Hotel Rock'n'Roll
Soundtracks fristen, sieht man von spezialisierten Sammlungen einiger
Film-und-Musik-Liebhaber ab, ein Schattendasein. Zumindest als
Tonträger. Wenn nun aber dieser Tage „Hotel Rock’n’Roll“ anläuft, der
Regie-Erstling von Michael Ostrowski, ist die Tonspur der
Hauptdarsteller. Und eine Soundtrack-CD unabdingbar. Sie knallt dem
Publikum des dritten Teils der Sex, Drugs & Rock’n’Roll-Trilogie
(„Nacktschnecken“, „Contact High“) gehörig etwas vor den Latz. Und
selbst denen, die keine Kinos besuchen, wird das fröhliche Schaffen von
Künstler und Bands wie The Base, Wolfgang Ambros, Skero, Koenig, Radio
Trip oder Suricates - etwa via FM4 - in die Gehörgänge dringen.
Und
dann wäre da noch die Hotelband. Am Mikrofon: Ostrowski himself.
Gitarre: Gerald Votava, Bass: Pia Hirzegger. Am Schlagzeug: der
unvergleichliche Georg Friedrich. Wenn diese Truppe „I Wanna Be Your
Dog“ von Iggy Pop & The Stooges anstimmt - übrigens erstaunlich nah
am Original orientiert -, ist die Rock’n’Roll Hall of Fame in
Sichtweite. Oder zumindest die windschief angebaute Garage („Hall of
Shame“). Mit „Futschikato“, quasi dem Leitmotiv des Films, will und wird
man sich zudem in den Annalen des Austropop verewigen. Darauf deuten
autochthon-lyrische Schlüsselbegriffe wie „Nudlwoiger“, „Muschigruber“
und „Zipflhuber“ hin. Dieser Song, zu hören in gleich vier charmanten
Genre-Variationen (Rock, Punk, Reggae und Swing), soll Insidern zufolge
auch als limitiertes Vinyl-Sammlerstück erscheinen. Die CD dagegen, mit
über 20 Tracks prall ausgestattet und extrapointierten Filmdialogen
aufgefettet, steigert den hedonistischen Mehrwert von „Hotel
Rock’n’Roll“ per Repeat-Taste schier ins Unendliche.
Gewidmet
ist der Film - und damit auch sein Soundtrack - dem Filmemacher Michael
Glawogger, der im April 2014 an Malaria starb. Er hat mit
„Nacktschnecken“ und „Contact High“ auch den Spirit für „Hotel
Rock’n’Roll“ definiert - konzentriertes Geblödel rund um die Lebenskerne
Freundschaft, Musik, Humor. Von überlebensgroßen Vorbildern wie Monty
Python, Louie de Funès, Jerry Lewis, Helge Schneider, Peter Alexander
und Helmut Qualtinger hat sich das Team um Michael Ostrowski nicht
abhalten lassen, es „einfach laufen“ zu lassen. Unter uns: mit Gaststars
wie Willi Resetarits, Hilde Dalik, Sven Regener oder Detlev Buck und
einem Spezialrezept für Kebap-Aufstrich konnte da auch nicht viel
schiefgehen.
„Ich wollte immer schon der Frage nachgehen, wann
aus Sex, Drugs & Rock’n’Roll eigentlich Laktoseintoleranz,
Veganismus & Helene Fischer geworden sind“, so Produzent Dany
Krausz. Maestro Ostrowski hat die Antwort parat: „Futschikato Masalani
forever!“ (Weitergehende Erläuterungen im Beipacktext zur CD - anbei -
und demnächst in Ihrem Lichtspieltheater)
Walter Gröbchen
https://www.discogs.com/de/Hotel-RocknRoll-VA-Original-Soundtrack-Music/release/9589446

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