Gegenlicht
Überdosis G'fühl (1984)
Überdosis G'fühl
Grenzenlos (1985)
Grenzenlos
Augenblicke (1987)
Augenblicke
Auf Tour (1988)
Auf Tour
Jeder Tag Zählt (1990)
Jeder Tag Zählt
Auf a Wort (1992)
Auf a Wort
STS & Kolonovits - Rosegger (1993)
Rosegger
Zeit (1995)
Zeit
Volle Kraft (1998)
Volle Kraft
STS & Band - Live (2000) (2 CD)
Live
Herzverbunden (2003)
Herzverbunden
Neuer Morgen (2007)
Neuer Morgen
Non LP Singles (2020)
Non LP Singles
S.T.S. (auch STS; Akronym aus „Steinbäcker – Timischl – Schiffkowitz“) war eine dreiköpfige Pop-Rock-Band aus Österreich. Das Trio wurde 1978[3] durch Gert Steinbäcker, Günter Timischl und Schiffkowitz (bürgerlich Helmut Röhrling) gegründet. Alle drei Musiker stammen aus der Steiermark, was immer wieder in ihren Liedern anklingt. Die drei spielen akustische Gitarre und singen die Refrains ihrer Lieder dreistimmig, während der Solopart mit wenigen Ausnahmen vom Komponisten selbst gesungen wird. Instrumentierung und Gesang lassen Einflüsse von Bands wie Crosby, Stills and Nash erkennen.
Bislang erhielten S.T.S. für ihre Produktionen 3× Gold, 11× Platin, 3× Doppelplatin und 1× Fünffachplatin und verkauften 2,5 Millionen Alben.[4] Vor allem ihre Treue zu ihrer eigenen musikalischen Linie und ihre leidenschaftlichen Live-Auftritte machten sie bekannt und beliebt. Die bekanntesten Werke sind unter anderem Fürstenfeld, Da kummt die Sunn, Großvater, Gö, Du bleibst heut Nacht bei mir, Kalt und kälter, Mach die Aug’n zu, Wunder meiner Seligkeit, Überdosis G’fühl und Irgendwann bleib i dann dort.
Die drei Musiker gingen bis 1975 getrennte Wege und betätigten sich hauptsächlich in diversen Bands in der Steiermark und Deutschland, ehe sie schließlich als Trio zusammenfanden. Nachdem schon Gert Steinbäcker und Schiffkowitz zeitweise eine lose Formation gebildet hatten, stieß zuletzt auch Günter Timischl dazu. Ein erster öffentlicher Kurzauftritt fand im Zuge des „Forum Stadtpark“ in Graz statt – einer kleinen Veranstaltung, zu der hauptsächlich Dichter geladen waren. Bald darauf folgte ein Engagement zu einem ersten „richtigen“ Auftritt am 4. Dezember 1975, wobei das Trio durch einen englischen Bongospieler ergänzt wurde. Die ersten Auftritte erfreuten sich durchaus einiger Beliebtheit, wenngleich sie nur auf die nähere Umgebung (Graz, Fürstenfeld, Güssing und Gleisdorf) begrenzt waren. Trotzdem wollten sie nach dieser regionalen Tournee erneut getrennte Wege gehen und gaben im April 1976 ihr vermeintliches Abschiedskonzert in Graz.
Die folgenden Jahre stellten die Musikerlaufbahn der drei auf eine harte Probe. Günter Timischl versuchte sich ohne Erfolg als Solist und hielt sich bis in die Jahre 1976/77 unter anderem als Fensterputzer über Wasser. Er trat schließlich den UNO-Truppen bei und war in Zypern in einer Art „Unterhaltungskompanie“ tätig. Jedoch versäumte er es nicht, ständig eigene Lieder für eine spätere Band zu komponieren. 1978 kehrte er wieder in seine Fürstenfelder Heimat zurück.
Gert Steinbäcker ging 1976 zurück nach Deutschland, wo er sich in einer persönlichen Krise wiederfand. Ständig wechselnde Gelegenheitsjobs und ein damit verbundener musikalischer Stillstand bewogen ihn schließlich, zurück in die Steiermark zu gehen. Dort nahm er eine Single unter dem Pseudonym Stony Becker auf. Die Single trug den Titel Matchless Woman (B-Seite: Catherine) und floppte.
