Donnerstag, 7. Oktober 2021

LAURA RAFETSEDER

 

Laura & The Comrats - Make Me Whole Again (2006)

In der Wiener Songwriterszene schon lange keine Unbekannten sind die Liedermacherin Laura Rafetseder und ihre Band The Comrats. Vergangenen April erschien mit „creating memories” (Lindo/Hoanzl) das von vielen Seiten lang erwartete Debütalbum, mit dem die Künstlerin einmal mehr eindrucksvoll unterstreichen konnte, dass sie zu den hoffnungsvollsten Vertreterinnen der österreichischen Songwriterszene zählt. Am 11. August ist die junge Musikerin mit ihrer Band im Rahmen der sommerlichen Platzkonzerte im Wiener WUK zu sehen.Laura Rafetseder entdeckte schon in frühen Jahren ihre große Liebe zur Musik. Was im Grunde nicht wirklich überrascht, führt man sich einmal das familiäre Umfeld der Amstettenerin vor Augen. Der Vater, selber Mitglied einer in der heimischen Gegend bekannteren Band, und die Mutter, ebenfalls eine begeisterte Sängerin, dürften einen großen Anteil daran gehabt haben, dass sich ihre Tochter bereits im jungen Alter mit der Gitarre in ihrem Zimmer verbarrikadiert hat und zu musizieren begann. Mit der Entdeckung der Beatles war es schließlich ganz um sie geschehen. Fortan widmete sie ihr ganzes Interesse der Liedermacherei.Was Laura Rafetseder besonders auszeichnet ist neben ihrer sehr markanten und unverwechselbaren Stimme ein außergewöhnliches Gefühl fürs Songwriting und wunderbare Melodien. Obwohl die einzelnen Tracks des Debüts „creating memories“ durch die Bank reduziert gehalten und eher ruhigerer Natur sind, entfalten sie dennoch eine sehr intensive und dichte Atmosphäre.Musikalisch bewegen sich Laura Rafetseder und ihre Band The Comrats (Marc Bruckner, Michael Huber und Martin Mixan) zwischen den Polen Folk, Pop und Acoustic Rock. Dabei unverkennbar, die Huldigung des populären Sounds der sechziger und siebziger Jahre. Namen, die ohne weiteres als Orientierungspunkt dienen können, sind Joni Mitchell, Sandy Denny, Jackson Browne, Bob Dylan und die Beatles.Die durchdachten Arrangements verhindern zudem, dass die melancholisch angehauchten Songs nicht an der Oberfläche hängen bleiben, sondern sich in die Tiefe entfalten. Was zum Teil auch an den sehr berührenden Texten liegt, setzt sich die Musikerin inhaltlich doch, befreit von jeglichem Klischee, mit der Thematik des Kommens und Gehens, des Abschieds und des Wiederfindens auseinander.Die Musik von Laura Rafetseder & The Comrats erschließt sich vielleicht nicht beim ersten Mal Durchhören, die versteckten Schätze offenbaren sich erst nach und nach. Doch gerade darin liegt die Spannung und Qualität des Debütalbums „creating memories“. Laura Rafetseder und ihre Mitstreiter versuchen nicht irgendwelchen aktuell erfolgreichen Strömungen zu entsprechen, sondern verfolgen ihren eigenen Weg. Dieser ist höchst eigenständig, ungemein selbstbewusst und hat einen hohen Wiedererkennungswert. 

The Minor Key Club (2012)

Laura Rafetseder veröffentlicht das erste Album ohne ihre Band Laura&The Comrats, und verzichtet so auch auf viele Instrumente. Basis ist die Akustikgitarre, die mit spärlichem Akkordeon,  ein wenig Mundharmonika und der Fidel verziert wird. Auch das Wörtchen Indie braucht die Bezeichnung ihrer Musik nicht, da sie sich an den Wurzeln des Folk in den 1970er Jahren orientiert. Teilweise spürt man eine Verbundenheit zu Joni Mitchell, dann wieder erinnert ihre Stimme und die Atmosphäre, die sie mit ihr transportiert, an die Solo-Arbeit von Fleetwood Mac Sängerin Stevie Nicks.
 

Swimmers In The Arctic Sea (2016)

Bereits bei den ersten Klängen des Albums kommt eine Assoziation auf: American Folk. Lauras Stimme ist wie für American Folk gemacht und das Genre ist in ihre Musik auch ein bisschen eingewoben. Generell sind die Lieder eine Mischung aus Folk, leichtem Pop und Akustik – zusammen mit ihrer Stimme ein wirkliches Hörerlebnis. 
 
 
 Laura Rafetseder liefert mit ihrem neuen Album auf jeden Fall ein richtig starkes Comeback ab.  „Driven Creatures“ ist ein persönliches Statement, es besitzt Tiefgang und weiß auch vortrefflich zu unterhalten.

 
 

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