Sonntag, 12. April 2020

MAT SCHUH

Greatest Hits Vol. II (1996)

 Greatest Hits Vol. II

Matt Schuh & The Fabulous Max Hagler Orchestra - Seventeen (2002)
 Seventeen

Die ganz frühen Jahre Mat Schuh wurde geboren. Ziemlich normal. Und ohne Komplikationen. Die kamen dann. Früh zeigte sich, dass der kleine Matthias das Zeug zum Allein-Unterhalter hatte. Tante Herta und Tante Elfie, zwei reizende Kindergärtnerinnen in Baden, können das bezeugen. Sie waren nämlich das Publikum, an dem Mat zum ersten mal seine darstellerischen Möglichkeiten ausprobierte. Mit wunderschönen Folgen, weil die Möglichkeiten waren grenzenlos. Tante Herta und Tante Elfie zahlten Mutter-Schuh schon nach dem Premierentag im Kindergarten viel Geld, damit sie dieses ungewöhnlich talentierte Kind bitte nicht wiederbringe. Und so ist es Tante Herta und Tante Elfie zu verdanken, dass Mat schon als Dreijähriger erkannte, wie er am schnellsten zu Geld kommt. Die frühen Jahre Matthias wurde älter, durchlief Volksschule und Gymnasium und interessiert sich Null für die Zähne anderer Leute. Was den Vater, einen angesehenen Badener Dentisten, schwer betrübte. Anstatt schon als Teenager wissbegierig in des Vaters Praxis Blendie-Luft zu schnuppern, verbrachte der heranwachsende Schuh seine Freizeit lieber in Probekellern. Mit neun Jahren gründete er seine erste Rock ́n`Roll Band, mit zwölf sang er auf Bällen und Partys. Nach einem Kurzbesuch der Filmakademie startete der junge Matthias durch, ging zum ORF und alsbald als Mad Mat in die Medien-Geschichte unseres Landes ein. Und das kam so: 1980 hatte Mat beim ORF-Talentewettbewerb „Die große Chance“ mit der berühmten Nummer „Der Vampir ist in mir“ seinen ersten öffentlich rechtlichen Auftritt. Soviel Talent musste belohnt werden. Der ORF heuerte ihn sogleich als Kabelträger an. Schuh arbeitete sich in die ORF/TV-Unterhaltungsabteilung hoch und ging beim damaligen Ressortchef Günther Tolar in die Lehre.
Mats unnachahmliche Stimme ließ die Radiomacher des Landes aufhorchen und im Winter 93 produzierte er seine erste "Mat Schuh Show"-Staffel bei Ö3. Sofort formierte sich eine Schuh-Fangemeinde. Das Sendungskonzept, eine Mischung aus Geist, Witz, Ironie und guter Musik, gefiel. So gut, dass man sich entschloss die „Schuh Show“ in der Sommerpause anstatt der ach so „beliebten“ „Nora Frey-Zeichen“- Sendung über den Äther zu schicken. Der Eklat war vorprogrammiert. Nach nur drei Wochen entschlossen sich die ORF Verantwortlichen zu einer einmaligen, und noch nie da gewesenen Telefonabstimmung, ob des Verbleibes von Mat Schuh. Mit 49% unterlag Schuh und gab das Mikro ab. Doch der Druck der Schuh-Fans wurde immer größer; Mat wurde zwei Wochen nach seiner Abwahl wieder ins Programm geholt. Übermütig warf er sich ins Zeug, Tabuthemen gab es nicht. Spätestens als Schuh dann mit seinen Musikerfreunden live im Ö3-Studio „unplugged“ zu musizieren begann, hing die ganze Nation, zumindest jene die noch wach waren, an den Radiogeräten. Doch um sein gesamtes musikalisches Potential zu präsentieren wurde das kleine Ö3 Studio zu eng und so übersiedelte er eines Samstag Nachts in den großen Sendesaal des Funkhauses. Aber das war nur der Anfang. Die Sendung fand auch außerhalb des Funkhauses mit Live-Einspielungen der achtköpfigen Schuh-Band statt.

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