Indes reiste Schiffkowitz im Sommer 1976 in die Vereinigten Staaten, um für einen Radiosender eine Interviewserie mit namhaften Musikern durchzuführen. Der Ausflug trug nach eigener Aussage wesentlich zu seiner persönlichen Entwicklung bei, wobei er „… die Idole (seiner) Vergangenheit von ihrem Podest herunterholen“ wollte. Nach dreieinhalb Monaten kehrte er zurück in die Steiermark, wo der Zivildienst auf ihn wartete. Mit dem Material aus Übersee ging er auch daran, ein Buch zu schreiben. Im Jahre 1978 fanden sich die Musiker erneut zusammen und hoben „S.T.S.“ endgültig aus der Taufe.
Zunächst verfasste man einige Lieder, wobei sich jeder einbrachte und beisteuerte, was er in den Jahren dazwischen komponiert hatte. Die Liedtexte wurden noch zur Hälfte auf Englisch geschrieben, ehe man sich auf die steirische Mundart der deutschen Sprache festlegte. Doch die spärlichen Auftritte, die wiederum auf Graz, Gleisdorf und Fürstenfeld beschränkt waren, veranlassten sie, Nebenjobs anzunehmen. Timischl lernte seine spätere Ehefrau Lotte kennen, Steinbäcker arbeitete unter anderem als Bühnenarbeiter und Komponist für Kinder- und Jugendtheaterstücke. Schiffkowitz schrieb weiter an seinem Buch und arbeitete als freier Journalist. Im Jahre 1979 kam schließlich ihre erste Single heraus, die den Titel Matter of Sex trug und von Schiffkowitz komponiert wurde. Die B-Seite stammte von Gert Steinbäcker und hieß With You. Das Projekt wurde ein Fehlschlag, weshalb sie von der Plattenfirma genötigt wurden, auf Italienisch zu singen. Die drei lehnten dankend ab und kündigten schließlich den Vertrag mit der Produktionsfirma.
1979 hatte auch die Erste Allgemeine Verunsicherung erste Erfolge. Als diese eine Sommertournee planten, schlossen sich S.T.S. an und spielten einige Zeit für „E.A.V.“. Günter Timischl war zudem des Öfteren für die Formation „Opus“ tätig, die er, neben S.T.S., auf zahlreichen Konzerten musikalisch unterstützte. Erst 1980 reagierte die Plattenfirma Ariola auf Live-Demobänder von S.T.S. und produzierte die Single Da kummt die Sunn, eine Schiffkowitz-Adaption des Beatles-Klassikers Here Comes the Sun. Die Rückseite bildete das Lied Geht’s Da Guat von Günter Timischl. Da kummt die Sunn fand sehr guten Anklang im Radio, verkaufte sich allerdings nicht gut. Die Plattenfirma entschloss sich dennoch zu einer LP und so entstand bis März 1981 die Langspielplatte Gegenlicht. Diese war mit 2.000 verkauften Exemplaren immerhin als Achtungserfolg zu betrachten, der Durchbruch ließ trotzdem auf sich warten.
S.T.S. gingen nun auf eigene Faust daran, eine eigene Single aufzunehmen, die den Titel Automaten-Karl trug. Auch hiervon verkauften sich nur wenige Hundert Stück, weshalb sie vor allem von ausgedehnten Konzert-Tourneen lebten. Es folgte die endgültige Abkapselung von E.A.V., um sich ganz den eigenen Projekten widmen zu können. In dieser Zeit hatte die Formation eine tiefe Krise, wenngleich die vierte Single folgte. Der Vertrag mit Ariola war längst aufgelöst, als die Musiker in einem kleinen Tonstudio im burgenländischen Oberschützen (1983) die Single Irgendwann bleib i dann dort produzierten. Mit 5000 verkauften Exemplaren hielt sich auch jetzt der Erfolg in Grenzen. Das Lied wurde erst zwei Jahre später ein Hit und als „Aussteigerhymne“ bekannt.
Anfang 1984 wurden konkrete Überlegungen zum Thema Aufhören formuliert, wobei man sich zum Ziel setzte, im Falle der Erfolglosigkeit noch maximal bis Jahresende weiterzumachen. In dieser Phase erreichte die Bandmitglieder der Anruf der Wiener Plattenfirma Amadeo, die auf verschickte Demobänder aufmerksam geworden war. Man erklärte sich bereit, eine Langspielplatte zu finanzieren, die in Folge im März und April 1984 in Wien aufgenommen wurde.
Anfang Mai wurde der Öffentlichkeit schließlich die zweite S.T.S.-LP Überdosis G’fühl präsentiert, von der anfänglich nur 500 Stück produziert wurden. Auf der Platte sind Titel wie I hab di Leben g'sehn und Das neue Vaterland.
