Dort, wo das Ende der Welt bereits hinter dir liegt, dort liegt das in der Geschichte niemals sagenumwobene Rammelhof. Ein Ort im tiefsten Hinterwald, nicht benannt nach einer Stätte des Beischlafs, ebenso wenig angelehnt an den Ponyhof oder diese eine, relativ humorlose Nachwuchsband … wie hießen die nochmal … auch irgendwas mit Ramm… egal.
Besagter Ort erlangte jedenfalls mittlerweile große Bekanntheit, da sich – nicht nur zufällig – unsere HeldInnen unter genau diesem Namen RAMMELHOF in die weite Welt aufgemacht haben, um Putin das Fürchten (mit 2 Millionen Views auf Youtube!), Kurz das Besungenwerden, Erdogan den Rock, Jesus das Erlösen, Deutschland den Schmäh und überhaupt allen den Rambazamba-Chaos-Performance-Rock zu lehren.
Die Kombo – bestehend aus dem großen General, Gina Maschina (beide Vocals), Urgos Brutalos (Schlagzeug), Mario Granato (Gitarre), Du-Shan (Bass) und Pater Perdurabo (Schauspiel) – legt sich am liebsten mit nichts Geringerem als den großen Playern der Welt an. Das findet seinen Ausdruck in weder Feind noch Humor schonenden Texten, wuchtigmacherischer Musik, aber auch in Musikvideos, bei denen man sich fragt: Wo nehmen die bloß die Kohle her? Auch live muss ihnen niemand das Wasser reichen, es tun auch andere (Körper-)Flüssigkeiten. Da wird Wacken zur Opernbühne und ein Auftritt in der deutschsprachigen Provinz zum großen Festival.
Radikal (2016)
Radikal
Ene Mene Mu (2018)
Ene Mene Mu
Rechtzeitig zur Tour mit J.B.O. durch Deutschland und Österreich wurde vorige Woche „Ene Mene Mu“, der dritte Studio-Longplayer von Rammelhof, released. Im Herbst konnte man schon einen Vorgeschmack auf das Album bekommen, in drei Wochen hintereinander Singleauskoppelungen mit dazugehörigen Videos veröffentlicht wurden. Nun liegt das Werk im CD-Player und ich bin gespannt, was den Skandalrockern aus Niederösterreich dieses Mal alles eingefallen ist.
Wer gedacht hat, Rammelhof beginnen mit einem einstimmendem Intro liegt falsch, der titelgebende Track „Ene Mene Mu“ ist der Auftakt, der sogleich den türkischen Präsidenten Erdogan und das Verhalten der EU-Politiker in einem Song auf die Schaufel nimmt. „Ene mene Mu und raus bist du aus der EU, raus bist du noch lange nicht…“ Also auch in diesem Album wird wieder mit harten Gitarrenriffs und Texten kräftig über die Mächtigen gelästert. Mit „Digital“ wird es dann generell sozialkritisch und der Konsumwahn anhand der Social Media-Plattformen kritisiert. Auch musikalisch unterstützen die schnellen Drummings den gefühlten Druck, bei jedem Schmäh der Digitalisierung dabei sein zu müssen.
Bestes Album 2018 (2018)
RAMMELHOF
ist zurück und präsentiert eine neue Weltscheibe namens Bestes Album
2018. Darauf befinden sich alle Hits der Band und man munkelt es sei
bereits jetzt das beste „Best of“ Album aller Zeiten. Von RAMMELHOF per
Hand ausgewählte Songs, sowie ihre bis dato größten Hits werden als
akustisches Jausenbrettl serviert und ballern dem Zuhörer ordentlich
Sound auf die Lauscher. Aber es wäre nicht Rammelhof-gemäß, wenn nicht
auch Highlights skurrilster Art Teil des Albums wären, wie
beispielsweise eine fragwürdige Essensbestellung des lieben Marshalls
Kim Jong Un, der neuerdings und überraschenderweise offiziell bei der
Band eingestiegen ist. Als komödiantische Boni packt die durchgeknallte
Truppe Cameoauftritte ihrer altbekannten Charaktere aus dem RAMMELHOF
Universum auf die neue Platte, etwa von Sgt. Sheriff Randy A. Gunheimer,
Adi und Kali oder Gina der Gino. Für jeden, der RAMMELHOF noch nicht
kennt ist das „Bestes Album 2018“ das absolute Einsteigerpaket
schlechthin, und für alle, die bereits zu den Anhängern der Chaosrocker
aus Österreich zählen, ist dieses Album definitiv ein
Plattenregalaufwerter.




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