Bass
–
Peter Donke
Producer
–
Felix Rausch (tracks: 5, 11),
James Bourke (tracks: 1 to 4, 6 to 10, 13),
Willi Warma (tracks: 1 to 4, 6 to 10, 12 to 14)
Vocals
–
Kurt Holzinger
Für die Musik meinten
sich die verschwitzten Jungs zu interessieren, die mit ihren Pappbechern
voller Bier in der ersten Reihe vor der Bühne herumtrampelten.
Nein – das Publikum der Willi Warma waren die Mädchen!
Ganze Schulklassen haben auf diese Band masturbiert.
Willi Warma hatten nämlich etwas, was ich so bei keiner Band in Österreich je wieder gesehen habe –
Nein – das Publikum der Willi Warma waren die Mädchen!
Ganze Schulklassen haben auf diese Band masturbiert.
Willi Warma hatten nämlich etwas, was ich so bei keiner Band in Österreich je wieder gesehen habe –
SEX APPEAL!
Ab 1980 spielen Willi Warma fast öfter in Wien als
in Linz (jedoch auch in Graz, Innsbruck, Salzburg und sogar Bad Ischl
sind sie gern gesehene Gäste) und werden – als einzige Band
aus den Bundesländern – schnell in die dortige Punk/New Wave-Szene
rund um Lokale wie das U4 und das Metropol aufgenommen. Sogar die “Kronen
Zeitung” wird auf die vier kajalgeschminkten, gefährlichen
Sex-Appeal verbreitenden und im Falle von Gitarrist Julius Zechner in
Strapsen auftretenden Linzer aufmerksam und tituliert Sänger Kurt
Holzinger ob dessen orange gefärbter Haare kurzerhand mit “karottenhaariger
Willy”. Willi Warma stehen nun durchschnittlich sieben- bis achtmal
pro Monat österreichweit auf Live-Bühnen und bringen selbst
in das allerletzte Provinzkaff eine Ahnung von Rock’n’Roll
– sowohl als Style- wie als Attitude-Rebellion wie auch als utopisches
Versprechen, doch ein irgendwie richtiges Leben im falschen finden zu
können. Das probieren zwar andere auch, aber Willi Warma sind die
einzigen, denen das auch abgenommen wird und wo man am Tag danach, wenn
sich der Kater langsam wieder verflüchtigt, nicht wieder ins provinzielle
(Da-)Sein zurückgeworfen wird. So was geht natürlich nicht nur
über klasse Musik, was Willi Warma auch ganz genau wissen. Als “die
arroganteste Band im Land” (“Der Wiener”) gilt es auch,
wie Popstars zu agieren, ohne wie peinliche Kopien angloamerikanischer
Vorbilder zu enden. Und genau das war bei Willi Warma nie der Fall. All
das unnahbare, unberechenbare, zornig-aggressive Gehabe, das verspätete
Auftreten, die Ekstase während des Spielens (legendär etwa Julius
Zechners Version von “I’m Waiting For My Man”, nackt
in Schlüpfern und Strapsen gesungen), die Exzesse nicht nur am Ende
der Shows (die teilweise zu Auftrittsverboten führen), die Publikumsprovokationen,
der Sarkasmus und Zynismus der Zwischenansagen, das zerstörte Mobiliar
(in Salzburg wird etwa während eines Konzerts bei einem Uni-Streik
ein Hörsaal, der als Bühne fungiert, während der Zugabe
“I Wanna Be Your Dog” auseinandergenommen) wie auch das mitunter
Von-der-Bühne-Fallen und die schiere “Raw Power”, gepaart
mit einem Sex-Appeal, von dem heute noch geschwärmt wird, ist zwar
auch ganz klassiches Pop-Show-Entertainerhandwerk, aber Willi Warma produzieren
damit einen Mehrwert, der nicht nur das kollektive “Stahlstadtkinder”-Bewusstsein
sozusagen in die Bundesländer trägt, sondern einen auch selber
teilhaben lässt an einer verschworenen Gemeinschaft. Als Eintrittskarte
reicht oft das Erkennen einer Cover-Version aus dem – damals noch
äußerst obskuren – 1960er/1970er Proto-Punk-Songbook.
Und dann, speziell wenn sie einen guten Tag haben, können sie ganz
unvermutet auch relativ umgänglich sein, jedoch nicht ohne einem
selbst eine Dosis Arroganz, Zorn und Unnahbarkeit mit auf den Weg zu geben.

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