Sonntag, 14. Februar 2021

KONKORD 1

 

Graceland Homegrown ‎– Echo Courts (2006)

Die Wiederkehr des Summer of Love, 1967. Graceland Homegrown lassen diese faszinierende Epoche mit heutigen musikalischen Mitteln wieder auferstehen und belegen die Zeitlosigkeit dieser kraftvollen Musik mit zwölf Coverversionen nahezu unbekannter Klassiker, die es zu Unrecht nie in die Best-of-Listen der offiziellen Popgeschichtsschreibung geschafft haben. Weit entfernt von modischem Retro-Hippietum und Neo-Psychedelia ist hier moderne Garagenmusik entstanden: im Kellerstudio eingespielt, im Hinterzimmer produziert und mit der Leidenschaft von Enthusiasten zur Perfektion gemastert.

Paul Divjak ‎– Rauschgold (2006)

„Paul Divjak klopft mit seiner CD „rauschgold“ – entstanden in Zusammenarbeit mit B.Fleischmann – sanft an die Pforten der Wahrnehmung und öffnet melancholische Räume der Kontemplation. Der kreative Allrounder (Literatur, Film, Foto, Musik, Theater, Mode) stellt nach „a glimmer of hope“ (KONKORD 005) ein neues elektronisches Konzeptalbum vor. Wieder beeindruckt Divjaks Fähigkeit, mit minimalem Aufwand dichte, atmosphärische Klangbilder zu schaffen. „rauschgold“ ist abstrakte Ambient Music im besten Sinne. – Assoziativ und traumhaft schön!“
 

Killerwatt - Early Warning (2007)

Österreichs unbekannteste internationale Rockstars sind wieder im Land. Und sie produzieren lauten Rock’n’Roll mit druckvollem Fundament, mörderisch geschweißten Gitarren und Gesang in den drei offiziellen Amtssprachen des Rock – Englisch, Spanisch und Deutsch. Damit haben sich die fünf Herren schon einen guten Namen als Liveact in Niederösterreich und dem Burgenland gemacht, und wer weiß: vielleicht ist auch noch ein Comeback auf der Südhalbkugel drin.

hp.stonji (Hans Platzgumer & Jens Döring) - Syntonum (2007)

Ein Album wie ein stiller, schwarzer See. hp.stonji, das radikale und innovative Projekt von Hans Platzgumer und Jens Döring, geht mit dem Release des neuen Full-Lenght-Albums Syntonum in die zweite Runde. Nach dem rätselhaften, an überraschungen und Brüchen reichen Debut mélaina cholé (spezialmaterial,2005) wird der Zuhörer wieder von einem äußerst komplexen, tiefgründigen Klangkosmos herausgefordert und zu konzentrierter Aufmerksamkeit gebeten.

 

Kmet - Electric Songs (2007)

Ein elektrischer Songwriter für das 21. Jahrhundert. Der Musiker und Songwriter Florian KMET erzählt von halsbrecherischen Fahrten auf roten Puch-Mopeds, von komplizierten erotischen Eskapaden auf französischen Parkplätzen und von Liebe, die sprachlos macht. Dargereicht werden diese charmanten, abgründigen Geschichten von einem charismatischen Ausnahmekünstler, der eine Bühne alleine besser auszufüllen vermag als so manche laute Fünf-Mann-Band. Und der nur mit seiner Stimme, einer Gitarre und einem handlichen elektronischen Gerätepark den Sound einer ganzen Jazzkapelle aufbaut.

Mord - Chapter Done (2007)

Musik für die Zornigen und Erschöpften. Man hört sogleich wie gut sich die fünf weltgewandten Österreicher in der Musikgeschichte auskennen und bedienen: Da hat man von den Punk-Prototypen bis zu den späten Monstrositäten des Krautrock alles gelernt. Da vermengt sich die Neue Deutsche Welle ohne Umstände mit den Walls-of-Sound der Electronic Body Music. Und der gute alte Schlager sperrt sich mit der harten Elektronik der 1990er im Keller ein. Ein durchgeknallter Gegenentwurf zur glattgebügelten Unterhaltungsmucke des Formatradios, eine Platte, die die bösen Seiten des Lebens als gleichwertig mit den guten betrachtet.

The Good Library - Shhh! (2008)

Mit Musikern aus den USA, Großbritannien und Österreich international gut durchmischt pflegen The Good Library seit mittlerweile fast acht Jahren die hohe Kunst des psychedelischen Gitarrenrocks. Große Traditionen wie der klassische West-Coast-Sound und der frühe britische Underground-Rock vermischen sich auf dem neuen Album Shhh! mit dem kompromisslosen, kraftvollen Spiel des Quintetts zu einem farbenfroh gewebten Soundteppich, der von straighten Ohrwürmern bis zur freien Improvisation vieles einschließt.

