Meidling Swing
Die LES BUCKEL KOMBO ist ein Duo, das sich ganz in der Tradition
der Musikanten des 19. Jahrhunderts sieht und Musik macht, um einfach zu
unterhalten. SIMON VITH und DAVID WEDENIG, die beiden Köpfe hinter dem
Zweiergespann, über die Faszination der Straßenmusik, ihre vielen
musikalischen Einflüsse und ihr in Bälde erscheinendes Erstlingswerk
„Meidling Swing“.Seinen Anfang nahm die Geschichte des
Kärntner-Vorarlberger-Duos vor rund sieben Jahren. Kennengelernt haben
sich Simon Vith (Akkordeon) und David Wedenig (Saxophon) einst auf einer
Party. Man hatte die Instrumente mit dabei, begann munter
draufloszuspielen und merkte, dass man sich musikalisch auf derselben
Wellenlänge befand. Die beiden Musiker waren sich auch recht schnell
darin einig, wohin die Reise gehen sollte. Auf die Straße, auf die
Dorfplätze, in all jene Umgebungen, in denen die Musik den Menschen ganz
unmittelbar vermittelt werden kann. „Die Straßenmusik hat auf uns
vom ersten Moment an einen großen Reiz ausgeübt. Auch weil es etwas
komplett anderes ist, vor Leuten zu spielen, die einen nicht kennen, als
vor einem Publikum, das dafür zahlt, dich auf der Bühne zu sehen“, so Simon Vith.
Als
Vorbilder dienen dem Vorarlberger Akkordeonisten und dem Kärntner
Saxophonisten bis heute auch die StraßenmusikantInnen der Gegenwart,
jene Leute etwa, die man auch am Karlsplatz sieht. „Die nehmen sich
ganz einfach irgendeine Melodie aus einer berühmten Oper her und
variieren dieses Thema zehn Minuten lang. Jetzt könnte man sagen, das
sei fad, aber hört man genauer hin, erkennt man, dass sie ihre ganz
eigene Art zu spielen haben und viele, viele Variationen reinbringen.“
In der Tradition eines Led Bellys und Edmund Guschelbauers
Ihre
Zeit auf den Straßen hat insofern Spuren hinterlassen, als dass die
beiden selbst mehr und mehr in der Rolle von waschechten
(Straßen-)MusikantInnen hineingewachsen sind und sie wie die Legenden
dieser Musikform, wie etwa Led Belly oder Edmund Guschelbauer,
ihre Aufgabe darin sehen, zu unterhalten. Was der Vorarlberger Vith und
der Kärntner Wedenig an ihrem gemeinsamen Tun vor allem schätzen, sind
die musikalische und auch örtliche Ungebundenheit sowie die Möglichkeit,
wirklich spontan agieren zu können. Es wird gespielt, wann und wo es
möglich ist und das Umfeld eben passt, auf kleinen Bühnen, in
Wirtshäusern, Buschenschanken, Heurigen und anderen „seltsamen“
öffentlichen Orten.
Anders als manche ZunftgenossInnen sehen die
beiden auch Auftritte auf privaten Feiern und Veranstaltungen als
künstlerische Chance. Für Vith bedeutet „es keine Abwertung, auf
Hochzeiten, Geburtstagen und diversen anderen Feierlichkeiten zu
spielen, weil genau dort ganz andere Begegnungen stattfinden können als
bei einem normalen Konzert“. Es komme darauf an, wie man ein solches Konzert gestaltet, so Wedenig: „Es
gibt zwei Möglichkeiten, auf so einer Veranstaltung zu spielen.
Entweder man stellt sich in eine Ecke und spielt drei Stunden lang
smoothe Hintergrundmusik. Oder man verschafft sich zwischendurch auch
Freiräume und macht zwei oder drei Nummern, denen die Leute etwas
intensiver zuhören müssen. Und das ist die Variante, die wir gewählt
haben.“
Ein stilistisch breites Repertoire
Auf ein fix festgelegtes Konzertprogramm verzichtet die Les Buckel Kombo
daher. Vielmehr geht das Duo auf die Launen und Stimmungen des
Publikums ein. Mittlerweile haben sich Vith und Wedenig ein stilistisch
sehr breites Repertoire angeeignet, aus dem sie sich bedienen können.
Die Entscheidung, sich hin zu so einer stilistischen Vielfalt zu
bewegen, ist laut Wedenig aber keineswegs bewusst getroffen worden. Die
Entwicklung sei eher so passiert. „Wir haben gemerkt, dass bei
manchen Konzerten das Publikum zum Beispiel vermehrt nach Wienerliedern
nachgefragt hat. Um solche Wünsche erfüllen zu können, haben wir uns
dann eben mit dem Wienerlied auseinandergesetzt und Lieder in die
Richtung gemacht. So ist es auch mit anderen Genres passiert.“
Musikalische Einschränkungen sind der Les Buckel Kombo
also fremd. Der Klezmer wird in den Liedern und Stücken ebenso
angespielt wie die Musette, der Swing, der Folk, die alpine Volksmusik,
ein wenig Minimal Music und Jazz oder die Musik des Balkans. Wobei Vith
dann aber doch festhält, dass es aufgrund der Instrumentierung Akkordeon
und Saxophon eigentlich nicht möglich ist, den wirklich
originalgetreuen Sound wiederzugeben. „In unseren Liedern stecken
unterschiedliche Musikstile drinnen, das stimmt. Wir verwurschteln diese
aber doch auf unsere sehr eigene Art. Würden wir jetzt beginnen, mit
unseren Instrumenten so originalgetreu wie möglich bleiben zu wollen,
dann würde letztlich wenig übrig bleiben“.
Die musikalische
Basis der Lieder der Kombo bilden nicht selten auch Traditionals. Nur
erfahren diese, wie soll es auch anders sein, eine ganz individuelle
Interpretation und Bearbeitung. „Es gibt Traditionals, die wir
wirklich fünf Jahre hindurch, man kann sagen Hunderte Male, gespielt
haben. Die haben sich aber im Laufe der Zeit so stark verändert, dass
aus ihnen eigene Stücke geworden sind. Wie etwa „Ajde Jano“. Das
Stück ist eigentlich ein serbisches Volkslied. Und in der Form, in der
dieses jetzt auf der CD zu hören ist, hat es mit der Originalversion
nicht mehr viel gemein. Übrig geblieben ist gerade einmal die Melodie
des Hauptthemas. Der Rest ist etwas ganz Neues“, so Vith.
„Meidling Swing“
Die
angesprochene CD trägt den Titel „Meidling Swing“ und ist nicht nur
wegen ihrer musikalischen Vielfalt und Qualität interessant. Großen Wert
legte das Duo vor allem auch darauf, die Lieder in ihrer Stimmung so
authentisch wie möglich klingen zu lassen. Um dies auch bestmöglich zu
gewährleisten, schottete sich die Les Buckel Kombo von der
Außenwelt ab. Man verzog sich in zwei alte Holzhütten nach Kärnten und
in ein ebenso altes Holzhaus, einem ehemaligen Weltausstellungspavillon,
nach Wien Grinzing. Dort wurden die Nummern in aller Ruhe und
Entspanntheit ausgearbeitet und aufgenommen. Das Zweiergespann wollte
diese bestimmte Atmosphäre schaffen und diese Unmittelbarkeit einfangen,
die zu seiner Musik passt. Inwieweit das gelungen ist, wird sich
spätestens am 5. März zeigen. Dann nämlich präsentiert die Les Buckel Kombo im Wiener Konzertcafé Schmidhansl „Meidling Swing“ zum ersten Mal offiziell.

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