Where Am I
Die österreichische Musikszene ist um eine Band reicher: „Colacoaster“ legte im Dezember 2016 ihr Debütalbum „Where am I“ auf CD vor, im April folgt die Veröffentlichung auf Vinyl. Wer hinter dem fröhlichen Namen eine junge, hippe Newcomer-Gruppe mit Happysound vermutet, liegt allerdings falsch. Bei „Colacoaster“ handelt es sich um eine Ein-Mann-Band mit erwachsenem Sound, die in kein Genre einzureihen ist – was vor allem an der fehlenden Stimme liegt. Gitarrist Gregor Errath, der Mann hinter „Colacoaster“, präsentiert auf seinem ersten Soloalbum die besten Lieder, die sich im Laufe der letzten acht Jahre angesammelt haben. 31 Minuten reine Instrumentalmusik mag zwar auf den ersten Blick gewöhnungsbedürftig klingen, doch ob der unkommerziellen Vielfältigkeit der zehn Songs schleicht sich beim Hörer keine Langeweile ein. Die britischen Einflüsse des Musikers – von The Smiths über Tindersticks und Primal Scream bis hin zu Depeche Mode und Soft Cell – brechen immer wieder durch; man wähnt sich in der Mitte des Albums in einem Lloyd Cole-Tonträger. Colacoaster, der bereits in Bands wie „Edible Skier“ und „Casino Royal“ als Songwriter und Gitarrist tätig war – mit letzterer in dem Nina Proll-Film „Ikarus“ zu hören war - ließ beim Projekt „Colacoaster“ nichts aus der Hand: Kein Sänger, mit dem Kompromisse zu schließen waren, kein Produzent, der dem eingängigen und überaus gefühlvollen Gitarrenpop, der mit Synthie- und Drumcomputer unterstützt wird, seinen Stempel aufzwängte – nur das Mastern wurde in das Goldlack Studio vom Label Konkord ausgelagert. Auch das Artwork überließ Colacoaster Profis – ebenso wie die Wahl des ungewöhnlichen Namens. Kein Geringerer als ein Nachfahre des großen, schottischen Dichters Robert Burns, war der Namensgeber für Colacoaster – und zwar bei einem beruflichen Meeting in Moskau. Große Ehre für einen großen Musiker, von dessen Band „Colacoaster“ noch einiges zu hören sein wird.

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