Nummer #1
Was zunächst aussieht wie eine 0815-Boygroup, entpuppt sich als
Geist der Jugend von heute: genervt vom Gesundheitswahn, frustriert vom
Alltag der Großstadt. TOP! gleichen die Ärgernisse unserer Zeit mit
ausgelassener Musik aus und haben ihren ganz eigenen Sound gefunden:
Dröhnemeier.
Nicht umsonst ist
das österreichische Jugendwort des Jahres 2016 „Was ist das für 1 Life“,
denn es spiegelt den Geist der Heranwachsenden ziemlich genau wider. Top!
greifen die Thematiken und Sorgen der Jugend von heute auf, parodieren
sie, geben sie mit fetzigen Tracks wieder und schaffen so den perfekten
Ausgleich zum stressigen Alltag. Verwurzelt sind die fünf jungen Männer
in der Popmusik, aber ihren Sound bezeichnen sie als „Dröhnemeier“.
Diese Bezeichnung ist, wenn man sich durch das Debütalbum „Nummer #1“
hört, auch tatsächlich treffend, die Songs sind aufmüpfig, ausgelassen
und – wie man so schön sagt – voller Schmäh.
„I tu’s, weil ich’s kann“
Chris
Schaller (Gesang, Bass) und sein Zwillingsbruder Julian Schaller
(Gesang, Gitarre) greifen mit ihren Bandkollegen Josh Meier (Gitarre,
Lead), Pauli Brezina (Gesang, Klavier, Synthesizer) und Keith Konrad
(Schlagzeug) den Zahn der Zeit auf – und zwar nicht den, den man in den Nachrichten
hört, auch nicht den, der im Alltag zu sehen ist. Nein, sie besingen und
bespielen die Gefühle und Gedanken der jungen Menschen, die es
satt haben, ständig nur ernsthaft und gesellschaftskonform zu denken und
zu handeln. Stets mit einem Augenzwinkern, humoristischen Anspielungen
und einer lässigen Punk-Attitüde lassen die fünf ihren Texten freien
Lauf. Lieder wie „Weil ich‘s kann“ und „So wie es ist“ sprühen vor
Lebensfreude, die aufgestaute Energie entlädt sich schlagartig – so
wird es nie fad.
In der Szene sind Top! mittlerweile ein Geheimtipp – und das
obwohl sie erst im August letzten Jahres ihr Debüt hatten. Das
Gesamtpaket bei dem Quintett stimmt einfach: Statt Kitsch gibt
es bei ihnen Exzess mit einer Prise Hipster, statt lyrischem Blabla
präsentieren sie knackige Parodien. Für Langweiler und Ewiggestrige ist
das vielleicht nichts, aber dafür umso mehr für Menschen, die sich nach
etwas zum Abschalten sehnen. Auf der Facebook-Seite der Band heißt es: „Wir spielen um Gefühle hervorzurufen. […] Wenn man nicht mehr nachdenken muss, sind wir am Ziel.” Und was soll man sagen? Sie schaffen es auch.

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