzungenvokal /ɯ/ - ein Tribut an Bands wie Motörhead und Spın̈al Tap, die ebenfalls Heavy-Metal-Umlaute verwenden.
Die Gruppe definiert sich als Simmeringer Milieuvarieté und behandelt in ihren Liedern, Videos und Liveshows das Leben der Wiener Arbeiterschicht humorvoll und meist mit kritischem Unterton. Rotzpipn werden mitunter der Neuen Volksmusik zugeordnet.
Ende 2008 wurde die bis dahin nur als Zwei-Personen-Projekt existierende Gruppe von der Band Alkbottle eingeladen, beim alljährlichen „Fett Wia A Christkindl“-Konzert im Vorprogramm aufzutreten. Obwohl Rotzpipn damals nur zwei Lieder spielten, brachten die positiven Reaktionen der Zuschauer die Musiker Fetz N. Schädl und Zacharias Umpferl dazu, das Projekt auszubauen und nach weiteren Musikern zu suchen um künftig als vollwertige Rockband zu spielen.
Im Jahr 2011 erschien das erste Album „... Is A Wos Wert!“ (auf deutsch: „... ist auch etwas wert!“), welches in Eigenregie in der „Fleischerei Mitschke“ in Simmering aufgenommen und unter dem Label „Harlots Music“ veröffentlicht wurde. Das Album enthält zum größten Teil Songs, die dem klassischen Wienerlied zugeordnet werden können aber auch Lieder mit Anleihen aus dem Punk oder Metalgenre. Bereits 2012 erschien das zweite Album „Im Pfusch“ auf Rough Trade. Produzent war Didi Baumgartner (Alkbottle). „Im Pfusch“ ist im Vergleich zum ersten Album rauer und härter ausgefallen. 2015 veröffentlichte die Band ihr drittes Album „Das Dümmste Gericht“. Die Lieder wurden wieder etwas härter und Metal-lastiger. Dennoch lag auch hier das Hauptaugenmerk auf den Texten.
Die Texte sind häufig in vulgärem Wienerisch und behandeln neben sozialen Tabuthemen auch die österreichische Politik und die Prominenz. Sie bedienen sich verschiedener rhetorischer Stilmittel wie Ironie, Sarkasmus, Zynismus, Archaismen und Vulgarismen.
Mit ihren Liedern „Würschtlpolka“ (einer kritischen Auseinandersetzung mit der Politik diverser österreichischer Rechtsparteien) und „Die Moritat von der Schwarzen Maria“ (einer musikalischen Reaktion auf die Abschiebung von Kindern) nahmen Rotzpipn 2010 bzw. 2011 beim Protestsongcontest teil und erreichte jeweils den dritten Platz.
Im Jahr 2012 bewarb sich die Band zum dritten Mal in Folge und konnte mit der „Hymne 2.0“ (ein bissiges Lied darüber, wie die Welt Österreich wahrnimmt) schließlich den neunten Protestsongcontest für sich entscheiden.
Die Gruppe bedient sich unterschiedlicher musikalischer Stile und Stilmittel. Meist dominieren klassische Rockriffs oder aus der Volksmusik abgeleitete Wechselbasslinien. Innerhalb eines Liedes kommt es oft zu Takt- oder Tonartwechseln. Viele Gesangslinien werden mehrstimmig gesungen, bei Studioaufnahmen experimentiert die Gruppe mit ausgefallenen Instrumenten oder Gebrauchsgegenständen wie Bierflaschen, Boomwhackers, Glockenspiel oder kaputten Akkordeons. Die Musiker bezeichnen sich selbst als Dilettanten und legen bei Live-Darbietungen nur geringen Wert auf die korrekte Wiedergabe ihrer Musikstücke. Die Band verwendet fast ausschließlich billige Musikinstrumente und unterdimensionierte Verstärker. Häufig gibt es in Text und/oder Musik Anspielungen auf andere Bands oder Musiker. So spielt bspw. der Gitarrist auf dem ersten Album der Band bei einem Großteil der Songs eine nur leicht abgewandelte Variation desselben Solos, das stark an das Gitarrensolo des Guns’n’Roses-Gitarristen Slash aus „Knockin’ on Heaven’s Door“ erinnert.
Die Besetzung von Rotzpipn ist variabel, neben der „Kernband“ (Gitarren, Bass, Schlagzeug, Gesang) werden oft Gastmusiker zur Teilnahme an den Konzerten eingeladen.

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