Freitag, 17. April 2020

U8

Pegasus 1001 (1982)
Pegasus 1001 

The Shaber (1984)
  The Shaber

 U8 führt auf "The Shaber" die bei "Pegasus 1001" begonnene Linie weiter. Eingängigkeit und Anspruch halten sich gekonnt die Waage. Insgesamt wollten die Österreicher die Hörer aber schon fordern und bei Laune halten. Dauerhaftes easy-Listening gibt es hier nicht. Der Einstieg mit dem rockigen "'S I'm Ready" ist noch straight und knackig, aber schon bei "A Song For A Lonely Werewolf" geht das Songwriting deutlich in die Tiefe. Verhaltenes Tempo und kleine psychedelische Anleihen rufen sogar Erinnerungen an BLACK SABBATH zu "Mob-Rules"-Zeiten wach. Das wird bei "Out Of Control" fortgeführt, welches seine Reminiszensen aber mehr bei DEEP PURPLE sucht. Der Doom übernimmt beim Titeltrack "The Shaber" komplett das Kommando und wenn Lem Enzinger hier noch latent nach Ozzy klingt, muss man tatsächlich einen Moment nachdenken, welcher Band man gerade lauscht. Klasse Song übrigens! Mit "Stop The War" kehrt die Band auf eine geradlinigere Schiene zurück. Die kraftvolle Ausrichtung des Stücks ist an den US Metal der 80er angelehnt. "Rock And Roll" macht seinem Titel alle Ehre, während "Turn It On" offensichtlich von ACCEPTs Teutonic Metal der frühen 80er inspiriert scheint. "Till The End Of The World" ist der letzte Song des regulären 84er-Albums und hat ein bisschen was von JUDAS PRIEST in epischerer Ausrichtung. Es ist recht beeindruckend, was U8 damals alles aus der Songwriting-Feder zauberten. Leichte Abstriche zu diesem differenzierten Kompositions-Niveau muss man bei den Bonus-Tracks hinnehmen. Die besten Bonus-Stücke sind "Rip It Out" und "All Day All Night (I Wanna Rock And Roll)", die beide ein wenig an KISS erinnern.

"The Shaber" ist in meinen Augen noch etwas besser einzuordnen als "Pegasus 1001", weil U8 sich hier kompositorisch einfach noch einmal weiterentwickelt hatten. Freunde des Old-School-Metal lassen sich das Album deswegen nicht entgehen.

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