Samstag, 15. August 2020

Kaltenkirchen (Philip Maria Stoeckenius) - Im Namen der Liebe (2019)

Im Namen der Liebe

„Zwei Seelen wohnen, ach!, in meiner Brust“. Philip Maria Stoeckenius verschreibt sich unter dem Künstlernamen „Kaltenkirchen“ dem Genre Anti-Schlager. Seine oft politisch und gesellschaftskritisch motivierten Zeilen bilden eine Einheit mit strahlenden 80s Synths, die die Grenze zwischen Kitsch und Punk überwinden, um sich in ein neues, kühles Pop-Gewand zu kleiden. Kaltenkirchens Sound geht 2020 in die Richtung von The Weeknd, Das Moped, Mine und Alli Neumann, inspiriert von Falco, Nena oder Rammstein. Die deutsche Sprache möchte bei ihm – genauso wie bei seinen Vorbildern, die neben den o.g. Künstlern bis hin zu VertreterInnen der frühen Neuen Deutschen Welle reichen – eine neue moderne Emanzipation und die Überwindung der festgefahrenen Bedeutungshorizonte erreichen. Seine Erzählungen finden in seinen von Synthesizern geladenen Stücken eingebettet zur Ruhe und wirken manchmal musikalisch sogar versöhnlich mit der Wut und Angst seiner Texte.
Die Stadt Kaltenkirchen bei Hamburg, in der sein Vater groß geworden ist und ein Teil seiner Verwandtschaft lebt, gab schließlich den Anstoß für das Projekt. Die Stadt als Topos, als Gedanke des Zusammenlebens, inspirierte ihn zu vielen seiner Texte und die Konzepte von „Kälte“ und „Kirche“ verbinden den Künstlernamen mit seiner Musik.
Mittlerweile ist Wien seine Wahlheimat und Muse. Dort produziert er mit Niklas Pichler in ihrem Studio im 2. Bezirk.

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