Fürstenfeld
Gerade als man für diese LP zehn Lieder fertig geschrieben hatte, meinte man seitens der Plattenfirma, dass gerade noch Platz für ein Lied wäre. In Erörterung der Situation erinnerte sich Schiffkowitz an ein Lied, das 1982 der oststeirische Musiker Josef Jandrisits komponiert hatte und das den Titel With a Little Help trug. Der von Schiffkowitz getextete Song wurde mit dem Einverständnis von Josef Jandrisits neu arrangiert und mit einem deutschen Text versehen. Das Lied, das nun den Titel Fürstenfeld trug, zielte auf den leidenschaftlichen Heimkehrer und Heimatmenschen Günter Timischl ab und war anfänglich als Parodie gedacht. Dieses Jandrisits-Fürstenfeld war schon Jahre zuvor Bestandteil des Konzertprogramms von S.T.S. gewesen. Nunmehr sollte Fürstenfeld zur ersten Singleauskopplung der neuen LP werden. Mithin gelang dem Trio der Durchbruch – die LP verkaufte sich innerhalb eines Jahres 70.000 Mal (Platin), die Single gar 140.000 Mal.
Erfolgsjahre
Im selben Jahr musste sich Günter Timischl aufgrund der anbrandenden Erfolgswelle auch von Opus trennen, für die er jahrelang als Bandmusiker mitgewirkt hatte. Der letzte gemeinsame Auftritt erfolgte im burgenländischen Oberwart, aus dessen Livemitschnitt die Single Live Is Life resultierte. Im Sommer 1984 sollte diese weltweit drei Millionen Mal verkauft werden. Indes gingen S.T.S. daran, nach einer ausverkauften Tournee eine neue LP zu produzieren, die den Titel Grenzenlos bekam.
Die noch im Jahre 1985 erschienene LP wurde verkaufsmäßig zu einem noch größeren Erfolg als Überdosis G’fühl und sollte vierfach Platin erhalten. Mit auf der Platte befand sich neben der Nummer Kalt und Kälter auch der Titel Irgendwann bleib i dann dort, der zwei Jahre nach seinem Entstehen die österreichische Hitparade erklomm. Dem Albumerfolg folgte eine ausverkaufte Herbsttournee, wobei das Trio in seinen Auftritten erstmals von dem Keyboarder Ewald Beit unterstützt wurde, der schon bei den ersten Plattenaufnahmen mitgewirkt hatte. Neben den Plattenproduktionen und ausgedehnten Tourneen legten S.T.S. mehrere Monate lange kreative Pausen ein.
1986 folgte mit 50 Konzerten die bis dahin größte Tournee, die das Trio auch nach Deutschland, in die Schweiz und nach Liechtenstein führte. Schon im August 1987 folgte die vierte LP Augenblicke, an deren Entstehung die vertrauten Studiomusiker aus den letzten Produktionen beteiligt waren. Nach einer abermals ausverkauften Sommertournee folgte nun eine lange, zweijährige Pause.
Das tourlose Jahr 1988 wurde mit einem Livemitschnitt S.T.S. – Auf Tour überbrückt; ein Doppelalbum mit Auftritten aus Graz, Linz und Wien. Auch das Jahr 1989 brachte keine musikalischen Neuheiten, dafür aber zwei Sampler (Glanzlichter, Gö, du bleibst…), eine Best-of-Auswahl aus den bisherigen vier Alben.
