Dienstag, 10. Dezember 2019

MINDBLIND

Barely Illegal (2015)
Barely Illegal

Gegenwindschiffen (2018)
Gegenwindschiffen

In den späten 1990ern hielten ein paar freche Jungs die Musikszene so richtig auf Trab. Ihre Musikrichtung hieß Pop-Punk und ihr Motto war, so viel Spaß wie möglich zu haben. Auch wenn der Hype um dieses Genre wohl schon abgeebbt ist, tauchen immer wieder neue Bands auf, die sich dem Pop-Punk widmen. So auch die Band MINDBLIND, die nun ihr Debütalbum „Barely Illegal“ veröffentlicht hat.
Und schon der Titel des Albums verrät viel Ironie. Als kaum illegal bezeichnen die drei Burgenländer Harald Leitner (Vocals, Bass), Markus Leitner (Gitarre) und Leon Lederer (Schlagzeug) ihre Musik und spielen damit auf die Grundeinstellung aller Punkbands überall an: Wir machen, was wir wollen, ob es ein bisschen illegal ist oder nicht. Aber auf der Platte von Mindblind hat man es nicht mit den Extremen des Hardcore-Punks zu tun, sondern mit der gemäßigteren, zugänglicheren Version von Punk.
Pop-Punk und seine Meister
Diese Art der Musik kultivierten vor allem Green Day mit ihrem Album „Dookie“ oder auch Blink 182 mit „Enema of State“. Auf diesen Alben wurden zwar punkübliche Dinge gemacht, wie wilde Gitarren zum Kreischen gebracht, blitzschnell und energetisch gesungen und natürlich viel Trommelwirbel veranstaltet, dazu kamen aber auch Elemente, die eher popüblich waren. Die Songs wurden länger, bekamen das klassische Strophe-Refrain-Strophe-Format und hatten eine zugängliche Melodie, die zum Mitsingen einlud.
Diese Mischung bringen auch Mindblind in ihrer Musik unter. Man hört sofort heraus, dass sie ihre Instrumente lieben und Spaß haben wollen. Deswegen sind ihre Songs von einer heiteren Note durchzogen, obwohl auch Balladen auf dem Album zu finden sind. Wie etwa „If Only“, das zwar nicht minimalistisch instrumentiert ist, aber sich durch seinen nachdenklichen Unterton als Ballade kennzeichnet. Frontmann Harald Leitner singt von einem Lied, das nicht nur den Weltfrieden bringen, sondern auch den Hunger in der Welt beenden soll. Dabei ist natürlich eine leise Ironie zu spüren.

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