Montag, 23. Dezember 2019

Cari Cari - Anaana (2018)

Cari Cari - Anaana

Die ersten Klänge von „Summer Sun“ erklingen und man denkt sich: „Ist das nicht der diesjährige Deep-House-Sommerhit?“ Doch schon wenige Sekunden später merkt man, dass es ganz und gar nicht so ist: Man steigt in eine Spiegelwelt, in der alles fast so ist wie bei uns, aber eben nicht ganz. Alles ist etwas verzerrter, etwas bunter, etwas tiefer und etwas melancholischer. So ist die Musik von Cari Cari und so ist ihr Debütalbum „ANAANA
Cari Cari haben ihr Album in der Wüste produziert. Nein, das ist natürlich Blödsinn. Aber wenn man sich das Bild klar vor Augen führt, während man dem dritten Song, „Mapache!“, lauscht, dann möchte man gar nicht mehr daran glauben, dass Stephanie Louise Widmer und Alexander Köck diese Songs in einem Studio aufgenommen haben. Viel schöner ist es, sich das Bild eines wild tanzenden Duos vorzustellen, das wie von Sinnen um ein Lagerfeuer hüpft und dabei die Surf Guitar spielt.
Die Lieder von Cari Cari sind zeitlos und modern zugleich. Man bekommt Pop, ein bisschen Elektronik, orientalische Töne und natürlich eine kräftige Portion Rock. Über allem liegt das Licht einer untergehenden Sonne. Die Vocals sind teils scheinbar gelangweilt, teils verschwörerisch, dann wieder hypnotisch. „ANAANA“ in ein bestimmtes Genre pressen zu wollen, tut dem Album nicht gut. Man muss es eher als Klangkonzept auffassen, in dem jedes einzelne Lied zum vorherigen passt.

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