Blüte Des Lebens (2014)
Georg Kostron
Daniel "sein Manager" Břen
DaDaPunk ist Liedermacher- Artpunk- Kabbarett. Politisch und
gesellschaftskritisch, witzig, mit dem Mut zum Stumpfsinn. „Der
Künstler“ Georg Kostron und „sein Manager“ Daniel Břen stammen aus Wien.
Ihr aktuelles Album "DaDaPunk" haben sie in Anlehnung an die
Duoperformance ihrer Konzerte aufgenommen.
Die Begleitband wurde nach der Produktion des Debutalbums „Blüte des
Lebens" kurzerhand vom Manager gefeuert und auf der Bühne durch eine
alte Tonbandmaschine ersetzt. Somit war das ungleiche Paar auch bei den
Aufnahmen zur aktuellen Platte ganz auf sich alleine gestellt. Der
Künstler setzte sich mit Gitarre, Bass, Tasten und seiner Stimme in die
Abstellkammer des Berliner Funkhauses, während sein Manager im Wiener
Büroraum Schlagzeug und klingenden Schrott auf Band verewigte. Einzig
die InterpretInnen der Chorstimmen konnten auf Betteln des Managers
wieder dazu bewogen werden, „DaDaPunk“ ihre Stimmen zu leihen. Zu
ausbeuterischen Bedingungen, versteht sich.
Die Lieder setzen sich mit den kapitalistischen, konsumwahnsinnigen
Auswüchsen unserer Zeit auseinander: Vom SUV-Fahrer über den
Kapselkaffeetrinker bis hin zum lauten Handytelefonierer oder „Zweite
Kassa!“- Rufer im Supermarkt kriegt jeder sein Fett ab, der sich durch
rücksichtsloses Verhalten gegenüber Mitmenschen, Wählern, Konsumenten
oder der Umwelt auszeichnet. Der erhobene Zeigefinger ist jedoch nie
Teil des Programms und wird stets zu Gunsten der einen oder anderen
Blödelei geopfert. Das nicht gerade ruhmreiche Vorleben des Managers
(inklusive zwielichtiger Immobiliengeschäfte in Griechenland) wird auf
DaDapunk ebenso thematisiert wie die Geschichte der Wortschöpfung
Kapitalanarchie und was Dada damit zu tun haben könnte.
Musikalisch bewegt sich das Album zwischen zeitgenössischem Synthiepop,
70s Rock, Hip Hop und Schlager. Der Punk vereint sie in der Haltung von
Georg Kostrons Texten. Die per Definition unbeschreibbare, aber immer
nach Freiheit ringende Gestalt des Dada springt aus den Einwürfen des
Managers hervor, nimmt sich ihren Platz in der plötzlichen Deformation
des Klangbildes und entbindet das Wort in manch dramatischem Moment
jeglicher Verpflichtungen.
Das abligatorische Liebeslied der Platte nennt sich „Erdbeermund“ und
ist eine Vertonung von Paul Zechs Gedicht „Eine verliebte Ballade für
ein Mädchen namens Yssabeu“, das sich wiederum an der Poesie des
Francois Villon orientiert und von Klaus Kinski 1959 erstmalig in die
breite Öffentlichkeit getragen wurde.
Georg Kostron (34), aufgewachsen in Wien, hat die Studien Theologie und
Physik abgebrochen und das Studium Jazz abgeschlossen. Er lebt als
Musiker und Liedermacher in Berlin.
Daniel Břen (34), hat das Studium der Volkswirtschaft abgebrochen und
lebt als Tontechniker, Musiker und Produzent in seiner Heimatstadt Wien.
Georg Kostron & sein Manager haben Ihre „Geschäftsbeziehung“ Mitte
2014 gestartet und im ersten Jahr ihres Bestehens über 50 Konzerte in
Deutschland und Österreich gespielt.
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