Paul Divjak ‎– Aural Siesta (2008)
 

 Bob - Tom (2008)

Popmusik ist dann richtig gut, wenn sie sofort und von jedem verstanden werden kann. Und sie ist noch besser, wenn sich demjenigen, der das Hintergründige bemerkt, nach und nach zahlreiche Details offenbaren. Das Südtiroler Wunderduo BOB schreibt ausschließlich Ohrwürmer, in denen ganze Welten popmusikalischer Weisheit versteckt sind. Und wie herrlich hedonistisch und selbstbezogen da alles ist! Wie sehr hier selbst entfernteste Gebiete der Alltagsbeschallung zu ihrem Recht kommen! Vom ersten Takt bis zum Hidden Track: TOM ist die genauestmögliche Annäherung an das imaginäre 100prozentige No-Nonsense-Pop-Album.

Merker.TV - Set.Jet (2008)

Der Schub vor dem Abheben eines Jets ist ein passender Vergleich mit der Energie der Musik von merker.tv. Auf set.jet, dem ersten Album der Linzer Band fusionieren House, Electro, HipHop und Rock zu einem Sound, der so brachial aus dem Bauch kommt, dass der Groove in Folge auch passgenau in der Magengrube landet.

Die singenden Deephouse-DJ´s Durmek und Merker produzieren die Backingtracks von merker.tv. Diese werden von Huckey (Texta) an den Drums und der Gitarrenarbeit von Jiri (Porn to Hula) zu einem wahren Groovemonster aufgebaut, das die Band selber als Diskopunk klassifiziert.

Mord - Fun Fun Fun (2008)

Brachialnoise, Melodieseligkeit, Avant-Pop.Es musste schnell gehen dieses Mal. Angetrieben durch eine Mischung aus gesundem, selbstauferlegtem Zeitdruck – andere Projekte wie KREISKY wollen schließlich auch vorangetrieben werden
– und dem Schwung, den die Band auch durch die positive Rezeption des Debüt-Albums „Chapter Done“ erhielt, war man versessen darauf, neues Material zu produzieren und alsbald zu veröffentlichen. Nur knapp ein halbes Jahr sollte es vom initialen Aufwärmen bis zum finalen Ausrollen der fertigen Vinylscheibe dauern.Mit “Fun Fun Fun“ ist es MORD gelungen, die Charakteristik, die übersprudelnden Momente und den waghalsigen Wahnsinn ihrer Konzerte ein Stück weit einzufangen und auf das Studioalbum
zu übertragen. Weniger Beton, mehr Beefheart als erwartet, dabei immer wieder Pop, zeigt das Album den aktuellen Stand der Band zwischen Experimentier- und Improvisationssucht und undogmatischem Traditionalismus, zwischen freien Geräuscheskapaden und fein arrangierten Songs. „Fun Fun Fun“ ist irgendwie Sixties, aber doch hier und heute. Da sind Sounds, clean wie Glas oder aber abgedreht wie acht Liter Kaffee, doch vor allem und eh klar: ein großer, schöner, verrückter Spaß. 

Edgar Lend ‎– Gettin' Stranger All The Time (2009)

Drei Akkorde,  fast in Stereo. Man könnte Gettin´ stranger all the time für einen seltenen, glücklichen Schallplattenfund halten. Ein vergammeltes Stück Vinyl, das seit 1962 im Lagerraum eines abgefuckten Plattenladens in Houston, Texas verstaubt ist. Ist aber nicht ganz so. Dass Edgar Lend durch die harte Schule des Rock´n Roll gegangen ist, ist nach ungefähr drei Akkorden deutlich klar gestellt. Und dass er in den Fächern Rockabilly, Garage Punk und Honky Tonk ganz besonders gut aufgepasst haben muss, weiß man nach der ersten Nummer. Doch er ist kein Texaner, sondern ein in Berlin verloren gegangener Bayer. Das Jahr ist nicht 1962, sondern 2009.


Merker.TV - Jet.Reset (2009)

Paul Divjak ‎– Money (2009) 

Wolfgang Schlögl - Caught In The Act (2011)

Eine epische Welt zwischen E- und U-Musik. Nach über 6 Jahren veröffentlicht der Sofa Surfer Wolfgang Schloegl wieder ein Soloalbum. Unter seinem bürgerlichen Namen präsentiert er diesmal ein Patchwork seiner liebsten Kompositionen aus über sieben Jahren Arbeit für Theater und Tanzbühnen. Dabei bleibt der 3-fache Amadeus-Gewinner seinem Ruf als Querdenker treu: aus Liveaufnahmen extrahierte er die Essenz der Stücke und schuf durch weitere Produktionsschritte, wie Overdubs und Klangmanipulationen neue Tracks, die zwar eine starke Dramatik besitzen, jedoch auch herausgelöst aus ihrem Theaterkontext atmen und strahlen.So wandelt die Musik auf Caught In The Act trittsicher zwischen Frickelelektronik, neoklassizistischen Klangbildern, zeitgenössischer Improvisation, Filmscores und Shoegazing á la My Bloody Valentine. Vielfältige musikalische Elemente verschmelzen zu einem langen Track, erzählen eine epische Story, in der die zahllosen emotionalen Aggregatszustände des Theaters manifest werden. Wie eine geisterhafte Prozession aus einer anderen Welt wandern archetypische Gestalten durch eine epische Story, die Schloegl meisterhaft aus der Welt der darstellenden Kunst in eine dramatische musikalische Erzählung überträgt.Man könnte Caught In The Act durchaus als Popmusik bezeichnen – vorausgesetzt man definiert Pop nicht nur über Jugendkultur und kurzlebige Moden. Es ist aber ebenso gut E-Musik – wenn man darunter nicht bloß die Pflege von althergebrachten künstlerischen Ansätzen versteht.

