Bis ana reat
„Hinterland als fixe Größe im österreichischen Rap-Geschehen melden
sich nun nach einer kleinen Pause wieder zurück. Nach dem Debut „Zwa
Seitn“ gelang den „Hillbillies“ aus dem Mühlviertel 2011 mit
„Voixsmusik“ ein beherztes und vielbeachtetes Album. Hits wie
„Schwiegarapper“, „Bauan liagn ned“ oder eben „Voixsmusik“ sind in
bester Erinnerung. Das neue Werk „Bis ana reat“ wird wie bisher beim
Linzer Label Tonträger Records veröffentlicht und bietet vorerst einmal
angenehm Gewohntes. Die Raps bleiben nämlich wie immer durch die Bank
in oberösterreichischer Mundart gehalten. Bevor man aber meint „More of
the same“ serviert zu kriegen, merkt man sofort, dass das aber schon
alles ist, was als Konstante bleibt. Im Hinterlanduniversum hat es
Erkenntnisse, Verschiebungen und Veränderungen gegeben, die passieren
sollten, ja müssen, wenn man der Weiterentwicklung seiner Sache keinen
Riegel vorschieben will und inhaltlichen sowie kreativen Fortschritt
forciert. Ein Knackpunkt für die Jungs ist: Der selbstauferlegte
Hillbilly-Bauern-Schmäh muss nicht mehr offensichtlich übergezogen oder
strapaziert werden. Er ist eine Selbstverständlichkeit geworden, die
jetzt, da diese Sache eindeutig geklärt ist, Tiefgehendes und
Experimentelles, musikalisch als auch thematisch, ermöglicht, zulässt,
ja sogar herausfordert. Nicht dass auf Partytracks verzichtet wird
(„Wochenend“) oder die typisch wiffe Lockerheit leiden müsste. Es ist
jetzt viel mehr Platz für persönliche Themen und Statements zur Lage.
Hinterland war ja schon immer die Crew die eine ernsthafte Haltung
gegenüber politischen und gesellschaftskritischen Themen an den Tag
legen konnte ohne verbissen oder verbohrt zu wirken. Man höre hierzu
„Ois wird guad“, „A Woikal“ oder „Ned Perfekt“. „Bis ana reat“ ist /
klingt insgesamt einfach erwachsener. Es ist ein cleverer Entwurf wie
ein (Mundart-) Rap-Album 2014 im modernen Gewand daherkommen kann.

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