Im Namen der Liebe
„Zwei Seelen wohnen, ach!, in meiner Brust“. Philip Maria Stoeckenius
verschreibt sich unter dem Künstlernamen „Kaltenkirchen“ dem Genre
Anti-Schlager. Seine oft politisch und gesellschaftskritisch motivierten
Zeilen bilden eine Einheit mit strahlenden 80s Synths, die die Grenze
zwischen Kitsch und Punk überwinden, um sich in ein neues, kühles
Pop-Gewand zu kleiden. Kaltenkirchens Sound geht 2020 in die Richtung
von The Weeknd, Das Moped, Mine und Alli Neumann, inspiriert von Falco,
Nena oder Rammstein.
Die deutsche Sprache möchte bei ihm – genauso wie bei seinen
Vorbildern, die neben den o.g. Künstlern bis hin zu VertreterInnen der
frühen Neuen Deutschen Welle reichen – eine neue moderne Emanzipation
und die Überwindung der festgefahrenen Bedeutungshorizonte erreichen.
Seine Erzählungen finden in seinen von Synthesizern geladenen Stücken
eingebettet zur Ruhe und wirken manchmal musikalisch sogar versöhnlich
mit der Wut und Angst seiner Texte.
Die Stadt Kaltenkirchen bei Hamburg, in der sein Vater groß geworden
ist und ein Teil seiner Verwandtschaft lebt, gab schließlich den Anstoß
für das Projekt. Die Stadt als Topos, als Gedanke des Zusammenlebens,
inspirierte ihn zu vielen seiner Texte und die Konzepte von „Kälte“ und
„Kirche“ verbinden den Künstlernamen mit seiner Musik.
Mittlerweile ist Wien seine Wahlheimat und Muse. Dort produziert er mit Niklas Pichler in ihrem Studio im 2. Bezirk.

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