 

Modular 3000 - Dekade (2011)

Ein Universum grimmiger Schönheit und funkelnder Eleganz. Vom Selbstbauoszillator in der Zigarrenschachtel über komplexe Granularsynthese bis zum Gameboy: Nicht nur das Musikequipment von modular3000 entzieht sich jeder Zuordnung. Auch die Musik der Formation. Von minimalistisch bis verspielt, von experimentell bis tanzbar. Wenn die drei Bandmitglieder die Grenzen ihrer Geräte erkunden entstehen Soundcollagen jenseits starrer Songstrukturen.Dabei schaffen es modular3000 scheinbar spielerisch, eingeübte Hörgewohnheiten zu unterwandern. Filigrane Motive werden zu komplexen Strukturen geschichtet und wieder abgetragen. Unbeschwerte Melodien verdichten sich zu psychotischen Klangräumen mit brachialen Elementen am Rande des Klirrfaktors. dekade lässt es ganz schön knacken im elektronischen Gebälk. Dass neben musikalischen auch große inhaltliche Themen abgehandelt werden versteht sich fast von selbst. Versuchung, Inzest, Beelzebub – der ewige Kreislauf des Lebendigen wird als Subtext en passant verhandelt. modular3000 sind keine endlosen Tüftler. Hier geht es undogmatisch zur Sache. Der Computer und die zahlreichen Soundgadgets werden nicht als Effekt missbraucht sondern wie analoge Instrumente gespielt. In ihrer Arbeitsweise eher der strukturierten Improvisation als der strengen Komposition verbunden, resultieren die Sessions oft in unreproduzierbaren Livemitschnitten. Dem Material ist die Lust an der Entwicklung anzuhören. Manches bleibt dabei fragmentarisch, aber immer lebendig und vielschichtig.Für dekade stöberten modular3000 im reichen Fundus der vergangenen zehn Jahre, um bislang kaum dokumentiertes Material aus zahlreichen Studioaufnahmen und Liveacts hörbar zu machen. Das Resultat: Ein Universum grimmiger Schönheit und funkelnder Eleganz.

 

Bob - We Say Disco You Say Maybe (+CD) (2011)

Mopedrock!! - Vasistas (2011)

Chanson? Oui! Rock’n’Roll? Oui Oui!!!!! Der Sound (excusez: le son) von Mopedrock ist wie ein gut gekühlter Pastis: Scharf. Frisch. Fährt gut. Und man will mehr. Deshalb schenkt die frankophile Band mit gnadenlosem Hang zu Charles Aznavour und The Sonics nach ihrer krachig-rauen Debut-EP gleich kräftig nach. Mit ihrer neuen Langspielplatte Vasistas dreht Mopedrock auf Vollgas und lässt die Kupplung schnalzen: Von 0 auf 100 km/h in 3.8 Sekunden, Fahrtwind inklusive – und das in der Garage, während dort eine geheime Tanzparty außer Kontrolle gerät.Mit Songs wie Les Autrechiens, Chanson de la Grippe, oder Paris s’evanouit bringen Jakob Ortis, Marlies Schläger, Nicoletta Hernández und Andreas Leikauf das gute alte Chanson mit Garage-Punk, Noise-Ausbrüchen und einem Schlagzeug der Marke Surfbeat gehörig auf Touren. Mit Paradis haben Mopedrock in den Packtaschen ihres lautstarken Vélomoteur sogar einen Sommerhit verstaut – den sie natürlich erst jetzt im Herbst auspacken. Sommer? Einfach überbewertet.

Kmet - Shoot Me (2011)

Konkord - Das höfliche Label aus Wien ist ein 2004 in Wien von den vier Freunden Matthias Kastner, Roman Mesicek, Wolfgang Reitter und Joachim «Josh» Schnaitter gegründetes Label, das sich mit seinen Veröffentlichungen an den Rändern der Popmusik bewegt. Beim Label wird Wert darauf gelegt die Veröffentlichungen in der für den Musikkonsumenten jeweils richtigen Form anzubieten. Dazu zählen Veröffentlichungen als MP3s, auf Vinyl oder als CD. Die Veröffentlichungen reichen von Ambient über Minimal Electronic bis zu Extended-Country und Noiserock. Am 1. Mai 2005 erschien mit Traveling Matt´s Musik zum Lachen das erste Album. Bekannte Künstler sind unter anderem Hans Platzgumer und Karl Schwamberger alias die Laokoongruppe.

2010 erschien die 50te Veröffentlichung, die mit einer Label-Compilation, der KONKORD-Jubel-CD, gefeiert wurde. Der Sampler kann nach wie vor kostenlos auf der Soundcloud Webseite von Konkord heruntergeladen werden.

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