Weniger is nix
Man kennt den Wiener vor allem als Mitglied der Band JANA & DIE PIRATEN.
Seit
den 1990er-Jahren schreibt Leo Taschner bereits Songtexte, vor allem
auf Deutsch bzw. Wienerisch, und spielt als Gitarrist bei diversen
Bandprojekten mit. Seine aktuelle Band Jana & Die Piraten
machte ihr Debüt 2015, seit 2016 ist Leo Taschner auch solo unterwegs.
Vom neuen Album gibt es bereits zwei Singles, die einen guten
Vorgeschmack auf das zu Erwartende geben, und eines ist dabei klar: Die
Texte in Kombination mit der rhythmischen Gitarre gehen vom Ohr über das
Herz direkt in die Füße.
Das Album steigt mit dem Song „Langsam dreht’s dich“ ein, zu dem es bereits ein Musikvideo auf YouTube
gibt. Das Lied ist leicht, zwar nicht wirklich fröhlich, aber auch
nicht traurig: Man fühlt sich, als ob von einer langen Reise nach Hause
käme. Ähnlich ist auch der Track danach, wobei der durchaus trauriger
ist. Durch die Textzeile „Ich halt dein G’wicht nicht mehr“ wird nach
und nach klar, dass es sich wohl um eine Art Trennungslied handelt. Aber
trotz des wütenden, traurigen Textes wirkt der Song nicht schwermütig,
denn die rhythmisch vorantreibenden Gitarrenmelodien machen es einem
unmöglich, in Melancholie zu versinken.
Die Nummer fünf des
Albums, „Herz auf da Strossn“ beginnt mit einem feinen Gitarrensolo. Es
ist ein Song, bei dem man unwillkürlich die Augen schließt und genießt.
Ohne große Aufregung singt Leo Taschner zuerst über die Weihnachtszeit,
doch plötzlich schwingt die Stimmung um und die tanzbaren Gitarren sind
wieder da. Eines der schnellsten Lieder des Albums ist „Jabberwochy“,
die Gitarre überschlägt sich fast bei den Akkorden, der Gesang gewinnt
auch an Tempo, die Texte versteht man jedoch trotzdem ohne Probleme.
Hier muss angemerkt werden, dass die Lyrics im ganzen Album unterhaltsam
geschrieben sind, manchmal muss man zwar länger zuhören, um zu
verstehen, was Leo Taschner damit aussagen will, aber im Endeffekt sind
sie nicht nur alltagsbezogen, sondern auch durchaus witzig.
Ob
solo oder in einer Band: Es ist eindeutig klar, dass der Wiener ein
Talent zum Songwriting hat. Das Gesamtpaket des Albums stimmt einfach.
Antonia Seierl

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