Samstag, 8. Januar 2022

GEORG KOSTRON & SEIN MANAGER

 

Blüte Des Lebens (2014)

DaDaPunk (2016)

 

aus Wien/Berlin | *2014

Georg Kostron
Daniel "sein Manager" Břen

DaDaPunk ist Liedermacher- Artpunk- Kabbarett. Politisch und gesellschaftskritisch, witzig, mit dem Mut zum Stumpfsinn. „Der Künstler“ Georg Kostron und „sein Manager“ Daniel Břen stammen aus Wien. Ihr aktuelles Album "DaDaPunk" haben sie in Anlehnung an die Duoperformance ihrer Konzerte aufgenommen.

Die Begleitband wurde nach der Produktion des Debutalbums „Blüte des Lebens" kurzerhand vom Manager gefeuert und auf der Bühne durch eine alte Tonbandmaschine ersetzt. Somit war das ungleiche Paar auch bei den Aufnahmen zur aktuellen Platte ganz auf sich alleine gestellt. Der Künstler setzte sich mit Gitarre, Bass, Tasten und seiner Stimme in die Abstellkammer des Berliner Funkhauses, während sein Manager im Wiener Büroraum Schlagzeug und klingenden Schrott auf Band verewigte. Einzig die InterpretInnen der Chorstimmen konnten auf Betteln des Managers wieder dazu bewogen werden, „DaDaPunk“ ihre Stimmen zu leihen. Zu ausbeuterischen Bedingungen, versteht sich.

Die Lieder setzen sich mit den kapitalistischen, konsumwahnsinnigen Auswüchsen unserer Zeit auseinander: Vom SUV-Fahrer über den Kapselkaffeetrinker bis hin zum lauten Handytelefonierer oder „Zweite Kassa!“- Rufer im Supermarkt kriegt jeder sein Fett ab, der sich durch rücksichtsloses Verhalten gegenüber Mitmenschen, Wählern, Konsumenten oder der Umwelt auszeichnet. Der erhobene Zeigefinger ist jedoch nie Teil des Programms und wird stets zu Gunsten der einen oder anderen Blödelei geopfert. Das nicht gerade ruhmreiche Vorleben des Managers (inklusive zwielichtiger Immobiliengeschäfte in Griechenland) wird auf DaDapunk ebenso thematisiert wie die Geschichte der Wortschöpfung Kapitalanarchie und was Dada damit zu tun haben könnte.

Musikalisch bewegt sich das Album zwischen zeitgenössischem Synthiepop, 70s Rock, Hip Hop und Schlager. Der Punk vereint sie in der Haltung von Georg Kostrons Texten. Die per Definition unbeschreibbare, aber immer nach Freiheit ringende Gestalt des Dada springt aus den Einwürfen des Managers hervor, nimmt sich ihren Platz in der plötzlichen Deformation des Klangbildes und entbindet das Wort in manch dramatischem Moment jeglicher Verpflichtungen.
Das abligatorische Liebeslied der Platte nennt sich „Erdbeermund“ und ist eine Vertonung von Paul Zechs Gedicht „Eine verliebte Ballade für ein Mädchen namens Yssabeu“, das sich wiederum an der Poesie des Francois Villon orientiert und von Klaus Kinski 1959 erstmalig in die breite Öffentlichkeit getragen wurde.

Georg Kostron (34), aufgewachsen in Wien, hat die Studien Theologie und Physik abgebrochen und das Studium Jazz abgeschlossen. Er lebt als Musiker und Liedermacher in Berlin.
Daniel Břen (34), hat das Studium der Volkswirtschaft abgebrochen und lebt als Tontechniker, Musiker und Produzent in seiner Heimatstadt Wien.
Georg Kostron & sein Manager haben Ihre „Geschäftsbeziehung“ Mitte 2014 gestartet und im ersten Jahr ihres Bestehens über 50 Konzerte in Deutschland und Österreich gespielt. 

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen