Dschi Dsche-i Wischer Jr. (1979)
Dschi Dsche-i Wischer Jr.
Iba de gaunz oamen Leit (2012)
Iba de gaunz oamen Leit
Sozialromantik, nein danke!
Die Notstandshilfe im Puff durchgebracht, der Sohn mit 10 mehr fett als nüchtern und die beim abgebrochenen Polytechnikum begonnene Karriere als Frühstücksbiertrinker spannt den roten Faden durch die von Sofa Surfers-Mastermind Wolfgang Schlögl komponierte tragikomische Elektronikoper.
Basierend auf dem Gedichtband Christine Nöstlingers wursteln sich die gaunz oamen Leit in einem Gemeindebau zu Beginn der 10er Jahre dieses Jahrhunderts genauso zwischen Suff, Pfusch und der schieren Verzweiflung in nüchternen Momenten durchs Leben wie eh und je.
Mit:
Ingrid Burkhard
Ursula Strauss
Christian Dolezal
Wolfgang Schlögl
Gerald Votava
Christine Nöstlinger (* 13. Oktober 1936 in Wien-Hernals; † 28. Juni 2018 in Wien-Ottakring[1]) war eine österreichische Schriftstellerin, die als eine der wichtigsten deutschsprachigen Kinder- und Jugendbuchautorinnen gilt. Für ihr Werk wurde sie unter anderem mit dem Hans-Christian-Andersen-Preis und dem Astrid-Lindgren-Gedächtnis-Preis ausgezeichnet.
Christine Nöstlinger, geb. Draxler,[2] bezeichnete sich als „wildes und wütendes Kind“, relativierte das aber in ihren Erinnerungen: „Ich war schon viel ‚frecher‘ als andere in meinem Alter und protestierte heftig, wenn mir etwas nicht gefiel, und das hatte einen einfachen Grund: Wir [meine ältere Schwester Elisabeth und ich, Anm.] waren die einzigen Kinder weit und breit, die daheim keine Watschen und keine Strafen bekamen. Da kann man leicht wütend und wild werden.“[3]
Sie stammte aus einer Arbeiterfamilie: Der Vater Walter Göth († 1975) war Uhrmacher, die Mutter Michaela Erzieherin im Kindergarten. Beide hatten als Sozialisten unter dem Nationalsozialismus zu leiden. Ihre Mutter ließ sich unter Schwierigkeiten krankheitsbedingt frühpensionieren, um die ihr anvertrauten Kinder nicht mit nationalsozialistischem Lied- und Gedankengut indoktrinieren zu müssen.[4] Das Verhältnis von Nöstlinger zu ihrer Mutter war schwierig,[5] hingegen war der Vater ihr „Ein und Alles“.[6] Über ihn sagte sie: „Die Liebe meines Vaters ist in allem, was ich tue, gegenwärtig.“[7]
Sie legte die Matura ab und wollte Malerin werden, studierte dann aber Gebrauchsgrafik an der Akademie für angewandte Kunst. Nach der ersten Ehe, die 1957 geschieden wurde, heiratete sie 1959 den Journalisten Ernst Nöstlinger († 2009).
Die Schriftstellerin bekam zwei Töchter (* 1959 und * Juni 1961), wobei die ältere vom ersten Ehemann – jedoch nach der Scheidung – stammt, aber erst nach der erneuten Heirat geboren wurde.[8][9]
Seit 1970 veröffentlichte sie eine Vielzahl von Büchern. Im Brotberuf arbeitete sie allerdings jahrelang tagtäglich für die Tageszeitungen Kurier und Täglich Alles sowie für die Wochenzeitung Die ganze Woche Kolumnen und Glossen,[10] schrieb Drehbücher für den ORF und moderierte eigene Sendungen im ORF-Hörfunk.[11]
Im Mai 2015 hielt sie bei der Gedenkveranstaltung zum 70. Jahrestag der Befreiung des Konzentrationslagers Mauthausen im historischen Sitzungssaal des österreichischen Parlaments eine Rede über Rassismus und Fremdenfeindlichkeit.[12]
Im Juni 2018 erklärte Christine Nöstlinger, keine Kinderbücher mehr zu schreiben, wegen ihres eigenen fortgeschrittenen Alters und weil sie „heutige Kinder“, die lange Zeit am Smartphone sitzen und Fantasy lesen, nicht mehr versteht.[13]
2010 wurde bei Christine Nöstlinger Gebärmutterkrebs festgestellt. Zuvor hatte sie eine Brustkrebserkrankung überstanden.[14] Die langjährige Raucherin litt auch an einer chronisch obstruktiven Lungenerkrankung.[15]
Christine Nöstlinger wurde am 13. Juli 2018 auf dem Hernalser Friedhof (Gruppe 13, Nummer 6) in Wien bestattet. Ihrem Wunsch entsprechend wurde ihr Tod erst danach publiziert.[16]
„Wenn einer etwas so dringend zu erledigen hat wie ich damals, wenn einer so zornig und wütend ist, dann kann der nicht richtig sterben, weil er keine Ruhe hat.“ Mit diesem Zitat von Rosa Riedl, Schutzgespenst, aus dem Werk von Christine Nöstlinger beendete die Autorin Julya Rabinowich ihren unter dem Titel Herrliche Grantlerin erschienenen Nachruf.[17]
Im März 2019 wurde in der Bezirksvertretungssitzung in Wien-Hernals die Umbenennung des Lidlparks in Nöstlinger-Park beschlossen.[18] Im September 2019 wurde im Wiener Gemeinderatsausschuss für Kultur und Wissenschaft die Benennung eines Straßenzuges in Wien-Floridsdorf im Bereich der Donaufelder Straße 77, vor dem Campus Donaufeld, in Christine-Nöstlinger-Gasse beschlossen.[19]


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