Freitag, 27. November 2020

ROIA

 Cute Little Fear (2006)

Cute Little Fear

Suitcase Affair (2012)

Suitcase Affair

Prototype Of A Heart (2015)

Prototype Of A Heart

The Natural Loss Of Contours (2018)

The Natural Loss Of Contours 

"Kunst ist nicht verdaulich, sondern eine Irritation des Bewusstseins, wie ein Sandkorn im Inneren einer Auster." (Howard Barker)

Roia sind die unbekannteste Band Österreichs. Punkt. Das ist natürlich eine brutal nüchterne Aus- und Ansage für ein künstlerisches Projekt, das nicht nur im Proberaum und Studio existieren will. Und kann. Und sich von tausenden mindestens ebenso unbekannten Bands, die ewig in den Kellern der Nacht verharren, durch eine lange Vita, Airplay, Live-Konzerte und eine Serie von Veröffentlichungen glasklar unterscheidet. Nun: Roia werden anno 2013 die unbekannteste Band Österreichs gewesen sein. Die Vergangenheitsform als Zukunftsprognose.„Cute Little Fear“, erschienen 2006, war schon ein erstes, beachtliches (und beachtetes) Lebenszeichen von Roia. Die Single „Suicide Butterfly“ lief monatelang auf FM4. Dem Debutalbum der Salzburger Formation, am ehesten zu vergleichen etwa mit Archive, frühen Cure, diversen 4AD-Acts wie Dead Can Dance oder den späten Talk Talk rund um Mark Hollis, folgte eine gewaltige Live-Kraftanstrengung. Und ein (zu) rascher Rückzug auf die Mittel der Selbst-Introspektion und ins Innere der Studio-Austernschale. Sprich: eine selbstgenügsame Existenz, die den Namen Roia zu einer Beschwörungsformel unter Eingeweihten machte, kaum aber Strahlkraft über die Grenzen der Mozartstadt hinaus erlangte.

Bildstarke Elektro-Sounds, glasklare Stimmen, packende Texte: Ein wehmütiger Indie-Pop-Traum
Drei Musiker, ein eigenes Tonstudio und Zeit - diese Komponenten bilden das viel beachtete Kollektiv ROIA. Nina Hochrainer, Dorian Wimmer und Paul Hochrainer mischen geschickt akustische Transparenz mit verworrener Elektronik. Sie weben einen Teppich, der einen sowohl behaglich umhüllt, als auch zum Abheben in andere Sphären einlädt. Wer sich allerdings in romantischer Sicherheit glaubt, der irrt - oftmals wird der Hörer gnadenlos auf den Boden der Tatsachen zurück gesetzt, die Blase platzt und man taucht in eine weitere, ROIA-gefertigte Traumwelt ein.

Dieser Traum, und der heißt auf persisch “ROIA”, beginnt bereits im Jahre 2003 - da startet die Arbeit und das Experimentieren mit musikalischen Ideen. Seither wird konsequent, rastlos und demokratisch an Nummern getüftelt. Dabei ziehen sich die Musiker gerne monatelang ins Tonstudio zurück und feilen am eigenen ROIA-typischen Stil. Die Musik kann nicht in einfache Schubladen gepackt werden. Da treffen düstere TripHop-Beats auf energiegeladene Gitarren, klare Stimmen singen wunderschöne Melodien über klirrend kalte Synthesizer, das Theatralische der Popmusik begegnet der Intimität eines Singer/Songwriters und sphärische Ambient-Klänge verknüpfen sich mit spannenden Grooves. Die intimen, teilweise poetischen Texte verleihen den Werken eine weitere Ebene und machen ROIAs Musik zu einem ganz eigenen Erlebnis.

Wie immer man diese Musik nennen will: Die Band nimmt Hörer und Hörerinnen mit jedem Song auf eine faszinierende Reise und kann sich in Sachen schön-verträumter Popmusik durchaus auf den internationalen Vergleich einlassen.

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