Nichts lieber als die Sonne
Das Licht, ein österreichisches Akustikduo mit klassischer Konzertharfe
präsentiert auf ihrem ersten Album "Nichts lieber als die Sonne"
Eigenkompositionen des Liedermachers Stefan Lichtenegger von großer
musikalischer und textlicher Bandbreite. Gleich der erste Song "Nichts
anderes zählt mehr" nimmt durch ein wunderbares Harfenostinato und die
leidenschaftliche Stimme des Sängers gefangen. Atmosphärisch geht es
weiter, die Natur spielt als Spiegel oder Kontrapunkt zur Seelenlage des
Autors eine wichtige Rolle. Die impressionistische Stimme der Harfe
beschwört Sonnenglitzern und Meeresrauschen. Von dieser Stimmungsmalerei
setzten sich die sardonischen Songs "Marie, Marie, Marie, Marie" und
"Eine von vielen" deutlich ab.
Kein Blatt vor den Mund nimmt sich Lichtenegger in der Fabel "Der Tiger
und der Imker", die in drastischer Überspitzung die Zerstörungswut des
Menschen gegen die Tierwelt, doch vielleicht auch den gnadenlosen Kampf
der Zivilisation gegen alles Wilde thematisiert.
Textlich sticht die "Ballade vom brennenden Mädchen" hervor, eine
eindringliche parabelhafte Erzählung, wo ein alter Richter sich die
Hände in Unschuld wäscht ( ... Ich hab es ihr gesagt ...). Mit bluesigen
Tönen, ausnahmsweise in englischer Sprache, klingt das Album aus.
Musikalisch ist "Nichts lieber als die Sonne" bewusst sparsam
arrangiert. Außer der Doppelpedalharfe Eva Profunsers kommen nur noch
die Gitarre, fallweise ein sehr effizienter E-Bass und Mouthpercussion
zum Einsatz. Damit steht Das Licht jenseits von Mainstream und
Anti-Mainstream in einer ganz eigenen musikalischen Welt, in der jede
Reise ein Abenteuer ist. (rez. Wolf Ratz)
Eva Profunser (Doppelpedalharfe)
Stefan Lichtenegger (g b voc perc)

Keine Kommentare:
Kommentar veröffentlichen