Die 1990er-Jahre
Ende des Jahres 1989 kamen S.T.S. erneut langsam in Schwung. Gert Steinbäcker feilte an einem Soloalbum, während Günter Timischl gelegentlich mit der „Magic ’69 Reunion“ auftrat; einer Neuauflage der Band „Magic ’69“, der er bis 1973 angehört hatte. Das sechste S.T.S.-Album ließ folglich nicht lange auf sich warten, bekam den Titel Jeder Tag zählt und wurde von einer ausgedehnten Tournee begleitet. Auch die musikalische Unterstützung wuchs; neben Ewald Beit am Keyboard ist der deutsche Schlagzeuger Gerhard Wennemuth, der 1984 zum besten in Österreich lebenden Schlagzeuger gewählt wurde, seit dieser Tournee ständiger Begleiter von S.T.S. Daneben rundete Erich Buchebner an der Bassgitarre die Band ab. Der typische Arbeitsrhythmus von S.T.S. stellte sich nun ein. Auf eine Plattenproduktion folgte eine lange Tournee, auf die eine mehrmonatige Arbeitspause folgte. 1990 erschien das Album Jeder Tag zählt mit der Single Drago. Im Juni 1992 legte die Band ihr insgesamt zehntes Album Auf a Wort nach. Hier wird vor allem das persönliche Engagement der Band gegen Rechtsextremismus deutlich, das in dem Lied Und es ist so schön da gipfelt, in dem Schiffkowitz auf die Geschehnisse in Konzentrationslagern hinweist. Im Jahr 1993, das programmgemäß eigentlich ein albumfreies Jahr werden sollte, wartete die Band mit einer Überraschung auf. S.T.S. nahm die steirische Landesausstellung zum Anlass und vertonten auf Bitte des Veranstalters Gedichte des steirischen Schriftstellers Peter Rosegger. Das Album erhielt den schlichten Namen Rosegger.
Nach drei Jahren ohne ein „echtes“ S.T.S.-Album meldete man sich im Jahre 1995 wieder zurück. Das erste Mal seit 1981 suchte man wieder ein steirisches Tonstudio auf, das im Besitz des „Opus“-Gitarristen Ewald Pfleger war. Das Resultat war das Album Zeit, auf das eine Tournee mit 50 Konzerten folgte. Auch diesmal füllten sich die großen Konzertsäle und es strömten mehr Menschen zu den Open-Airs als je zuvor. Bis dahin war dies die erfolgreichste S.T.S.-Herbst-Tournee mit ca. 150.000 Konzertbesuchern in Österreich und Deutschland. Das Finale bildete im Frühjahr und Sommer 1996 eine Konzertserie von sechs Auftritten, wobei sie in Deutschland gemeinsam mit Pur und Toto auftraten, in Österreich mit Sting und Toto. Noch im gleichen Jahr erschien die Best-of-CD Die größten Hits aus 15 Jahren. Es folgte erwartungsgemäß eine einjährige Pause, in der an einem neuen Album gearbeitet wurde, das 1998 unter dem Namen Volle Kraft erschien. Im Zuge der anschließenden Tournee spielte man fast ausnahmslos auf großen Bühnen wie der Wiener Stadthalle und vier Mal beim Circus Krone München. Im selben Jahr erschien die Best-of-CD Master Series. Volle Kraft sollte für viele Jahre die letzte Studioproduktion sein. S.T.S. konzentrierten sich vielmehr auf ihre groß angelegten Tourneen, deren Erfolg im Gegensatz zur Medienpräsenz nicht verebben wollte.
Seit 2000
Im Jahr 2000 folgte das Doppelalbum S.T.S. & Band Live, das die musikalischen Stationen der Band aus 20 Jahren noch einmal wiedergibt. Die große Konzertserie ging im Sommer des Jahres 2002 weiter; hier wurden bereits einige Lieder eines folgenden Albums vorausgeschickt. 2003 veröffentlichten S.T.S. ihr Album Herzverbunden, das sie in einer Konzertserie im Herbst 2004 und im Frühjahr und Sommer 2005 auch live präsentieren.
Am 31. August 2007 erschien das Album Neuer Morgen mit 14 neuen Liedern, wovon Ende nie als Promo-Single vorab veröffentlicht wurde. Die Reaktionen der Radiostationen waren sehr zurückhaltend. Aufgrund des Inhaltes des Liedes, es spielt auf den Konflikt zwischen Islam und der westlichen Welt an, war diese Single anscheinend zu unangenehm. Textzeilen wie „ihr westlich dekadenten Ärsche“ oder „Muffti“ waren unter anderem der Grund, warum Radio Steiermark das Lied nicht spielen wollte. In einem Zeitungsinterview sagte der Musikverantwortliche, dass dieses Lied nicht „das positive Lebensgefühl“ vermittle, das Radio Steiermark vermitteln wolle.[5]
Im Jahr 2012 absolvierten S.T.S. ihre Schlusstournee.[6] Als Abschluss erhielten alle drei Bandmitglieder, Schiffkowitz, Timischl und Steinbäcker, das Goldene Ehrenzeichen für Verdienste um die Republik Österreich.[7] Im Juli 2014 gaben S.T.S. bekannt, dass sie in Zukunft nicht mehr gemeinsam auf der Bühne auftreten werden.[8] Als Begründung wurden gesundheitliche Probleme von Günter Timischl genannt.
