'S klane Glücksspiel
Wo soll das nur hinführen? Die erste Scheib’n vom Voodoo, gleich a Wöd-Scheib’n, die »Ansa Woar«
– eine Platt’n für die Ewigkeit. Wer ab 2016 die größten heimischen
Songwriter aufzählen will, muss den Voodoo dazuzählen, zu den Danzers,
Ambrossen und Hirschs. So schnö hast damals gar ned schaun können, war
der Meister auf Platz eins, direkt eingestiegen. Ka Schas mit Quasteln.
Mit den alten Hadern vom Hirsch war er auch auf Tour, aber weißt eh,
eine neue Nummer wär schon nicht schlecht.
Dippler und Auffedrahrer
Nach
drei Jahren ist es nun soweit. Und natürlich geht’s auch wieder um die
Tschecheranten dieser Stadt, mit denen nur er so richtig auf Du und Du
steht, quasi der USP, wie die Leut’ in der Reklam’ sagen würden.
Hauptthema, aber nicht nur natürlich, auf »’S klane Glücksspiel« sind
die Dippler und Auffedrahrer. Natürlich geht’s da nicht so richtig
kritisch zu – im Vergleich etwa zum Maron Sigi und »Des Glick is a
Fogerl«; der Voodoo mit seiner fixen Partie, der namhaften und
eingespielten Ansa Panier, geht’s natürlich von einer romantischeren
Sicht an, holt nicht nur quasi-prototypische Stars mit ins Boot – der
Austen Louie und die leibhaftige Jazz Gitti sind mit dabei –, sondern
verewigt auch wieder einige Wiener Idiome in der Popgeschichte: das
Träumen von warmen Biskotten etwa. Und auch eine Verneigung vor der wohl
legendärsten Schnapsen-Unterhaltung überhaupt, jener aus »Indien«, ist
dabei: »Danke für die Mitarbeit!«
G’schichten, die’s Leben schreibt
Aber logisch gibt’s auch
anderes, worüber es sich zu singen lohnt, über die G’schichten, die’s
Leben schreibt, auch wenn’s dann manchmal ein bisschen zu sehr Hörspiel
ist. Über »Scheidungsleichen«, die nach dem Aufriss bei der Beachparty
in Schützen oder Rust schwanger und verheiratet werden, über »2l
Eistee«, eine picobello Nummer über einen Schüler, über die Viecher am
»Fenstabrettl« und auch über Freundschaft, Verrat am »Eislaufplotz«.
Du
merkst es: Die neue Scheib’n ist genauso wie man es vom Voodoo erwarten
würde: tiefkomisch, abgründig, nostalgisch, aber genauso wahrhaftig.
Was der Voodoo hat, ist quasi Ass, Zehner und Vierz’ger auf der Hand.
Drah’ ma zua. Danke für die Mitarbeit!
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