Within The Tides
Su Rehrl - Gesang, Loops
Marc Bruckner - Piano/Synth, Gitarre, Loops
SFYA klingt phonetisch wie „sphere“ und lässt schon erahnen, dass hier
Räume entdeckt und Klänge neu geordnet werden. Tatsächlich ist SFYA eine
Abkürzung für „Simply For Your Attention“ und regt die BetrachterInnen
bzw. ZuhörerInnen dazu an, neue Blickwinkel und Hörpositionen
einzunehmen.
SFYA gibt der Leadstimme sehr viel Platz. Die Songs beginnen oftmals
leise und verdichten sich gegen Ende hin. Samples, Loops, Effekte werden
großzügig verwendet. Dabei verschwimmen die Grenzen von akustischen und
elektronischen Sounds.
Die Sängerin Su Rehrl und der Multiinstrumentalist Marc Bruckner suchen
die Verbindungen von Popstrukturen zu Klangcollagen. Zwischen den
Melodie- und Rhythmuslinien hinein zu hören und die tonale Entfaltung zu
beobachten, ist ein Kernelement ihrer musikalischen Auseinandersetzung.
Die Texte behandeln Zwiegespräche, das Ringen mit den Zeiten
(Vergangenheit, Gegenwart, Zukunft), das Akzeptieren des Ist Zustandes
und dessen Möglichkeit der Veränderung. In den Beschreibungen finden
sich immer wieder Gegensätze, mit denen sich die Hauptfiguren
auseinandersetzen. Die Dualität, dass alles zueinander gehört, formt
sich von Song zu Song. Am Ende stellt sich eine subtile Gewissheit ein,
dass genau diese Gegensätze zutiefst menschlich sind und die
Herausforderung darin besteht, eine Balance zu halten; den Gedanken wie
Sorge & Angst, Freude & Zuversicht den nötigen Platz geben, den
sie brauchen.
SFYA schöpft den dynamischen Rahmen von leise und laut bzw. dünnen und
dichten Klängen weitestgehend aus, aber immer nur soweit, dass die
Textverständlichkeit erhalten bleibt.
Durch die Verdichtung sind am Ende zumeist mehr musikalische Elemente
verarbeitet als zu Beginn. Die Basis von Stimme und Gitarre oder
Piano/Rhodes wird manchmal mit Percussionrhythmen und elektronischen
Beats erweitert. Vocoder und Harmonizer werden vor allem für die Stimme
verwendet. Die Optik von 2 Personen auf der Bühne täuscht manchmal, denn
SFYA klingt größer, als man es von einem Duo erwarten würde.

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