| Gründungsmitglieder | |
|---|---|
Gesang, Gitarre
|
Gert Steinbäcker |
Gesang, Gitarre
|
Günter Timischl |
Gesang, Gitarre
|
Schiffkowitz |
| Bandmitglieder | |
Keyboard, Akkordeon
|
Ewald Beit (1985–2012) |
Bass
|
Erich Buchebner (1992–1996, 2008–2012) Wolfram Abt † (1996–2008) Mischa Krausz (2008) |
Schlagzeug
|
Gerd Wennemuth (1992–2012) |
Keyboard, Saxofon, Trompete, Querflöte, Klarinette
|
Franz Zettl (2001–2012) |
| langjährige Studiomusiker/Umfeld | |
Keyboards
|
Andi Beit Harry Pierron Gerd Schuller |
Bass
|
Erich Reinberger |
Schlagzeug
|
Peter Szammer |
E-Gitarre
|
Martin Kunz Robert Musenbichler Gerald Strasser |
Manager
|
Karl Scheibmaier |
Produzent
|
Peter Müller Christian Kolonovits |
Günter Timischl (* 11. Mai 1948 in Fürstenfeld, Steiermark) ist ein österreichischer Liedermacher, Musiker und Sänger. Er ist Gründungsmitglied der österreichischen Band S.T.S. und wirkte auch in zahlreichen anderen bekannten Formationen mit.
Timischl stammt aus einer musikbegeisterten Familie. Während seine Eltern als Volksmusikanten in Liederzirkeln mitwirkten, interessierte sich Günter für amerikanische Rock´n Roll-Musik. Mit neun Jahren galt er auf der Gitarre bereits als Ausnahmetalent und hatte seinen ersten Auftritt im Grazer Kammersaal.
Als Vierzehnjähriger gründete er mit zwei Freunden seine erste Musikgruppe „Little Band“. Zu dieser Zeit waren die Beatles und die Rolling Stones seine Vorbilder. Von 1963 bis 1968 war er Bandleader und Sänger bei seiner zweiten Band „Atlantis“. Anfang 1969 trat er der Formation „The Time“ bei, die sich dann in „The New Time“ umbenannte. Timischl verließ die Gruppe wegen Auffassungsunterschieden aber schon im Juli 1969. Im August desselben Jahres gründete er in seinem Heimatort Fürstenfeld zusammen mit Freunden die Band Magic 69, mit der er österreichweit bekannt wurde.
Seinen Lebensunterhalt verdiente er zu dieser Zeit mit Kleinauftritten und als Gastmusiker bei der Ersten Allgemeinen Verunsicherung und bei Opus. Dabei lernte er Gert Steinbäcker und Schiffkowitz kennen, die ebenfalls bei der EAV mitwirkten. Die ersten Auftritte in der Heimatregion des neu gegründeten Trios S.T.S. brachte jedoch nur mäßigen Erfolg, weshalb sich die drei Musiker nach mehrmonatiger Zusammenarbeit wieder trennten.
Günter Timischl kehrte zu „Magic 69“ zurück und nahm mit der Band, der unter anderem Carl Peyer und als Schlagzeuger der spätere Austropop-Star Boris Bukowski angehörten, seine erste Langspielplatte mit deutschsprachigen Texten auf.
Daneben nahm er Aushilfsarbeiten an und verpflichtete sich für einen UNO-Einsatz auf Zypern (UNFICYP). Nach seiner Rückkehr in die Steiermark tat er sich 1978 erneut mit Steinbäcker und Schiffkowitz zusammen und brachte etliche seiner eigenen Kompositionen in die Formation S.T.S. ein. Aufgrund der weiter anhaltenden Erfolglosigkeit schlossen sich die drei Musiker bis 1981 erneut der Ersten Allgemeinen Verunsicherung an, arbeiteten daneben aber weiterhin an ihrer eigenen Formation.
Timischl spielte zudem als Gastmusiker bei Livekonzerten und Studioaufnahmen für die burgenländische Band „Opus“. 1980 veröffentlichte die Plattenfirma Ariola die Single „Da kummt die Sunn“, auf deren Rückseite sich mit „Geht´s da guat“ eine Eigenkomposition von Timischl fand.
1984 feierte er mit S.T.S. und dem von Schiffkowitz arrangierten und nur als Lückenfüller auf die LP „Überdosis G´fühl“ gebrachten Stück „Fürstenfeld“ den Durchbruch. Die ursprüngliche Fremdkomposition fand sich seit geraumer Zeit im Programm der Gruppe und wurde von Schiffkowitz mit Bezug auf den „Heimatmenschen“ Timischl mit neuem Text versehen. Sie entwickelte sich zum All-Time-Hit der Band.
