Sehr Gut Kommt Sehr Gut (1981)
Sehr Gut Kommt Sehr Gut
Ja, Nein Vielleicht (1981)
Ja, Nein Vielleicht
geboren 1956
Graz / Düsseldorf / Köln
Xaõ Seffcheque wurde in Graz/Österreich geboren. Im November 1977
übersiedelte er nach Düsseldorf, wo er sich der Musik-Performance-Gruppe
padlt noidlt um Mike Hentz, Michael Jansen und Frank Köllges anschloss.
Ende der 70er Jahre trat er als Autor für das Musikmagazin Sounds und
die vom Rowohlt-Verlag veröffentlichte Buchreihe Rock-Session in
Erscheinung, wo er humorvoll über die aufkeimende Punk- und New
Wave-Bewegung in Deutschland berichtete. Unmittelbar nach der Gründung
des Musikmagazins SPEX begann er auch dafür zu schreiben.
Sein Plattendebüt hatte er 1980 mit Deutschland nicht über Alles. Die
10"-LP erregte aufgrund ihrer geringen Verbreitung jedoch kaum
Aufmerksamkeit. Einen ersten Achtungserfolg hatte er noch im selben Jahr
mit dem Album Sehr gut kommt sehr gut, das als angeblicher Sampler mit
Titeln von Kraftwerk, DAF und Der Plan[1] aufgemacht war, die er jedoch
alle selbst eingespielt hatte. Die auf dem Label Schallmauer-Records
erschienene Platte persifliert satirisch die damalige Punk- und
New-Wave-Szene. Im Dezember 1980 nahm er als Bassist und Schlagzeuger
mit Brigitte Bühler und Eva Gössling die Blässe Platte "Lieben Sie
Saxofon" auf.
Er formierte seine eigene Band „Xao und die Pest" (auch „Xao und der
Rest" oder „Xao und die Post"), mit der er 1981 die LP Ja - nein -
vielleicht veröffentlichte. Seffcheque nannte sich bisweilen „Xao
Scheckheft", während die Musikzeitschrift „Sounds" ihm auch den Titel
„Sektchef" als Überschrift zu einem kritischen Leserbrief zugeteilt
hatte [2].
Seffcheque hatte gute Kontakte zu Charley's Girls, aus denen später
Mittagspause und die Fehlfarben hervorgingen. 1979 nahm er ein Konzert
von Mittagspause auf, das 1981 nach der Trennung der Band unter dem
Titel Punk macht dicken Arsch nachveröffentlicht wurde. Ebenfalls 1981
nahm er gemeinsam mit Peter Glaser unter dem Konzeptnamen O.R.A.V.s
(=Ohne Rücksicht auf Verluste) die eine Hälfte einer Split-LP auf Alfred
Hilsbergs ZickZack-Label, auf der er Fehlfarben-Stücke persiflierte.
Aus dem aggressiven Fehlfarben-Titel Apokalypse wurde zum Beispiel ein
entspanntes Gitarrenstück, die Textzeile „Bombenteppich, U-Boot-Jagd"
wurde dabei zu „Teppichboden, Kissenschlacht".
Zusammen mit Peter Hein gründete Seffcheque ebenfalls 1981 die Formation
Family 5, mit der er zahlreiche Alben produzierte hat und die bis heute
aktiv ist. Auch bei diesem Projekt halten sich Satire und Avantgarde
die Waage.
Von 1984 bis 1985 moderierte er neben Alan Bangs und Robert Treutel die
Sendung Musik Convoy im WDR-Vorabendprogramm ("Quiz mit Xao").
Seffcheque arbeitete immer wieder auch als Journalist unter anderen für
Überblick Sounds, Musikexpress, Spex, Twen, Tempo, coolibri, Kölner und
Tip. Als Schauspieler ist er unter anderen in O.R.A.V. - Der Film,
Lastwagenkrieg, Ein Fall für zwei, Eine Bonner Affäre, Parkhotel Stern,
Kismet und in Ein Bett für drei zu sehen.
Seffcheque ist zudem einer der Protagonisten in Jürgen Teipels Buch
Verschwende Deine Jugend. Bei der Reunion von Fehlfarben 2002 war
Seffcheque gelegentlich als DJ im Vorprogramm zu hören, wo er seine
alten Platten spielte.
Bereits in den 80er Jahren begann Seffcheque, Drehbücher zu schreiben
und Filme zu produzieren. Nach dem Fernsehfilm Lastwagenkrieg von 1982
und einigen Kurzfilmen war er 1991 maßgeblich am Drehbuch zu der Komödie
Manta - Der Film beteiligt. 1993 folgte der Jugendfilm Einfach nur
Liebe, 1996 der Experimentalfilm Mit meinen Augen, 2000 der
Spionagethriller Spur meiner Tochter. 2004 und 2007 wurden die
Drehbücher Helden für einen Tag und Die Kleinen und die Bösen für den
Deutschen Filmpreis vorgeschlagen.
Xaõ Seffcheque lebt seit 2001 mit seiner Familie in Köln, wo er
vorwiegend als Drehbuchautor und Regisseur tätig ist. 1996 bis 2002 gab
er Seminare im Kölner Filmhaus. Von 2003 bis 2008 war er
Lehrbeauftragter an der Fachhochschule für Mediaproduktion und
Mediadesign in Darmstadt/Dieburg.
Am 20. Januar 2005 hatte im Düsseldorfer Schauspielhaus das Jugendstück
Helden für einen Tag von Martin Ritzenhoff und Xaõ Seffcheque Premiere,
in dem die Düsseldorfer Punkszene des Jahres 1979 das Umfeld für eine
fiktive Handlung stellt.[3]
In den letzten Jahren avancierte Seffcheque mehr und mehr auch zu einem
sarkastischen Beobachter und Kommentator der Medienszene (was man ihm
dort teilweise ziemlich verübelt). Zuletzt äußerte er sich im Rahmen
eines Interviews kritisch zur redaktionellen Programmgestaltung im
deutschen Fernsehen in der jungen Welt vom 3. November 2011: "Im Club
der Quoten-Dichter".
Xaõ Seffcheque ist Mitglied der Deutschen Filmakademie und des Forum Stadtpark Graz.
(http://de.wikipedia.org/wiki/Xa%C3%B5_Seffcheque)


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