Neun
Sich auf die Suche nach neuen, bisher nicht gehörten Klangwelten
machen sich Hans Tschiritsch, Otto Lechner und Franz Haselsteiner auf
ihrer gemeinsam aufgenommenen CD „Neun“(Hoanzl). Wer die drei Musiker
kennt, der weiß, dass hier tatsächlich auf bis dato unbekanntem Terrain
gewandelt wird. Sich keinerlei Grenzen setzend versucht sich das Trio an
der Erschaffung einer eigenen Musikform, in welcher Fragen der
Kategorisierung keine Beachtung finden.
Nein, in einfache Worte zu
fassen, was Hans Tschiritsch, Otto Lechner und Franz Haselsteiner in
ihrem gemeinsamen Projekt auf die Beine stellen, stellt sich nicht
unbedingt als leichtes Unterfangen heraus. Schon alleine das
eigenwillige Instrumentarium, welches hier zur Verwendung kommt, fällt
deutlich aus dem Rahmen herkömmlicher Musikproduktionen. Für dieses
zeigt sich Obertonvirtuose und Komponist Hans Tschiritsch, der sich in
den letzten Jahren auch als Instrumentenentwickler verdient gemacht hat,
verantwortlich. Unter einer „singenden Säge“ kann man sich noch etwas
vorstellen, die Art und Weise, wie diese in diesem Trio aber in Szene
gesetzt wird, verblüfft dann schon mehr. Noch schwieriger fällt es, den
Klang eines „Tschiritscheridoo“, einer „Nähmaschinen-Obertondrehleier“
oder eines „Öltonnen-Kontrabasses“ zu beschreiben.
Und
genau das macht das unter dem Namen „Ohrwerk“ musizierende Trio auch so
ungemein interessant. Flankiert von den beiden Akkordeonisten Otto
Lechner und Franz Haselsteiner, die ja selber dafür bekannt sind, die
Grenzen der klanglichen Ausdrucksmöglichkeiten ihrer Instrumente immer
wieder aufs Neue auszuloten, entwirft Hans Tschiritsch sich an den
musikalischen Gesetze orientierende Klanginstallationen, welche
unterschiedlichste Spielformen miteinander in Verbindung setzt. Elemente
des Wienerlieds treffen auf solche aus dem Jazz und Blues, hinzu
gesellen sich wunderbare schräge Soundexperimente, welche die Stücke aus
jeglichem stilistisch festgeschriebenen Kontext lösen. Was entsteht ist
Musik, der eine ungemeine Vielschichtigkeit eigen ist und die alleine
aus der Experimentierfreude der Beteiligten heraus entsteht.
Bei
solchen Vorzeichen kann das Publikum einem höchst abwechslungsreichen
Konzertabend entgegenblicken. Liebhaber etwas anderer Klänge, die sich
immer wieder gerne mal auf vollkommen neue Sound-Erlebnisse einlassen,
werden in der art-com Gallery mit Sicherheit auf ihre Kosten kommen.(mt)

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