Im selben Jahr erlebte Timischl als Gitarrist bei seinem letzten gemeinsamen Konzert mit „Opus“ die Geburt des Hits „Live Is Life“, der ab Sommer 1984 an die Spitze sämtlicher Charts in Europa und Übersee kletterte und sich bis heute als Single über 15 Millionen Mal verkaufte.
Danach zog er sich von „Opus“ zurück, um sich nach dem Durchbruch mit S.T.S. auf die Zusammenarbeit mit Steinbäcker und Schiffkowitz zu konzentrieren. Für „Grenzenlos“, dem 1985 erschienen Nachfolgewerk von „Überdosis G´fühl“ komponierte und textete er die Stücke „Wunder meiner Seligkeit“ und „Anfach Fort“.
Daneben half er – vor allem für alte Freunde – immer wieder als Gast- oder Studiomusiker aus. Für Boris Bukowski sang er z. B. 1985 auf dessen erster Solo-LP „Boris Bukowski“ im Chor und spielte 1989 auf „100 Stunden am Tag“ die akustische Gitarre. Zu Beginn der 1990er Jahre spielte er für die „Magic 69 Reunion“ und trat mit der Band auch bei Konzerten auf. 1991 komponierte er gemeinsam mit Andi Beit die Musik zu Bukowskis „Zwei Zeilen Zärtlichkeit“ und war bei einigen Titeln als Backgroundsänger tätig.
SCHIFFKOWITZ (Helmut Röhrling)
Er selbst
Schiffkowitz (2011)
Schiffkowitz
Schiffkowitz, bürgerlicher Name: Helmut Röhrling (* 27. Dezember 1946 in Graz) ist ein österreichischer Liedermacher, Musiker und Sänger.
Helmut Röhrling wuchs in Sinabelkirchen und Fürstenfeld auf. Seine Schulzeit ist geprägt von den autoritären Strukturen dieser Zeit. Seine Kindheit in Sinabelkirchen lieferte aber auch Ideen für seine Lieder. So war beispielsweise gegenüber seinem Haus eine „Continental“-Werbetafel montiert: Das Lied „Continental“ erzählt aus seiner Kindheit.
In den 1960er-Jahren wurde Schiffkowitz von Boris Bukowski in die Band FBI Man geholt, die Alfred Lang (1945–1986) einige Jahre zuvor gegründet hatte.[2] Die Gruppe coverte Lieder von The Shadows, The Beatles, The Who, The Rolling Stones und anderen Beatbands. Aus der Band FBI Man wurden die Dirtles[3] und später die Music Machine (1968, mit den Bandmitgliedern Schiffkowitz, Bukowski, Josef Jandrisits, zunächst noch mit Erich Reinberger, später mit Petrus Wippel und Michael Millner), die sich bald zu einer wichtigen Popgruppe in der Steiermark und im Burgenland entwickelte. Gleichzeitig begann seine rund zehnjährige Tätigkeit als Journalist und freier Autor.
Den Künstlernamen „Schiffkowitz“ bekam Helmut Röhrling von Boris Bukowski: Beide waren an einer Baustelle vorbeigegangen, wo ein Schild mit dem Namen des zuständigen Architekten, Helmut Zsifkovits, angebracht war. Da er damals vorgab Architektur zu studieren und die Vornamen ident waren, beschloss Bukowski, ihn fortan so zu nennen. Die Schreibweise wurde eingedeutscht.[4] Der Name verbreitete sich rasch bei den Fans seiner damaligen Band Music Machine, so dass der Name „Röhrling“ bald vergessen war und Schiffkowitz auch als Solokünstler unter diesem Namen auftrat.
Von 1978 bis 2014 war er Mitglied von S.T.S. Er schrieb in dieser Zeit auch ein Buch: „Wir sind die, vor denen uns unsere Eltern gewarnt haben“, eine Erinnerung an die 1960er-Jahre, mit vielen Interviews diverser Personen, die diese Zeit geprägt haben.
Im Jahr 2000 erschien sein erstes Soloalbum „Er Selbst“, im Juni 2011 folgte als zweites „Schiffkowitz“.
Schiffkowitz ist sehr engagiert in der Unterstützung von Minderheiten, was auch in seinen Liedern, u. a. „Drago“ oder „Länderspiel“, deutlich wird.
