Sonntag, 11. Juni 2023

MANFRED SCHWARZ

 

 Lieder Zum Nachdenken (1972)

TRACKLISTE

Meine Waffe ist die Gitarre (1974)

TRACKLISTE

Christa Beran & Manfred Schwarz - Ja Glaubts Mas (1986)

TRACKLISTE
 

Der Wiener Kaplan Manfred Schwarz gründete 1968 mit musikbegeisterten Jugendlichen aus dem christlichen Nachwuchs die Folkband The Interpreters of Life, deren sozialkritischen Songs – ganz im Stil der Zeit – auf Wienerisch getextet waren. Eines Tages läutete das Telefon. Am anderen Ende der Leitung: Cabaret-, TV- und Musikerlegende Gerhard Bronner, der über einen befreundeten Journalisten eine Demo-Version der Manfred Schwarz-Nummer “Herr, ich will beten (und kann es nicht)” in die Hände bekommen hatte und den Kaplan mit seiner Band zu sich ins Studio einlud. Innerhalb weniger Tage entstand das Album “Lieder zum Nachdenken”, das in der Retrospektive mit einer bemerkenswert düsteren Grundstimmung und einer äußerst fortschrittlichen Themenwahl einen Höhepunkt der heimischen Folk– und Dialektwelle darstellt. In der Nummer “Zu was bin I da?” wird etwa aus der Ich-Perspektive eines jugendlichen Wieners sein Werdegang vom Hippie zum Junkie verhandelt: Langeweile, Sex, Hasch, Heroin und dann der große Absturz. Gleichzeitig verzichtet der Song auf jegliche Form von Moralpredigt und konfrontiert die Zuhörerschaft stattdessen mit der komplexen Fragestellung: “Zu was bin I da? Gebt’s ma Antwort! Zu was bin I da?” Dazu erklingen wabernde Kirchenorgeln und übersteuerte Psych-Rock-Gitarren. Anno 1971 ganz schön harter Stoff fürs Alpenland. Aber das sollte man freilich selbst gehört haben.

von Al Bird Sputnik

 

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