Die Kölla Saga
Wenn Jürgen Posch quasi zur Arbeit fährt, heißt das: die geladene
Lkw-Batterie und den Verstärker auf das Wagerl packen, Gitarre umhängen
und mit der Schnellbahn vom heimatlichen Tulln nach Wien zu fahren. Dort
ist er nämlich einer der U-Bahn-Stars.
Er ist mit dem Blues aufgewachsen. War immer in der Nähe, als sein Onkel
Hermann Posch (ja, der …) diese Musik spielte. Aber ganz der
Familientradition folgend wurde Jürgen Dachdeckermeister. Wie der Onkel,
der hat das Handwerk schon viel früher an den Nagel gehängt, um sich
ganz dem Blues zu widmen.
Jürgen spielte immer in verschiedenen Formationen mit, 2015 startete er
seine Solo-Karriere, debütierte mit seiner CD „Die Kölla Saga“.
Mit dem Projekt der Wiener Linien, in fünf U-Bahn-Stationen
MusikerInnen völlig legal eine Bühne zu bieten, fiel für den 41jährigen
der Startschuss zur Profi-Karriere. Und hat es nicht bereut. Denn: „Da
lernst wirklich spielen, da musst dich behaupten, um das Publikum
kämpfen. Und es ist ein Riesen-Spaß“. Also tagsüber üben, neue Songs
schreiben, und am Abend auftreten.
Vom Praterstern ins Mozarthaus – so könnte man den Weg beschreiben, denn
an diesem Abend wird der Konzertsaal zu seiner Bühne. Spielt nicht nur
die erprobten Nummern, sondern erzählt vom Leben auf der Straße. Blues
eben.

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