Er wurde am 8. Februar 2003 zum Ehrenmitglied des Kulturvereins Österreichischer Roma ernannt. 2012 erhielt er das Goldene Ehrenzeichen für Verdienste um die Republik Österreich.
Nach dem Aus von S.T.S. stand er immer wieder als Gastmusiker auf der Bühne anderer österreichischer Musiker. Im Jahr 2018 ging er auf Einladung seines ehemaligen S.T.S.-Bandkollegen Gert Steinbäcker mit dessen Band (darunter Ulli Bäer) auf Tour durch
STEINBÄCKER (GERT)
Woman - Catherine
Die musikalische Geschichte des Grazer Gert Steinbäcker beginnt bei MEPHISTO, der Band von Thomas Spitzer (EAV) dessen Freund Steinbäcker war und ist. Nach deren Auflösung 1972 landete Steinbäcker bei MASHUUN, welche in der Oststeiermark sehr bekannt waren. Von beiden Gruppen gibt es keine offiziellen Tonträger obschon von MASHUUN & MAGIC einst ein Doppel-Album geplant war.
Mashuun Live 1972-1973
Live 1972-1973
Irgendwann nach der Auflösung von MASHUUN traf Steinbäcker in Graz auf einen gewissen Helmut Röhrling (alias Schiffkowitz)! Als Duo absolvierten sie einige Auftritte und holten noch Günter Timischl (ex-MAGIC) dazu. Dies war die eigentliche Geburtsstunde von STS (1975), doch die Musiker gingen wieder getrennte Wege.
1977 kam es 'with a little help from friends' zur Aufnahme dieser Single. 'Matchless Women' stammt aus der Feder von Boris Bukowski und 'Catherine' von Robert Ponger. Angeblich wurden nur 100 Stück der Single gepresst.
1978 kam es erneut zur Zusammenkunft von Steinbäcker, Schiffkowitz & Timischl...doch das ist eine andere Geschichte....
Einmal im Leb'n (1990)
Einmal im Leb'n
Steinbäcker (1994)
Steinbäcker
Stationen (1997)
Stationen
Best Of (2002)
Best Of
Bilder an der Wand (2010)
Bilder an der Wand
Gert Steinbäcker - Ja eh (2016)
Ja eh
Gert Steinbäcker (* 27. November 1952 in Graz) ist ein österreichischer Liedermacher, Musiker und Sänger sowie Mitglied des Austropop-Trios S.T.S. (Steinbäcker, Timischl, Schiffkowitz).
Neben seiner Bandkarriere produzierte er sieben Soloalben (davon zwei Sampler), für die er mit insgesamt dreimal Gold ausgezeichnet wurde.
Steinbäcker solo
Neben seinen ausgedehnten Griechenland-Ausflügen blieb Steinbäcker nicht untätig, es gab vielmehr ein „Überpotential“ an neu komponierten Liedern und solchen, die nicht alle auf den vorigen S.T.S.-Alben Platz fanden. So beschloss Steinbäcker eine Solo-LP zu produzieren, die den Titel „Einmal Im Leb`n“ bekam. Als Produzent fungierte Christian Kolonovits, der auch die Musik zu „Liebe is es net“ beisteuerte. Das Album erlangte in Folge Gold-Status. Aus seinem Debütalbum wurden die Singles „Die Sunn über’n Meer“ und „Die Zeit“ ausgekoppelt.
Ein halbes Jahr später gingen S.T.S. daran, ihr fünftes Album „Jeder Tag zählt“ im selben Tonstudio zu produzieren. Gert Steinbäcker steuerte die Lieder „Jeder Tag zählt“, „Aber niemals“, „Wieder a Sommer“ und „A winziger Funken“ bei. Nach einer groß angelegten Tournee kam die erwartete Pause bis 1992. In diesem Jahr erschien die LP „Auf A Wort“ mit den Steinbäcker Liedern „Das Meer“, „Das sind die Tag’“, „So net“, „Es fangt genauso an“ und „Herz muß immer Trumpf bleiben“. Im Jahr 1993 sorgten S.T.S. für eine Überraschung, als sie 13 Gedichte des steirischen Schriftstellers Peter Rosegger vertonten.
1994 sollte die zweite Solo-LP Steinbäckers folgen, der er den einfachen Titel „Steinbäcker“ gab. Aufgenommen wurde sie von November bis Dezember 1994 in Wien und auf Capri. Unter den Mitwirkenden befanden sich unter anderem Konstantin Wecker, Wolfgang Ambros und Thomas Spitzer. Singleauskoppelungen waren: „Aus meiner Haut“ und „Mein Freund“. Auch für diese Produktion erhielt Steinbäcker Gold.
Die Musik der letzten Nummer ist Gert Steinbäckers Schwester zu verdanken und hinter dem Pseudonym „Feiertag“ verbarg sich Frido Hütter.
Ein Jahr später, 1995, entstand die erste „reine“ S.T.S.-CD seit drei Jahren. Der Titel: „Zeit“. Steinbäcker schreib hierfür die Lieder „A altmodischer Hund“, „Wohin die Reise“, „Zeig mir dein` Himmel“ und „So, Märchenprinz“. Dem Album folgte eine Tournee mit über 50 Konzerten und eine kurze Sommertournee an der Seite von Pur, Toto und Sting. Die Stadienfüllenden Events begleiteten die letzte S.T.S.-Studioproduktion für zwei Jahre. Auch von den Bühnen des Landes hielten sich S.T.S. bis einschließlich 1998 fern. In dieser mehrjährigen Pause bastelte Gert Steinbäcker an seinem dritten reinen Studioalbum „Stationen“. Auch diesmal fehlte es nicht an prominenter Mitwirkung. Neben Wolfgang Ambros und Joesi Prokopetz steuert auch Udo Lindenberg einen Song bei.
1994 hatte Steinbäcker einen Gastauftritt auf Wolfgang Ambros Album Wasserfall. Auf „Alt und Jung“ ist er zusammen mit Georg Danzer, Wolfgang Ambros und Ostbahn-Kurti zu hören.
1998 sollte das letzte S.T.S. Album für fast fünf Jahre erscheinen. Es bekam den Titel „Volle Kraft“ und beinhaltete die Steinbäcker-Songs „Lächerlich“, „Der alte Mann“, „An irgendwas muss man glaub`n“ und „Wie a Sternschnupp`n“. Man konzentrierte sich voll auf groß angelegte Tourneen, die das Trio auch mehrmals nach Deutschland führten.
Auch Steinbäcker produzierte keine reinen Studioproduktionen mehr. 1998 kam sein insgesamt viertes Soloalbum auf den Markt, das einen reinen Sampler Charakter hatte und die zehnjährige musikalische Solo-Laufbahn Steinbäckers auf einer CD zusammenfasste.
1999 folgte eine große Tournee von S.T.S., der man ein Live-Album anschloss. Im Sommer 2002 bestritten sie erneut eine ausgedehnte Konzertserie und auch Gert Steinbäcker veröffentlichte seine bislang letzte CD, einen Best-Of Sampler, der das bis dahin unveröffentlichte Lied „Vom höchsten Gipfel“ enthielt.
Im Jahr 2003 erschien das S.T.S.-Album „Herzverbunden“, das Steinbäcker die Titel „Lass fließen die Zeit“, „Wie a Sonnenstrahl“, „Der Nachbar“ und „Tausendmal“ verdankt. Aktuelle Songs sowie weitere Lieder aus über 25 Jahren Bandgeschichte waren auf der letzten Sommertournee im Jahr 2005 live zu hören.
Im Jahr 2007 erschien das bislang letzte S.T.S. Album „Neuer Morgen“, das Steinbäcker die Titel „Ende nie“, „Cool und so fesch“, „Dankeschön“ verdankt. Und von „Du sollst leben“ hat er die Musik komponiert.
Sein bisher letztes Album, erschienen am 28. Mai 2010, entstand wieder mit prominenter Unterstützung. Produziert von Christian Kolonovits wirkten unter anderem mit: Wolfgang Ambros, Birgit Denk, Irene Fornaciari, Herwig Rüdisser von der Band Opus, Thomas Spitzer sowie Günter Timischl und Schiffkowitz. Auf diesem Album revanchierte sich Ambros für Steinbäckers Mitwirkung am Song „Alt und Jung“ aus dem Jahre 1994.
Steinbäcker hat sich anlässlich eines Interviews einmal als „Pendler im 4/4-Takt“ bezeichnet, was ausdrücken sollte, dass er seine Zeit hauptsächlich auf seine Geburtsstadt Graz und seine Wahlheimat Griechenland aufteilt.
2012 erhielt er das Goldene Ehrenzeichen für Verdienste um die Republik Österreich.

























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